Pädagogik in der Koranischen Rhetorik

Pädagogik in der Koranischen Rhetorik

Der Koran hat, wenn wir die Geschichte betrachten, Menschen und Gesellschaften zivilisiert, Moralvorstellungen geschaffen, ein Gesetz entworfen, welches ein Miteinander ermöglichte.
Des Weiteren war der Islam u.a eine Antriebskraft für Kunst, Poesie, Architektur und Bekleidung.

Ein weiterer wichtiger Faktor, welcher der Koran bzw. der Islam hervorhebte, war das Familienleben. Wir wissen, dass die Familie ein Grundpfeiler einer funktionierenden Gesellschaft ist.
Welches Familienverhältnis der Koran besonders betont, ist die Güte der Kinder gegenüber ihren Eltern. So ist es im Koran oft der Fall, dass die Eltern im selben Satz mit der Aufforderung zur Anbetung Allahs erwähnt werden, welche eine Ehrung in sich darstellt, im selben Atemzug mit dem Befehl der Anbetungs Allahs erwähnt zu werden.

So heißt es in Sure 17, Vers 23
وَقَضَى رَبُّكَ أَلاَّ تَعْبُدُواْ إِلاَّ إِيَّاهُ وَبِالْوَالِدَيْنِ إِحْسَاناً
„Und dein Herr hat bestimmt, daß ihr nur Ihm dienen und zu den Eltern gütig sein sollt.“

Wir wollen einige Beispiele aufzeigen, wie der Koran die Pädagogik durch eine intelligente Rhetorik offenbart.

  1. Beispiel الالتفات (Aliltifat)

Im Koran gibt es den Perspektivenwechsel, sprich, es wird von einer Form in eine andere gewechselt. (Von der ersten Person Singular in die dritte Person usw.)
Dieser Wechsel hat einen Zweck, welcher sich aus dem Kontext ergibt.

Sure 31, Verse 16-19

وَإِذْ قَالَ لُقْمَانُ لِابْنِهِ وَهُوَ يَعِظُهُ يَا بُنَيَّ لا تُشْرِكْ بِاللَّهِ إِنَّ الشِّرْكَ لَظُلْمٌ عَظِيمٌ

وَوَصَّيْنَا الإِنسَانَ بِوَالِدَيْهِ حَمَلَتْهُ أُمُّهُ وَهْنًا عَلَى وَهْنٍ وَفِصَالُهُ فِي عَامَيْنِ أَنِ اشْكُرْ لِي وَلِوَالِدَيْكَ إِلَيَّ الْمَصِيرُ

وَإِن جَاهَدَاكَ عَلَى أَن تُشْرِكَ بِي مَا لَيْسَ لَكَ بِهِ عِلْمٌ فَلا تُطِعْهُمَا وَصَاحِبْهُمَا فِي الدُّنْيَا مَعْرُوفًا وَاتَّبِعْ سَبِيلَ مَنْ أَنَابَ إِلَيَّ ثُمَّ إِلَيَّ مَرْجِعُكُمْ فَأُنَبِّئُكُم بِمَا كُنتُمْ تَعْمَلُونَ

يَا بُنَيَّ إِنَّهَا إِن تَكُ مِثْقَالَ حَبَّةٍ مِّنْ خَرْدَلٍ فَتَكُن فِي صَخْرَةٍ أَوْ فِي السَّمَاوَاتِ أَوْ فِي الأَرْضِ يَأْتِ بِهَا اللَّهُ إِنَّ اللَّهَ لَطِيفٌ خَبِيرٌ

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„Und (gedenke,) als Luqmān zu seinem Sohn sagte, indem er ihn ermahnte: „O mein lieber Sohn, geselle Allah nicht(s) bei, denn Götzendienst ist fürwahr ein gewaltiges Unrecht.“
Und Wir haben dem Menschen seine Eltern anbefohlen – seine Mutter hat ihn unter wiederholter Schwäche getragen, und seine Entwöhnung (erfolgt) innerhalb von zwei Jahren –: „Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist der Ausgang.“
Wenn sie sich aber darum bemühen, daß du Mir das beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht, doch geh mit ihnen im Diesseits in rechtlicher Weise um. Und folge dem Weg dessen, der sich Mir reuig zuwendet. Zu Mir wird hierauf eure Rückkehr sein, da werde Ich euch kundtun, was ihr zu tun pflegtet.
O mein lieber Sohn, gewiß, wäre es auch das Gewicht eines Senfkorns und befände es sich in einem Felsen oder in den Himmeln oder in der Erde, bringt es Allah bei. Gewiß, Allah ist Feinfühlig und Allkundig.O mein lieber Sohn, verrichte das Gebet, gebiete das Rechte und verbiete das Verwerfliche und ertrage standhaft, was dich trifft. Gewiß, dies gehört zur Entschlossenheit (in der Handhabung) der Angelegenheiten.Und zeige den Menschen nicht geringschätzig die Wange und gehe nicht übermütig auf der Erde einher, denn Allah liebt niemanden, der eingebildet und prahlerisch ist.“

In diesem ganzen obigen Text findet ein Dialog zwischen Luqman und seinem Sohn statt, in dem er ihn auffordert, Allah dankbar zu sein und Allah nichts beizugesellen.
Dann lehrt er ihn, dass Allah alles weiß und es hervorbringen wird. Dann folgen weitere moralische Anweisungen, welche Luqman seinem Sohn mitgibt, wie man aus den obigen Versen nachvollziehen kann.
Der ganze Dialog basiert auf eine Ansprache von Luqman gegenüber seinem Sohn, aber mitten in den Ansprachen von Luqman finden wir einen Wechsel des Redenden bzw. eine Verkündung Allahs, welche den Redefluss bricht und zwischen Aufforderung, wie eine Eilmeldung hineinplatzt und zwar sagt Allah mittendrin: „Und Wir haben dem Menschen seine Eltern anbefohlen – seine Mutter hat ihn unter wiederholter Schwäche getragen, und seine Entwöhnung (erfolgt) innerhalb von zwei Jahren –: „Sei Mir und deinen Eltern dankbar…“

