Die Meere im Koran (Teil 1)

In dieser Beitragsreihe wollen wir auf die koranische Verwendung der Meere eingehen. Das Meer im Koran wird für vielerlei Bedeutungen verwendet. Wir werden in unsere Reihe jedes mal einen anderen Verwendungsaspekt dieser Verse beleuchten.

Wichtiger Hinweis: Der Prophet Muhammed (Allahs Frieden und Segen auf ihm) hat, mit der Übereinstimmung aller Historiker, in seinem Leben nicht einmal das Meer betreten. Mit diesem Hintergrundwissen sollte man folgende Verse lesen, da dies ein Indiz dafür ist, dass dies nicht das Wissen eines simplen  Wüstenarabers, der nie in seinem Leben ein Meer betrat, gewesen sein kann.

Die Gaben Allahs im Meer

Sure 35, Vers 12

وَمَا يَسْتَوِى ٱلْبَحْرَانِ هَٰذَا عَذْبٌ فُرَاتٌ سَآئِغٌ شَرَابُهُۥ وَهَٰذَا مِلْحٌ أُجَاجٌ ۖ وَمِن كُلٍّۢ تَأْكُلُونَ لَحْمًا طَرِيًّا وَتَسْتَخْرِجُونَ حِلْيَةً تَلْبَسُونَهَا ۖ وَتَرَى ٱلْفُلْكَ فِيهِ مَوَاخِرَ لِتَبْتَغُواْ مِن فَضْلِهِۦ وَلَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ

„Nicht gleich sind die beiden Meere: dies ist süß, erfrischend und angenehm zu trinken; jenes ist salzig und (auf der Zunge) brennend. Und aus allen (beiden) eßt ihr frisches Fleisch und holt Schmuck heraus, den ihr anlegt. Und du siehst die Schiffe, wie sie es durchpflügen, damit ihr nach etwas von Seiner Huld trachtet, und auf daß ihr dankbar sein möget“

In diesen Versen werden auf die Gnadengaben der Meere hingewiesen, und zwar, dass wir aus den Meeren zartes Fleisch vom Fisch bekommen und dass wir aus ihnen Schmuck bekommen, sprich Perlen. Damalige Koranerklärer sagten, dass die Perlen aus dem Süßwasser kommen würden, weil damals nur die Süßwasserperlen bekannt waren. Und deswegen versuchte man, den klaren äußeren Wortlaut anders zu verstehen, aber dieser deutet klar darauf hin, dass aus beiden Meeren, aus Süß- und Salzwasser, Perlen entnommen werden, wie auch aus beiden Fische entnommen werden.

Weiter heißt es im Vers „damit ihr nach etwas von Seiner Huld trachtet“, hier sind die meisten Gelehrten der Ansicht, dass hiermit der Handel gemeint ist. Dass auch heute der größte Teile des Welthandels durch die Schiffe stattfindet, ist eine riesen Gabe und Erleichterung für die Menschen.

Darüber hinaus werden auf die Riesenschiffe hingewiesen, wie sie das Meer durchpflügen. Laut einigen Linguistin ist auch das Wort „mawachira“ ein Pflügen des Wassers mit Soundeffekten, der Buchstabe „cha“ deutet darauf hin. Also wird das Bild einer Schiffsfracht dargestellt, wie es das Wasser durchpflügt und somit wird das Geräusch dieses Pflügens sprachlich beim Lesen des Wortes wiedergegeben.

Diese Gabe, dass hunderte von Tonnen sich so leicht durch die Meere pflügen, ist eine Augenweide für die Augen und darüber hinaus werden fast alle Waren über den Schiffsweg transportiert.

Einige rhetorische Punkte

Nochmal zwei Verse als Vergleich

Sure 35, Vers 12

وَمَا يَسْتَوِى ٱلْبَحْرَانِ هَٰذَا عَذْبٌ فُرَاتٌ سَآئِغٌ شَرَابُهُۥ وَهَٰذَا,, مِلْحٌ أُجَاجٌ ۖ وَمِن كُلٍّۢ تَأْكُلُونَ لَحْمًا طَرِيًّا وَتَسْتَخْرِجُونَ حِلْيَةً تَلْبَسُونَهَا ۖ وَتَرَى ٱلْفُلْكَ فِيهِ مَوَاخِرَ لِتَبْتَغُواْ مِن “فَضْلِهِۦ وَلَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ

„Nicht gleich sind die beiden Meere: dies ist süß, erfrischend und angenehm zu trinken; jenes ist salzig und (auf der Zunge) brennend. Und aus allen (beiden) eßt ihr frisches Fleisch und holt Schmuck heraus, den ihr anlegt. Und du siehst die Schiffe, wie sie es durchpflügen, damit ihr nach etwas von Seiner Huld trachtet, und auf daß ihr dankbar sein möget“

Sure 16, Vers 1

وهو الذي سخر البحر لتأكلوا منه لحما طريا وتستخرجوا منه حلية تلبسونها وترى الفلك مواخر فيه ولتبتغوا من فضله ولعلكم تشكرون

„Und Er ist es, Der euch das Meer dienstbar gemacht hat, damit ihr frisches Fleisch daraus eßt und Schmuck aus ihm hervorholt, den ihr anlegt. Und du siehst die Schiffe es durchpflügen, damit ihr nach etwas von Seiner Huld trachtet und auf daß ihr dankbar sein möget!“

Nun der Vergleich

In Sure 35 heißt es

فِيهِ مَوَاخِرَ

„fihi Mawachira“

„Und du siehst die Schiffe, wie sie es durchpflügen“

Und in der Sure 16 heißt es genau andersrum

مواخر فيه

„Mawachira fihi“

Der Vers ist ähnlich, doch hier wird einmal  das eine Wort فيه „fihi“ (in ihm) nach vorne gestellt und in der anderen Sure das Wort  مواخر „mawachira“ (das Durchpflügen) nach vorne gestellt. Wieso ist dies der Fall?

