Sure 31, Vers 10

خَلَقَ السَّمَاوَاتِ بِغَيْرِ عَمَدٍ تَرَوْنَهَا ۖ وَأَلْقَىٰ فِي الْأَرْضِ رَوَاسِيَ أَن تَمِيدَ بِكُمْ وَبَثَّ فِيهَا مِن كُلِّ دَابَّةٍ ۚ وَأَنزَلْنَا مِنَ السَّمَاءِ مَاءً فَأَنبَتْنَا فِيهَا مِن كُلِّ زَوْجٍ كَرِيمٍ

„Er hat die Himmel ohne Stützen, die ihr sehen könnt, erschaffen und auf der Erde festgegründete Berge gesetzt, daß sie nicht mit euch wanke, und auf ihr allerlei Tiere sich ausbreiten lassen. Und Wir lassen Wasser vom Himmel herabkommen und dann viele edle Arten auf ihr wachsen.“

Wir sehen in diesem Vers, welcher sich um die Gegebenheiten auf der Erde handelt, dass      Allah beschreibt, wie er die Himmel ohne Stützen schuf.

Warum ist diese Aussage so tiefgründig? Die Araber auf der arabischen Halbinsel kannten die großen Paläste der Römer und Perser. Man wusste, dass jedes große Gebäude Säulen benötigt. Es kann nicht emporgehoben werden ohne Säulen. Hier in diesen Versen werden wir  zum betrachten dieser Himmelsdecke aufgerufen. 

Ein weitaus größeres Konstrukt als jeder Palast, welche ohne wahrnehmbare Stützen aufrecht steht, ist ein Zeichen für die Fähigkeit dessen Schöpfer.

Dies ist eine tiefgründige Beweisführung, welche den in den Himmel schauenden, nachdenken Menschen trifft. Das dieses Himmels Konstrukt ohne jegliche Stützen steht, ist ein Wunder an sich. Allein durch die Kraft des Schöpfers, welche den Himmel davon abhält auf die Erde zu stürzen.

So heißt es in einem anderen Vers (22:65) heißt: 

وَيُمْسِكُ السَّمَاءَ أَن تَقَعَ عَلَى الْأَرْضِ إِلَّا بِإِذْنِهِ

„…Und Er (Allah) hält den Himmel, daß er nicht auf die Erde fällt, außer mit Seiner Erlaubnis…“

Sprachliche Nuance dieses Verses

Einer der Pioniere der koranischen Exegese (tafsīr) und großer Sprachwissenschaftler ِAbū Zakarīya al-Farrāʾ (gest. 144 H.) schreibt in seinem Buch „Maʿānī al-Qurʾān“ Folgendes: 

„Dieser Vers gehört zu den zweideutigen Verse, sprich ein Vers, der mehr als eine „klare“ Bedeutung aufweist durch den Satzbau.

Der übersetzer des Korans hat sich für folgende entschieden 1.„Er hat die Himmel ohne Stützen, die ihr sehen könnt erschaffen,“

aber darüber hinaus kann der 2. „Er hat die Himmel ohne Stützen, „wie“ ihr sehen könnt erschaffen„.

Dieses Verständnis wurde überliefert von der ersten Generation der Muslime, wie es im Tafsir von Ibn Kathir heißt, u.a. von Ibn Abbas, Mudschahid, Qatada und al-Hassan.

Einer dieser erwähnten möglichen Varianten ist ein Ausdruck aus der arabischen Sprache und eine Sache zu untermauern. Er erhob die Himmel ohne Stützen und der Beweis is,t das ihr es sehen könnt, dass sie keine Stützen haben

Dies ist ein Ausdruck aus der arabischen Literatur. So pflegte ein Mann zusagen: „Ich bin zu dir gekommen ohne Schwert und Spee , so wie du mich sehen kannst“ um auszudrücken, dass er Frieden will. (Tafsir al-Qāsimi)

Wir sehen, dass dieser Vers zwei Bedeutung besitzen kann, dass der Himmel ohne Stützen gebaut wurde oder dass er mit Stützen gebaut würde, welche wir nicht sehen.

Diese koranische Rhetorik lässt den simplen Wüstenaraber bzw. jedem im Kosmos nach Bedeutungen suchenden Menschen über die Wunder des Himmels nachdenken. Das dieses Himmelskonstrukt ohne Stützen gebaut wurde, lässt jeden Bauingenieur neidisch werden. Darüber hinaus kann der Leser des 21. Jahrhundert, welcher versteht das die Gravitation diese nicht sichtbare Säule darstellt, welche exakt dem Prinzip einer unsichtbaren Säule widerspiegelt, in unsere Zeit diesen Vers in seiner anderen Bedeutung verstehen. Er wird auch zu einem wundersamen Ergebnis kommen, welche über den romantischen Anblick des Säulen losen Himmels hinausgeht.

Im Sonnensystem bestimmt die Gravitation die Bahnen der Planeten, Monde, Satelliten und Kometen und im Kosmos die Bildung von Sternen und Galaxien sowie dessen Entwicklung im Großen.

Gravitation wird oft mit Schwerkraft gleichgesetzt. Das Gewicht eines Körpers wird allerdings vom lokal herrschenden Schwerefeld bestimmt, welches nicht nur die Gravitationskraft umfasst, sondern auch auf den Körper wirkende Trägheitswirkungen (insbesondere durch die Rotation des Bezugssystems).

Quellen:

Maʿānī al-Qurʾān, al-Farrāʾ

Tafsir al-Qāsimī

Aḍawāʾ al-Bayān. Asch-Schinqiti

Wikipedia