Wir sehen, Allah interveniert sprechend für Eltern in allen Epochen und Zeiten und verweist die Kinder, gütig gegenüber den Eltern zu sein.
Also der generelle Kontext wird gebrochen, damit Luqman nicht zu seinem Sohn sagt: „Mein Sohn sei Gütig zu deinem Vater“. Nein!!! Vielmehr ist diese Aufforderung Chefsache, Allah selber setzt sich für die Rechte der Eltern ein, bevor es im gewohnten Redefluss dieser Verse weitergeht „O mein lieber Sohn, gewiß, wäre es auch das Gewicht….“.
Ein wunderschöner Rednerwechsel, welcher der Koran aufbringt und ein noch viel schöneres Prinzip zu verwirklichen, dass Allah sich höchstpersönlich für die Rechte der Eltern einsetzt und dass dem Vater die Aufgabe entnommen wird, seinem Sohn zu sagen ,,Sei gut zu deinem Vater“, da es dem Vater unangenehm sein könnte, so etwas aussprechen zu müssen. Also tiefpsychologsiche Nuancen, welche der Koran erfasst und in seiner Rhetorik verarbeitet.

  1. Beispiel
    اسلوب الاحتراز (Alihtiraz)

Eine weitere rhetorische Methode im Koran ist, dass der Koran, um die Wichtigkeit einer Sache anzudeuten, vorbeugt bzw. schützt. Dies geschieht anhand der rhetorischen Mittel, die wir aufzeigen.

Sure 6, Vers 161

قُلْ تَعَالَوْا أَتْلُ مَا حَرَّمَ رَبُّكُمْ عَلَيْكُمْ أَلاَّ تُشْرِكُواْ بِهِ شَيْئًا وَبِالْوَالِدَيْنِ إِحْسَانًا وَلاَ تَقْتُلُواْ أَوْلادَكُم مِّنْ إِمْلاقٍ نَّحْنُ نَرْزُقُكُمْ وَإِيَّاهُمْ
وَلاَ تَقْرَبُواْ الْفَوَاحِشَ مَا ظَهَرَ مِنْهَا وَمَا بَطَنَ وَلاَ تَقْتُلُواْ النَّفْسَ الَّتِي حَرَّمَ اللَّهُ إِلاَّ بِالْحَقِّ ذَلِكُمْ وَصَّاكُمْ بِهِ لَعَلَّكُمْ تَعْقِلُونَ

Sag: Kommt her! Ich will euch verlesen, was euer Herr euch verboten hat: Ihr sollt Ihm nichts beigesellen, und zu den Eltern gütig sein; und tötet nicht eure Kinder aus Armut – Wir versorgen euch und auch sie; und nähert euch nicht den Abscheulichkeiten, was von ihnen offen und was verborgen ist; und tötet nicht die Seele, die Allah verboten hat (zu töten), außer aus einem rechtmäßigen Grund! Dies hat Er euch anbefohlen, auf daß ihr begreifen möget.“

Im obigen Vers sehen wir ausschließlich schwere Sünden und Verbote, welche der Mensch zu unterlassen hat. Man soll ihm nichts beigesellen, man soll seine Kinder nicht aufgrund der Armut töten, auch soll man sich nicht der Abscheulichkeit (Unzucht) nähern. Also alles Verbote, die man nicht tun soll, aber wir sehen, mitten im Text heißt es, dass man gütig zu den Eltern sein soll. Also inmitten dieser Verbote ist eine Aufforderung. Dieses Stillmittel bzw. diese Aufforderung, welche man zwischen all den großen Sünden legt, zeigt die Wichtigkeit dieser Aufforderung, sprich der Güte gegenüber den Eltern. Und alles andere, außer dem gütigen Umgang, wäre zu vergleichen mit einer dieser schlimmen großen Sünden, vor denen gewarnt wird.

  1. Beispiel فروق اللغويه(Furuq allughawiya)

Es wird im Koran mal das Wort «الأبوين» (Abawayn) für die beiden Elterteile genutzt, welches die Betonung auf den Vater legt.
Dies wird im Kontext des Erbens bzw. generellen administrativen Kontext genutzt.
In diesem Beispiel wollen wir die begriffliche Verwendung davon aufzeigen.

So gibt es im Koran den Begriff

Sure 4, Vers11

وَلأَبَوَيْهِ لِكُلِّ وَاحِدٍ مِّنْهُمَا السُّدُسُ مِمَّا تَرَكَ
„Und den Eltern (Abawayn) steht jedem ein Sechstel von dem zu, was er hinterläßt, wenn er Kinder hat“
Dann gibt es den Begriff «الوالدين»(Wilada), welcher auch auf beide Elternteile zutrifft, jedoch die mütterliche Seite hervorhebt.
Diese Verwendung haben wir hingegen im Kontext der Güte gegenüber den Eltern, weil die Mutter mehr Anrecht auf die Güte des Menschen hat und weil der Begriff der (Wilada) den Geburtsvorgang in sich enthält. Um eine Erinnerung an die Güte zu schaffen, wird in der Aufforderung der Güte gegenüber den Eltern genau dieser Begriff genutzt.

So heißt es in der
Sure 31, Vers 11

وَوَصَّيْنَا الإِنسَانَ بِوَالِدَيْهِ حَمَلَتْهُ أُمُّهُ وَهْنًا

„Und Wir haben dem Menschen seine Eltern(Walidan) Güte anbefohlen“

Weiter wie es in Sure 17, Vers 23 heißt
وَقَضَى رَبُّكَ أَلاَّ تَعْبُدُواْ إِلاَّ إِيَّاهُ وَبِالْوَالِدَيْنِ إِحْسَاناً
„Und dein Herr hat bestimmt, daß ihr nur Ihm dienen und zu den Eltern (Walidayn) gütig sein sollt.“

Zusammenfassend
also, wir sehen jedes Mal, wenn der Begriff الأبوين (Abawayn), welcher väterlich datiert ist, vorkommt, ist es im Kontext des Erbens oder Scheidung usw.