Wie gesagt stellt der Koran oft das, was kontextuell passender ist, nach vorne. Denn in der Sure 16 geht es generell um die Transportmittel bzw Tiere, welche Lasten tragen, wie wir an diesem Vers sehen:

„Und sie tragen eure Lasten in ein Land, das ihr (sonst) nur mit größter Mühe hättet erreichen können. Euer Herr ist wahrlich Gnädig und Barmherzig.“

Und (erschaffen hat Er) die Pferde, die Maultiere und die Esel, damit ihr auf ihnen reitet, und (auch) als Schmuck. Und Er erschafft, was ihr nicht wißt.“

In dem Vers, aus der Sure 35, welchen wir in unserem Text behandelt haben, geht es hauptsächlich um die Meere und deren Unterschied, sprich die Meere sind vordergründig, deswegen wurde hier das „fihi“ für die Meere nach vorne gezogen, weil es kontextuell passender ist. Deswegen heißt es auch „aus allen (beiden Meeren) eßt ihr“

Ein paar allgemeine Informationen zu den Meeren und Schiffen

Schiffe als Transportmittel

„Über 90.000 Schiffe unterschiedlicher Größe sind auf den Weltmeeren unterwegs. Die Flotte setzt sich aus unterschiedlichen Schiffstypen zusammen: Frachtschiffe (Containerschiffe, Öl-, Gas und Chemikalientanker, Bulker), Passagierschiffe (Fähren und Kreuzfahrtschiffe) sowie Serviceschiffe (z.B. Schlepper, Offshore-Versorgungsschiffe). Fischereischiffe sind in dieser Statistik nicht enthalten.

Seeschiffe transportieren rund 90 Prozent des weltweiten Warenverkehrs“

Fische aus den Meeren

  1. Wie viel erzeugt der Fischereisektor insgesamt?

Im Jahr 2006 erzeugten Fischfang und Aquakultur weltweit insgesamt ungefähr 144 Millionen Tonnen, von denen 110 Millionen für den menschlichen Verzehr bestimmt waren. Die Fangmengen sind während der letzten Jahre konstant geblieben, die Aquakulturpruduktion ist jedoch gestiegen.

1.1 Im Laufe von 2006 wurden weltweit 92 Millionen Tonnen Fischereierzeugnisse (d.h. Fische, Krebstiere und Weichtiere) von Fischern gefangen. China und Peru führen weiterhin die Top zehn der Länder mit den größten Fangmengen

1.2 Nahezu 90% der Fischfänge weltweit stammen aus Ozeanen und Meeren. Diese Fangmengen sind seit Mitte der neunziger Jahre verhältnismäßig stabil geblieben (zwischen 80 und 86 Millionen Tonnen) und haben in 2006 einen relativen Tiefpunkt erreicht. Die Art, die am meisten gefischt wurde, ist die Anchoveta im Südost-Pazifik

Perlen

Eine Perle ist ein natürliches Schmuckstück. Es wird im Inneren des Weichteilgewebes einer Molluske durch Ablagerung von konzentrischen Schichten von Calciumcarbonat gebildet. Seit Jahrhunderten sind Perlen Objekte der Schönheit, mit denen sich Frauen schmücken. Natürlich vorkommende Perlen wurden auch verwendet, um teure Partykleidung und königliche Kleidung zu sticken

Salzwasserperlen

Perlen entstehen in Austern, die im Meer (Salzwasser) leben oder auch in Süßwassermuscheln. Traditionell entstammten die meisten Perlen aus den Salzwasserkulturen im persischen Golf, dem roten Meer und den Küstenregionen Indiens und Japans. China erntete Süßwasserperlen über mehrere Jahrhunderte.

Tendenziell ist eine Perlenkette aus Salzwasserperlen strahlender im Glanz, als ihre Verwandten aus dem Süßwasser, weshalb sie begehrter sind und höher im Wert.

Alle heute produzierten Salzwasserperlen sind mit einem Kügelchen bekernte Perlen. Reine Naturperlen werden im persischen Golf noch immer gesammelt, allerdings ist ihr Ertrag zu gering, um einen wirklichen Marktwert auszumachen. Diese Perlen verlassen auch selten die Region.

Salzwasser Perlen werden kultiviert, indem eine Austernschale 2-3 Zentimeter geöffnet wird. Ein Experte ritzt mit einem Spezialinstrument einen winzigen Schnitt in das Mantelgewebe der Auster. In das kleine Loch wird ein Kügelchen als Kern eingesetzt, zusammen mit einem Stückchen Mantelgewebe. Die Zellen im Mantelgewebe wachsen um den Kern herum und bilden einen „Perlenbeutel“. Darin wächst die Perle. Für alle heute angebauten Salzwasserperlen wird diese Methode angewandt.

Die 3 bekannten Arten von Salzwasser Perlen sind Akoya Perlen, Tahitiperlen und Südseeperlen.