Eloquenter Übergang Teil 2

 

لَن تَنَالُوا الْبِرَّ حَتَّىٰ تُنفِقُوا مِمَّا تُحِبُّونَ ۚ وَمَا تُنفِقُوا مِن شَيْءٍ فَإِنَّ اللَّهَ بِهِ عَلِيمٌ (92) كُلُّ الطَّعَامِ كَانَ حِلًّا لِّبَنِي إِسْرَائِيلَ إِلَّا مَا حَرَّمَ إِسْرَائِيلُ عَلَىٰ نَفْسِهِ مِن قَبْلِ أَن تُنَزَّلَ التَّوْرَاةُ ۗ قُلْ فَأْتُوا بِالتَّوْرَاةِ فَاتْلُوهَا إِن كُنتُمْ صَادِقِينَ

Sure 3, Verse 92–93

Vers 92 =„Ihr werdet die Güte nicht erreichen, bevor ihr nicht von dem ausgebt, was euch lieb ist. Und was immer ihr ausgebt, so weiß Allah darüber Bescheid. 

Vers 93 = “Alle Speisen waren den Kindern Isrāʾīls erlaubt außer dem, was Isrāʾīl sich selbst verbot, bevor die Thora offenbart wurde. Sag: Bringt doch die Thora bei und verlest sie dann, wenn ihr wahrhaftig seid.“

Auf den ersten Blick wird der Zusammenhang zwischen Vers 92 und 93 nicht deutlich, aber beim genauen Hinsehen, durch einigen Hintergrundinformations, ergibt sich ein deutlicher  Zusammenhang.

Erklärung

Allah sagte: „Ihr werdet nicht die Güte erreichen, bis ihr von dem spendet, was ihr liebt.“ Als dann nannte Er sofort ein Fallbeispiel aus der Geschichte eines Propheten vor ihnen, der seinen gesellschaftlichen Status opferte.

Israel (Jakob) verbat sich selber, die beiden für ihn  liebsten Dinge: 1. Kamelfleisch und 2. Kamelmilch. Dies tat er, weil er erkrankte und Gott versprach, dass wenn er wieder gesund ist, diese beiden ihm liebsten Speisen für sich verboten erklärt. Das Gelübde (arabisch: „Nudhur“) war einige gängige Praxis bei den damaligen Glaubensgemeinschaften. Dies taten sie auch um Gottes Wohlgefallen und höhere Stufen zu erlangen.

Der Zusammenhang zwischen den beiden Versen, welche augenscheinlich keinen Zusammenhang haben, wird wie folgt klar: Ihr werdet nicht die Güte erlangen bis ihr von dem Spendet was ihr liebt und im nächsten Vers ein Propheten, welche genau dies Tat um hohe Stufen zu erlangen.

Dieser Vers passt nicht nur kontextuell in den koranischen Fluss, sondern auch in den Kontext der Offenbarungsereignisse. Denn die Schriftgelehrten wollten nicht ihren Status bzw. ihr Ansehen unter den Menschen und ihren Anhängern verlieren. Dieser würde geopfert werden, wenn sie den Islam angenommen hätten und einfach Folger des Mohammed wären. So erinnert der Koran die Leute der Schrift aus ihrer eigenen Geschichte, dass die Aufopferung für Gottes Wohlgefallen ein Teil ihrer Geschichte bzw. Ihres Vaters Israel = Jakob  ist. 

So sind viele der Menschen sie wollen nicht den Propheten bzw der Religion folgen, weil sie nicht bereit sind Dinge, welche sie lieben zu opfern und der Wahrheit zu folgen.

Der Name „Israelswird laut dem Buch „Der nicht-arabische Name im Koran“ von Abderraouf sa3da in diesem Vers für seine Ursprungsbedeutung zurückgebracht. So setzt sich das Wort „Israel“ aus den Worten „Isar Allah“ zusammen, was so viel bedeutet wie „der sich selbst ein Gelöbnis auferlegte.“ So macht Allah es für ihn verbindlich.

Ein weiteres Beispiel der Eloquenz im koranischen Übergang

Sure 2, Vers 155

وَلَنَبْلُوَنَّكُمْ بِشَيْءٍ مِنَ الْخَوْفِ وَالْجُوعِ وَنَقْصٍ مِنَ الأمْوَالِ وَالأنْفُسِ وَالثَّمَرَاتِ وَبَشِّرِ الصَّابِرِينَ

„Und Wir werden euch ganz gewiß mit ein wenig Furcht und Hunger und Mangel an Besitz, Seelen und Früchten prüfen. Doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften.“

Nachdem Allah hier die Geduldigen, welche mit Angst Hunger und der Minderung an Besitz geprüft wurden, erwähnt., lobt Er sie und verspricht ihnen frohe Botschaft.  Der Vers, welcher später darauf folgt, lautet:

إنَّ الصَّفَا وَالمَرْوَةَ مِنْ شَعَائِرِ اللهِ

„Gewiß, aṣ-Ṣafā und al-Marwa gehören zu den (Orten der) Kulthandlungen Allahs.“

Die Frage, welche sich stellt, lautet:

Was ist der Zusammenhang zwischen diesen beiden Dingen. Das Geprüftwerden mit den im Vers erwähnte Dingen und der Geschichte von Safa und Marwa?

Antwort: Die Geschichte von Safa und Marwa ist die von Abraham, Hager und Ismael als sie in der Wüste waren und Abraham den Auftrag erhielt, sie zu verlassen. Darin liegt eine Prüfung, da sie nun eine Person weniger geworden sind. Schließlich waren sie zu dritt und nun sind sie nur zwei Personen. Darüber hinaus war eine weitere Prüfung, dass sie Angst hatten, weil sie alleine in einer gefährlichen Wüste ohne Nahrung waren. Dass sie keine Nahrung hatten ist zugleich die nächste Prüfung die des Hungers und da es nichts zu kaufen gab.

„Und Wir werden euch ganz gewiß mit ein wenig Furcht und Hunger und Mangel an Besitz, Seelen und Früchten prüfen. Doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften.“ Sure 3, Vers 155

Wir sehen wie alle die Faktoren der Prüfungen in dem vorigen Vers in der Geschichte von Safa und Marwa vorkommen. Hager und Ismael aber verließen sich auf Allah. So kam das Wasser, also Versorgung durch die Zamzam-Quelle. Anschließend kamen die Stämme und ließen sie sich bei ihnen nieder. So war auch die Sicherheit gewährleistet. Sie waren nicht mehr alleine und Nahrung gab es auch.

Der Leser erkennt nun den Zusammenhang. Er sieht, wie passend der vorige Koranvers den praktischen Teil der Geschichtserzählung beinhaltet.

Diese Verse sind auch als Ermutigung für die Verse dachte, die sich selbst in schwierigen Situationen befinden. Diese Geschichte ist ein pädagogisches Mittel, um die Muslime darauf vorzubereiten, sich auf Allah zu verlassen (tawakkul) und so wird die Erleichterung kommen