Und jedes Mal, wenn es um die Güte gegenüber beider Elternteile geht, wird «الوالدين»(Walidayn) verwendet. Weil es auf die Mutter deutet, welche mehr Anrecht auf die Güte hat und den Begriff des Geburtsaktes enthält.
Fazit:
Wir sehen, wie sehr der Koran auf die Güte gegenüber den Eltern wertlegt, weil diese eine Art Beziehung zu Allah symbolisieren. Sie kleiden uns, ernähren uns sie geben uns Liebe und Zuneigung. Wenn wir unseren Eltern Ehrerbietung erweisen, ist dies eine Form von Gottesdienst, weil wir dankbar sind und diese Dankbarkeit ist die Vorstufe des Dankbarkeitsgefühl, welches wir Allah gegenüber verspüren sollten, welcher uns mit unseren Eltern versorgte.
Und das Faszienerende ist, dass der Prophet Muhammed als Vollweise aufwuchs, sprich ohne Eltern, deswegen wäre er niemals in der Lage gewesen diese zwischenmenschliche subtile Erfahrung nachzuvollziehen, auf diese einzugehen und sie zu artikulieren, wenn er der Verfasser des Korans gewesen wäre.
Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass der Koran nicht aus der Schreibfeder Mohammeds stammt.
Darüber hinaus wird im Koran nicht ein einziges Mal erwähnt, dass die Eltern gütig zu ihren Kindern sein sollen. Der Grund dafür ist, dass Allah solch eine Selbstverständlichkeit nicht erwähnen braucht, weil der gütige Umgang.

Quelle

Tahir Ibn aschour, A Tahrir w Tanweer.

Der prophetische Umgang mit Seuchen und Epidemien

Der prophetische Umgang mit Seuchen und Epidemien

Als im 18. Jahr nach der Hijra im Gebiet des heutigen Palästinas eine Seuche ausbrach, handelten die Gefährten des Gesandten auf Basis der prophetischen Anweisung: Wenn sie (die Pest) in einem Land/einer Gegend ausbricht, in dem ihr seid, so verlasst es nicht. (Und wenn ihr hört), dass sie in einem Land ausgebrochen ist, so betretet es nicht. (Sahih Al-Bukhari)

Das Wunder, das sich in diesem Hadith widerspiegelt, besteht in dem Verbot, die von der Epidemie betroffene Gegend zu verlassen, selbst wenn es sich um eine nicht infizierte Person handelt. Schließlich ist es zwar logisch und war sicher auch zur damaligen Zeit nachvollziehbar, ein betroffenes Gebiet nicht zu betreten. Hingegen ist der Grund dafür, eine augenscheinlich gesunde Person an der Flucht zu hindern, unklar und rein rational nicht erklärbar. Im Gegenteil, die natürliche und logische Reaktion des Menschen bestünde darin, vor der Krankheit und einer Ansteckung zu fliehen.

Die Weisheit hinter dieser prophetischen Anweisung wurde erst viel später mit dem medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritt deutlich. Somit besteht heute Konsens unter den Medizinern, dass eine Person innerhalb eines Seuchengebietes zwar selbst gesund sein mag, gleichzeitig aber als Träger (Wirt) für Viren, Keime und Krankheiten dienen kann. Um die Übertragung zu verhindern, wird heute weltweit das Prinzip der Quarantäne angewandt, das exakt dem entspricht, was unser Prophet (s) bereits vor über 1.400 Jahren befahl, welcher kein Virologe war noch Risikomanagment studierte.

Allah sprach die Wahrheit, als er seinen Propheten mit folgenden Worten beschrieb: „Und er redet nicht aus (eigener) Neigung. Es ist vielmehr eine Offenbarung, die (ihm) eingegeben wird.“ (Sure 53 Vers 2-3)

Zeitlose Normen

Zeitlose Normen

In diesem Beitrag werden wir auf die Gesetze bzw. Normen eingehen, die im Koran aufgeführt sind. Mit anderen Worten diejenigen, mit welchen der Prophet Muhammad (s) kam, welche beinahe unzählbar und von tiefer Weisheit durchströmt sind. Wir sehen, dass der Islam Privatangelegenheiten, beispielsweise wie Mann und Frau ihren Beischlaf praktizieren, die Etikette beim Toilettengang bis hin zum Verhalten bei politischen Abkommen zwischen zwei Ländern, erwähnte.
Führen wir uns noch einmal vor Augen, dass es zu der Zeit des Propheten (s) auf der arabischen Halbinsel weder eine Bibliothek noch eine ordentliche Regierung gab. Es waren lediglich Beduinen, welche nach einem primitiven, dörflichen Kodex lebten und zudem keinen Hauch von filigraner Gesetzgebung besaßen.

Im Normalfall entstehen Gesetze innerhalb einer Zivilisation durch Menschen, die an einem Ort zusammenkommen und folglich Regeln & Normen für das geregelte Zusammenleben benötigen, welche durch Entwicklung der Gemeinschaft, der Arbeits-, Vermögens- und Familienverhältnisse usw. ausgebaut werden. Produktion, Bildung und eine gewisse Art von Infrastruktur sind maßgebend für die Herausbildung eines funktionierenden Rechts. Anhand der erwähnten Punkte lässt sich sagen, dass durch das Miteinander und nach vielen Versuchen ein Gesetz bzw. eine Konstitution entsteht.
Wenn wir nun überlegen, dass all diese Voraussetzungen auf der arabischen Halbinsel nicht vorhanden waren, die Menschen bei Problemen zum Dorfältesten gingen und es eine ausgeprägte Form von Clan-Mentalität gab, welche die Denkweise der Menschen stark beeinflusste, muss man sich die Frage stellen, woher der Prophet Muhammad (s) respektive der Koran dieses ausgeklügelte Normensystem hat, welches heute im 21. Jahrhundert noch das Leben der Menschen in vielen Teilen der Erde bestimmt.

Wir wollen nun einige Beispiele anführen, um zu zeigen, wie dieses Gesetz, welches der Koran enthält, die patriarchalische Stammeskultur revolutioniert hat und Gesetze bzw. Normen brachte, von denen die Menschheit bis in die heutige Zeit Nutzen zieht. Der Prophet Muhammad (s) hätte der größte lebende Jurist gewesen sein und die Geschichte des Rechts kennen müssen, um von sich selbst aus mit so einem durchdachten System zu kommen.
Bei einem Kongress, welcher 1954 in Wien stattfand wurde gesagt, dass diese koranische Legislative geschafft hat, was keine andere davor und danach zu tun vermochte.

Die Revolution des Strafrechts

In der vorislamischen Zeit war es der Fall, dass wenn eine Person von einem gewissen Stamm getötet wurde, der Stamm aus einer Racheaktion heraus Mitglieder des anderen Stammes getötet hat, ohne dabei darauf zu achten, wen sie töten. Es war ihnen schlicht egal, wer der Täter war. Darüber hinaus töteten sie oft mehr als nur einen. Sie hatten dafür einen Slogan, der da lautete: „Das Töten ist nützlicher für jemanden, der getötet wurde”. Dann wurde ein Koranvers offenbart, welcher sowohl von der Rhetorik als auch vom Inhalt her überlegen war.

Sure 2, Vers 179

„In der Wiedervergeltung liegt Leben für euch, o die ihr Verstand besitzt, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget.”

Durch diesen Vers wurde festgelegt, dass nur eine Person – nämlich der Mörder – zu Gericht gezogen werden soll anstatt einer willkürlich größeren Anzahl wie es sonst üblich war. Und der Koran beschrieb diesen Vorgang indem er sagte, dass darin „Leben“ liege, also die Wörter der vorislamischen Araber, nämlich die des Tötens, durch Wörter des Lebens ersetzt wurden. Die Philosophie dahinter ist, dass es bei Strafen darum geht, die Gesellschaft zu einem sicheren Leben zu führen. Dieses Prinzip spiegelt exakt den heutigen Zeitgeist wider. In den zivilisierten Gesellschaften herrscht ein Gesetz der Gerechtigkeit, wohingegen in unzivilisierten Gesellschaften Dorfgemeinschaften existieren, welche noch heute in vielen Teilen der Erde die Praxis des Vergeltungsschlags in Form eines Mehrfachmordes an unschuldigen Menschen durchführen.

Die Revolution des Erbrechtes

Es war in vielen Kulturen und Religionen so, dass die Frau nichts erbte.
Dies war bei den arabischen Götzendienern nichts anderes. Im Gegenteil, sie wurde vererbt in etwa wie man heute einen Gegenstand vererbt. Jedoch nur so lange, bis der Islam kam und diesen Zustand korrigierte.

Sure 4 „Die Frauen“

„Den Männern steht ein Anteil von dem zu, was die Eltern und nächsten Verwandten hinterlassen, und den Frauen steht ein Anteil von dem zu, was die Eltern und nächsten Verwandten hinterlassen, sei es wenig oder viel – ein festgesetzter Anteil.“

Das Verbot des Alkohols

Der Alkohol war damals bei den Mekkanern nicht aus der Gesellschaft wegzudenken, genauso wie es heutzutage vielerorts ein fester Bestandteil der Kultur ist. Es gleicht fast schon einem Fundament, ob es Fußballspiele, Konzerte, Weihnachtsfeiern oder Grillabende sind, bei all diesen Aktivitäten ist der Verzicht von Alkohol kaum vorstellbar.
Bei dem Mekkanern war es sehr ähnlich, Alkohol spielte eine große Rolle in der Kultur.
Es ist ein Wunder an sich, dass der Koran es geschafft hat, Alkohol zu verbieten. Vor allem, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die Prohibition* (siehe unten) damals zur Folge hatte, dass sogar noch mehr Alkohol produziert wurde als vorher.

Dieses Verbot wollen wir hier kurz erläutern.
Der Alkohol würde in drei bzw. vier Schritten verboten. Die Weisheit wird klar, wenn man bedenkt, dass es relativ schwer ist, unmittelbar mit einer Sache aufzuhören, wenn man süchtig danach ist. Es findet aus diesem Grund erstmal eine gezielte Reduzierung des Konsums des Suchtmittels statt. Hieraus stärkt sich im ersten Schritt der Geist, wodurch der Intellektuelle einsieht, dass sein Handeln falsch ist. Somit ist man in der Lage, von seiner Sucht bzw. schlechten Gewohnheit dauerhaft abzulassen. Dies ist eine vom Koran genutzte Methodik, welche heute in allen Suchttherapien Anwendung findet.

Der erste Vers über den Alkohol war folgender:

Sure 16, Vers 67

„Und (Wir geben euch) von den Früchten der Palmen und der Rebstöcke (zu trinken), woraus ihr euch Rauschgetränk und eine schöne Versorgung nehmt. Darin ist wahrlich ein Zeichen für Leute, die begreifen.“

So wird überliefert, dass einige Prophetengefährten nach diesem Vers sofort aufhörten, Alkohol zu trinken, obwohl er kein explizites Verbot enthält. Da aber Allah die Versorgung mit „schön“ beschrieben hatte und das Wort „Rauschgetränk“ nicht, haben sie dieses subtile, kleine Detail verstanden und dem Alkoholkonsum entsagt.
An diesem Beispiel zeigt sich, wie spitzfindig die Araber waren und über welch natürliche Intelligenz sie verfügten. Dass ausgerechnet diese Menschen keinen Fehler im Koran fanden ist ein für sich stehender Beweis, dass er fehlerfrei ist.

Der zweite Vers:

Sure 2, Vers 219

„Sie fragen dich nach berauschendem Trunk und Glücksspiel. Sag: In ihnen (beiden) liegt große Sünde und Nutzen für die Menschen. Aber die Sünde in ihnen (beiden) ist größer als ihr Nutzen.“

Dies war der Vers, welcher den Menschen klar machte, dass im Alkohol sowohl Schaden als auch Nutzen liegt.

Der dritte Vers:

Sure 4, Vers 43

„O die ihr glaubt, nähert euch nicht dem Gebet, während ihr trunken seid, bis ihr wisst, was ihr sagt, noch im Zustand der Unreinheit – es sei denn, ihr geht bloß vorbei –, bis ihr den ganzen (Körper) gewaschen habt.“

Dies war das Verbot, im betrunkenen Zustand zu beten.

Der vierte Vers

Sure 5, Vers 90

„O die ihr glaubt, berauschender Trank, Glücksspiel, Opfersteine und Lospfeile sind nur ein Gräuel vom Werk des Satans. So meidet ihn, auf dass es euch wohl ergehen möge.“

Dieser Vers war das endgültige Verbot des Alkoholkonsums. In einer Überlieferung heißt es, dass es in den Straßen von Medina regelrecht „Alkoholflüsse“ gab, weil alle Menschen ihren Alkohol ausschütteten.

Wir sehen in diesen Versen sehr schön ein stufenartiges Verbot des Alkohols und dass der Schöpfer von Himmel und Erde den Menschen um seines Besten Willen erzieht. Er nimmt sogar Rücksicht auf den persönlichen Zustand eines jeden Menschen, ihn daher stärkt und ihm Zeit gibt, sich von dieser schändlicheren Sache zu entfernen.

Zum Vergleich die Prohibition in Amerika im folgenden Absatz:

Die Prohibition in den Vereinigten Staaten war das landesweite Verbot der Herstellung, des Transports und des Verkaufs von Alkohol durch den 18. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von 1920 bis 1933. Diese Prohibition wurde auch als „The Noble Experiment“ (englisch für „Das ehrenhafte Experiment“) bezeichnet. Unter dem erheblichen Druck der Enthaltungsbewegung schlug der Senat der Vereinigten Staaten den 18. Zusatzartikel am 18. Dezember 1917 vor. Nachdem er von 36 Staaten bestätigt wurde, wurde er am 16. Januar 1919 ratifiziert und trat ein Jahr später in Kraft. Einige Staaten hatten bereits zuvor Prohibitionen durchgesetzt.

Der Volstead Act, der verbreitete Name für den National Prohibition Act, passierte den Kongress trotz des Vetos von Präsident Woodrow Wilson am 28. Oktober 1919. Das Gesetz definierte die berauschenden alkoholischen Getränke. 
Obwohl Alkohol nun verboten war, wurde wenig getan, um das Gesetz durchzusetzen. Die illegale Produktion und Verbreitung von Alkohol breitete sich rasch aus, und die Regierung hatte nicht die Mittel und den Willen, jede Grenze, jeden Fluss oder See und jedes Speakeasy (englisch „Flüsterkneipe“) in Amerika zu überwachen. Allein in New York stieg die Anzahl dieser Flüsterkneipen von 1922 bis 1927 von rund 5.000 auf 30.000. Andere Schätzungen für 1927 gehen sogar von 30.000 bis 100.000 Speakeasy-Clubs aus.

Die Prohibition wurde während der Großen Depression zunehmend unpopulär, insbesondere in großen Städten. Am 23. März 1933 unterzeichnete Präsident Franklin D. Roosevelt ein als Cullen-Harrison Act bekannt gewordenes Gesetz, um den Volstead Act aufzuheben und Herstellung und Verkauf bestimmter alkoholischer Getränke zu erlauben. Am 5. Dezember 1933 hob die Unterzeichnung des 21. Verfassungszusatzes den 18. Zusatzartikel auf.

(Quelle: timenote.info)

Dem Untergang geweiht

Dem Untergang geweiht

In diesem Beitrag wollen wir auf die geschichtliche Erwähnung von untergegangen Völkern eingehen, welche als Mahnmal fungieren. Diese Ruinen der früheren Völker sollten den Quraisch also den mekkanischen Götzendienern, welche sich gegen die Muslime und den Propheten ﷺ auflehnten, eine Lehre sein.
Diejenige Lehre, wie doch das Ende der vorigen Völker war, welche sich gegen ihren Propheten auflehnten. Die Araber kannten die Geschichten vom Propheten Ṣālīh und seinem Volk Thāmūd oder die Geschichte von Lot.

Sure 30, Vers 9

أَوَلَمْ يَسِيرُوا فِي الأَرْضِ فَيَنظُرُوا كَيْفَ كَانَ عَاقِبَةُ الَّذِينَ مِن قَبْلِهِمْ كَانُوا أَشَدَّ مِنْهُمْ قُوَّةً وَأَثَارُوا الأَرْضَ وَعَمَرُوهَا أَكْثَرَ مِمَّا عَمَرُوهَا وَجَاءَتْهُمْ رُسُلُهُم بِالْبَيِّنَاتِ فَمَا كَانَ اللَّهُ لِيَظْلِمَهُمْ وَلَكِن كَانُوا أَنفُسَهُمْ يَظْلِمُونَ
„Sind sie denn nicht auf der Erde umhergereist, so dass sie schauen (konnten), wie das Ende derjenigen war, die vor ihnen waren? Sie hatten eine stärkere Kraft als sie, pflügten und bevölkerten das Land noch mehr, als sie es bevölkerten. Und ihre Gesandten kamen zu ihnen mit den klaren Beweisen. Aber nimmer ist es Allah, der ihnen Unrecht getan hat, sondern sie selbst haben sich Unrecht zugefügt.“

Die klassischen Koran-Exegeten erwähnen hier, dass Allah die die Götzendiener von Mekka auffordert, auf der Erde einher zu gehen, nachzudenken. Sie sollen eine Lehre daraus zu ziehen, wie das Ende vor der Menschen vor ihnen war, welche hochentwickelte Zivilisationen hatten, architektonische Meisterleistungen besaßen und sich zum Höhepunkt der damaligen Gesellschaften hoch arbeiteten.

All dies schützte sie trotzdem nicht vor dem Untergang.
Im selben Vers heißt es danach: „Sie hatten eine stärkere Kraft als sie.“ Gemeint ist hier, dass diese Gesellschaften den Mekkanern militärisch überlegen waren, also was die Größe der Arme und das Waffenarsenal angeht.

Danach sagt Allah: „Sie pflügten und bevölkerten das Land noch mehr, als sie (die Mekkaner) es bevölkerten“, d.h. im Sinne von Landwirtschaft. Denn das Wort „pflügten“, deutet sowohl auf die Ökonomie, als auch auf die Bebauung und Produktion hin. Darüber hinaus kann auch der Rohstoffabbau gemeint sein, sprich das Extrahieren von Rohstoffen aus der Erde, wie Erdöl, Metalle usw., wie es Abū ʿUbaida (gest. 209 n.H.) in [Maǧāz al-Qurʾān] sagte.

Wir sehen diese kulturgeschichtliche Nuance in diesem Koranvers Vers, welcher eine Zusammenfassung des Bestrebens von Zivilisationen darstellt. Diese galt als Drohung für die Quraisch, denn selbst die fortgeschritteren und stärkeren Zivilisationen konnten sich vor dem Untergang nicht schützen.
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Viele Zivilisationen glaubten durch die hohe Bevölkerungsanzahl, der Militärmacht und Produktion unsterblich zu sein. Trotzdem ist jede Zivilisation dem Untergang geweiht.

Rhetorisches

Einen sehr interessanten Punkt erwähnt Maḥmūd b. Ḥamza al-Kirmānī in [Mutaschābih al-Qurʾān] hinsichtlich der Satzkonstruktionen von

Sure 6, Vers 11,
ثُمَّ انْظُرُوا كَيْفَ كَانَ عَاقِبَةُ الْمُكَذِّبِينَ

Sure 16, Vers 36,
فَانْظُرُوا كَيْفَ كَانَ عَاقِبَةُ الْمُكَذِّبِينَ

und Sure 30, Vers 9.
فَيَنظُرُوا كَيْفَ كَانَ عَاقِبَةُ

Die deutsche Übersetzung für diese Verse lautet:
„Sag: Reist auf der Erde umher und/ dann schaut, wie das Ende der Leugner war.“

Das Wort „ṯumma ثُمَّ“ wird in den Koranübersetzungen mit „und“ oder „dann“ übersetzt. In der arabischen Sprache hat es jedoch eine viel stärkere Aussagekraft: Es vermittelt einen Zeitabstand und dient als Einleitung in den nächsten Satz.
Der Buchstabe „fa فَ“, der in den zweit- und drittgenannten Koranversen vorkommt, hat die Funktion unmittelbar in das Verb zu münden.
Nochmal zum Vergleich فَانْظُرُوا und ثُمَّ انْظُرُوا.

Der zeitliche Abstand durch „ṯumma“ dient der Besinnung bzw. das Nachdenken über den Untergang der vorigen Völker. Warum wurde hier „ṯumma“ verwendet und nicht das „fa“? Nur in Sure 6 (al-Anʿām) kommt nämlich „ṯumma“ vor.

Grund ist der Kontext: In Sure 6 wurde die Strafe für die Völker beschrieben, während es bei den anderen beiden Koranversen nicht der Fall ist und zwar in Vers 6.

Sure 6, Vers 6

أَلَمْ يَرَوْا كَمْ أَهْلَكْنَا مِن قَبْلِهِم مِّن قَرْنٍ مَّكَّنَّاهُمْ فِي الأَرْضِ مَا لَمْ نُمَكِّن لَّكُمْ وَأَرْسَلْنَا السَّمَاء عَلَيْهِم مِّدْرَارًا وَجَعَلْنَا الأَنْهَارَ
تَجْرِي مِن تَحْتِهِمْ فَأَهْلَكْنَاهُم بِذُنُوبِهِمْ وَأَنشَأْنَا مِن بَعْدِهِمْ قَرْنًا آخَرِينَ
„Haben sie nicht gesehen, wie viele Geschlechter Wir vor ihnen vernichteten, denen Wir auf der Erde eine feste Stellung verliehen hatten, wie Wir sie euch nicht verliehen haben, und auf die Wir den Regen ergiebig (hinab)sandten, und unterhalb derer Wir Flüsse strömen ließen? Und da haben Wir sie für ihre Sünden vernichtet und nach ihnen ein anderes Geschlecht entstehen lassen.“

Deswegen müsste man sinngemäß den Koranvers wie folgt übersetzen: „Sodann denkt nach und lasst euch dabei Zeit diese ganzen erwähnte Szenarien zu analysieren (ṯumma) und zu einem Schluss zu kommen“.

Durch den Kontext bzw. die Erwähnung der Straf(en) hat dies eine unmittelbare Auswirkung auf den Syntax (ṯumma statt fā). Es visualisiert das Szenario und man soll tiefgreifender darüber nachdenken.

Bei der Verwendung von „فَانْظُرُوا“ („und schaut (bedenkt)“) ist dies nicht der Fall. Dort wird lediglich durch das erblickte zu bedenken gegeben, also eine schnellere Charakteristik, da in diesem Kontext der Verwendung keine detaillierte Beschreibung der Vernichtung erwähnt wird.

Ein weiter Punkt der Rhetorik in diesem Vers ist die Verwendung des Begriffes عاقبة (Das Ende), welches im Koran weiblich oder auch männlich vorkommt. كَانَ عَاقِبَةُ ist die maskuline Form und كانت عاقبة ist die feminine mit einem extra ت.

Wenn wir den Kontext des Vorkommens der männlichen und weiblichen Versionen dieses Wortes „Betrachten“ stellen wir fest das die männliche Version des Wortes wie sie in unserem Vers vorkommt nur im Zusammenhang mit der Strafe erwähnt wird, also das Ende, das ein Sinnbild für die Strafe darstellt, ist maskulin, weil die Strafe einen kraftvolle Charakteristik besitzt, welche sich deswegen durch die Verwendung des Maskulins definiert.

Jedes Mal wenn der Begriff „Ende“ im feminin genutzt wird (كانت عاقبة), ist hier mit dem „Ende“ das Paradies gemeint, welches eine schönen, weichen, versorgenden Charakter besitzt. Deswegen wird hier das feminine benutzt, welche all diese Charakteristiken ausstrahlt, um diese Bildlandschaft zu vermitteln.

(وَأَمْطَرْنَا عَلَيْهِمْ مَطَرًا فَانْظُرْ كَيْفَ كَانَ عَاقِبَةُ الْمُجْرِمِينَ (84) الأعراف)
„Und Wir ließen einen Regen auf sie niedergehen. So schau, wie das Ende der Übeltäter war!“

(فَانْظُرْ كَيْفَ كَانَ عَاقِبَةُ الْمُنْذَرِينَ (73) الصافّات
„So schau, wie das Ende der Gewarnten war.“

Jetzt im folgenden Vers ist das „Ende“ feminin und so wurde es mit Wohnstätte bzw. Paradies übersetzte.

قُلْ يَا قَوْمِ اعْمَلُواْ عَلَى مَكَانَتِكُمْ إِنِّي عَامِلٌ فَسَوْفَ تَعْلَمُونَ مَن تَكُونُ لَهُ عَاقِبَةُ الدِّارِ إِنَّهُ لاَ يُفْلِحُ الظَّالِمُونَ
„Sag: O mein Volk, handelt nach eurer Stellung! Ich werde ebenfalls (so) handeln. Dann werdet ihr (noch) erfahren, wem die letztendliche Wohnstätte (عَاقِبَةُ) gehören wird. Gewiss, den Ungerechten wird es nicht wohl ergehen.

Wir sehen die exakte Verwendung der Nutzung von feminin und maskulin:

maskulin: Zustände der Warnung und Angst
feminin: Hoffnung, Freude, Sehnsucht

Die Symbolik (Bedeutungen) von Ruinen und dessen geschichtliche Entstehung

Eine im Koran immer wieder Aufforderung, welche Allah den Menschen anordnete, ist das Einhergehen auf der Erde und um zu schauen, wie das Ende der vorigen Zivilisationen war bzw. das Ende der Menschen vor ihnen.
Der psychologische Effekt der Erwähnung, dieser Geschichten ist, dass die mekkanischen Götzendiener eine Lehre aus dieser Geschichte ziehen und gewarnt sein sollten. Denn das, was die Völker vor innen untergehen ließ, war, dass Sie ihre Propheten der Lüge bezichtigten. Letztendlich geschah das mit ihnen, wovor der Koran sie warnte. Sie wurden besiegt und zu einer Anekdote in den Geschichtsbüchern.

Ob Ägypter, Römer oder Maya – noch jede Hochkultur erlebte bislang ihren Niedergang. Laut einer Studie könnte unsere Zivilisation dasselbe Schicksal ereilen. Doch ein genauerer Blick zeigt: Jeder Kultur-Kollaps hat seine eigenen Gesetze.
Ewig schien es und unerschütterlich – und doch ging das römische Imperium schließlich unter. Die Hochkultur der Maya, von der noch heute die Ruinen mächtiger Pyramiden und Paläste zeugen, erlebte vor mehr als 1000 Jahren einen dramatischen Niedergang. Und bereits vor über vier Jahrtausenden war im alten Ägypten ein Reich ins Chaos gestürzt, dessen Pharaonen mit bis dahin unbekannter Pracht und Machtfülle geherrscht und Weltwunder wie die mächtigen Pyramiden von Gizeh erbaut hatten.
Es scheint ein unumstößliches Gesetz der Geschichte zu sein, dass komplexe Gesellschaften und selbst die mächtigsten Reiche irgendwann zusammenbrechen. Auch unserer eigenen Zivilisation könnte ein ähnliches Schicksal drohen – das legt zumindest eine kürzlich erschienene, von der NASA mitfinanzierte Studie nahe. Sie behauptet, dass es ein allgemeines Muster des Untergangs gibt: Wenn eine Gesellschaft die vorhandenen natürlichen Ressourcen übermäßig plündere und zugleich in eine reiche Elite und arme Massen gespalten sei, führe das unweigerlich zum Kollaps. Denn die Leute an den Hebeln der Macht wären als letzte von den Folgen der Krise betroffen und würden es deshalb versäumen, rechtzeitig umzusteuern.

Sie haben eigene Sprachen entwickelt, beeindruckende Kunstwerke und Gebäude geschaffen: frühe Hochkulturen. Ob die Pyramiden der Ägypter oder die Tempel der Maya, für uns ist es heute unbegreiflich, wie Menschen mit einfachen Mitteln solche imposanten Bauwerke erschaffen konnten. Bauwerke die wir noch heute, Jahrhunderte später, bestaunen können. Diese Völker waren fortschrittlicher als ihre Zeitgenossen und dennoch sind sie verschwunden.

Betrachtet man den Untergang verschiedener Hochkulturen, scheint dieser oft dieselben Ursachen zu haben. Durch den erreichten Wohlstand kommt es zu einem Bevölkerungswachstum. Daraus folgt ein erhöhter Bedarf an Ressourcen. Häufig folgt darauf eine Dürreperiode, welche teilweise durch Rodung selbst verursacht wurde. Die Bevölkerung kann dann nicht mehr ausreichend versorgt werden.

Die Maya

Die große Zeit der Maya begann etwa 400 n.Chr. und endete um 900 nach Christus. In dieser Zeit lebten zehntausende Menschen in den Siedlungen rund um Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras und El Salvador. Um 900 n.Chr. verschwanden die Maya. Grund dafür sind drei Faktoren: Krieg, Abholzung und eine Dürreperiode.
Dabei hatte die Maya sogar ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem um ihre Versorgung zu sichern.

In der Maya Stadt Tikal sollen während der Blütezeit etwa 50.000 Menschen gelebt haben. Um so viele Menschen versorgen zu können, werden viele Ressourcen für die Nahrung und Erhalt der Lebensqualität benötigt. Dafür legten die Bewohner der Stadt große Gärten an, in denen sie mit Bohnen, Mais, Kürbis und Süßkartoffel anpflanzten.

Um die großen Flächen zu bewässern, wurden Kanäle und Stauseen angelegt. Durch die Stauseen wurden die Felder in regelmäßigen Abständen geflutet. Leider ließ dieses statische System keine Möglichkeiten um auf eine Dürre zu reagieren.
Ohne regelmäßige Regenfälle konnten die Felder nicht ausreichend bewässert werden. Die Maya begannen die Städte zu verlassen und die Hochburgen gerieten in Vergessenheit.

Die Steinstatuen „Moai“ auf den Osterinseln

Als die Polynesier die Osterinseln fanden, war die Insel komplett mit Palmen Wäldern bedeckt. Sie reisten mehr als 3000 km auf Holzbooten über das offene Meer und entdecken dieses Paradies.
Im Jahr 1722, bei der Entdeckung durch holländische Seefahrer, gab es auf der gesamten Insel keine Palmen mehr.

Die Insel war überbevölkert, bis zu 15.000 Menschen sollen dort gelebt haben. Um diese vielen Menschen zu ernähren wurden unter anderem sämtliche Vogelarten auf der Insel ausgerottet.
Die Bewohner hatten die komplette Insel abgeholzt und sich damit selbst die Lebensgrundlage genommen. Der Boden wurde ohne die Palmen unfruchtbar und eignete sich nicht mehr für den Anbau von Pflanzen.
Warum sie so massiv Holz abbauten ist noch nicht sicher. Es gibt verschiedene Theorien, wie die, dass sie Holz für den Transport der Moai, also der Steinfiguren, brauchten.
Die Folge waren Hungersnöte und Kriege unter den Stämmen. Man vermutet, dass dabei der Stamm, der die geistige Elite bildete, verlor und ausgerottet wurde. Dafür spricht, dass in diesem Zeitraum die Herstellung der Moai stoppte und die bereits bestehenden Steinfiguren umgekippt

Die Ägypter

Das Ägyptische Reich bestand von 305 bis 30 v. Chr.
Noch heute können wir an den riesigen Pyramiden die beeindruckenden Leistungen der alten Ägypter erkennen.

Damals wie heute leben die meisten Ägypter in unmittelbarer Nähe zum Nil. Denn der Nil wird aus gutem Grund als die Lebensader Ägyptens bezeichnet. Der Großteil des Landes besteht aus Wüstenlandschaften, während das Nildelta Nahrung und Wasser bietet.
Durch die regelmäßige Nilschwemme werden die Felder überflutet und der fruchtbare Nilschlamm verteilt. Also ist die Nilschwemme der Grund dafür, dass rund um den Fluss ein vergleichsweise hoher Lebensstandard herrscht.
Als die Nilschwemme ausblieb kam es zu einer Dürre. Die Hungersnot und zahlreiche Seuchen setzten dem fortschrittlichen Volk zu, sodass sie sich letztendlich den Römern ergeben mussten.

Und heute?

Sicher wäre es zu einfach zu sagen, dass diese Völker an drei Faktoren gescheitert sind. Zum Kollaps dieser komplexen Kulturen gehören aber noch mehr Gründe wie: Kriege, schwindende Macht der Herrscher oder ausländische Kolonisten, die Krankheiten einschleppten. Und dennoch spielen die Faktoren wie Überbevölkerung, Ressourcenverbrauch und Klimaveränderungen eine wichtige Rolle.
Vor allem zeigen sie uns, wie gut entwickelt eine Kultur sein und jahrhundertelang bestehen kann – und dennoch plötzlich verschwindet. Durch einen nachhaltigeren Lebensstil hätten Fehler vermieden- und möglicherweise einen Zusammenbruch der Gesellschaft verhindert werden können.
Leider findet man dieselben Faktoren auch in unserer modernen Welt.
Wir haben weltweit ein starkes Bevölkerungswachstum. Aktuell leben 7,6 Milliarden Menschen auf dieser Erde und pro Jahr kommen 80 Millionen Menschen dazu.
Durch unseren rücksichtslosen Umgang mit Ressourcen und unserer Umwelt haben wir uns einen globalen Klimawandel selbst geschaffen.

Es gibt aber auch Völker, die durch Anpassung an die Gegebenheiten bis heute überleben konnten.

Die Insel Tikopia
Seit 900 v.Chr. lebt das Volk der Lapita auf der Insel Tikopia. Etwa im Jahr 1200 kamen Polynesier dazu. Die Bevölkerung stieg also plötzlich stark an. Innerhalb von 100 Jahren wurde beinahe der gesamte Wald der Insel abgeholzt. Die Bewohner reagierten darauf mit einer Geburtenkontrolle, der Einführung einer effektiven Landwirtschaft und geregeltem Fischfang. Um das Jahr 1600 wurden alle Hunde und Schweine auf der Insel getötet, da ihre Versorgung mehr Kalorien verbrauchte, als das Tier brachte.

Die hier wichtigste Aussage, die wir festhalten wollen, ist die folgende:

Durch unseren rücksichtslosen Umgang mit Ressourcen und unserer Umwelt haben wir uns einen globalen Klimawandel selbst geschaffen.“ Hierbei handelt es sich um eine Ursache für den Untergang.

Sure 17, Vers 15

وإذا أردنا أن نهلك قرية أمرنا مترفيها ففسقوا فيها فحق عليها القول فدمرناها تدميرا
„Und wenn Wir eine Stadt zu zerstören beabsichtigen, lassen Wir Unseren Befehl an ihre Wohlhabenden ergehen; wenn sie in ihr freveln, so wird der Richtspruch gegen sie fällig, und Wir zerstören sie bis auf den Grund.“

Allah sagt hier, dass er die wohlhabenden unter den Menschen aufforderte Gutes zu tun, aber sie wandten sich ab. Sie widersprachen dieser Anordnung und strebten weiter nach dem Wohlstand, welcher der Grund für ihren Untergang war. Dies führte letztendlich zur Zerstörung der Gesellschaft.

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Quellen:
Aṭ-Ṭanṭāwī, Tafsīr al-Wasīṭ
Ṭāhir b. ʿĀšūr, Tafsīr at-Taḥrīr wa at-Tanwīr
Dr. Fāḍil as-Samarāʾī, Lamasāt Bayānyyah

Der Untergang von Hochkulturen


https://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/warum-zivilisationen-untergehen-werden-wir-scheitern-wie-die-alten-roemer_id_3738906.html

„Ich bin besser als er“

Koran, Psychologie & Philosophie

Der Mensch ist ein egozentrisches Wesen. Er sieht sich immer im Mittelpunkt und glaubt, dass der Kosmos sich nur um ihn dreht. Diese Einstellung ist bei kleinen Kindern am besten wahrzunehmen. Sie wollen alles haben, weinen wenn ihnen jemand etwas wegnimmt und wollen immer die volle Aufmerksamkeit. Später behalten die Menschen diese Eigenschaften bei, nur lernen sie diese besser zu verdecken und zu kaschieren.

Ich, ich, ich
Egozentrik (lateinisch ego „ich“ und centrum „Mittelpunkt“) bezeichnet die Eigenschaft des menschlichen Charakters, sich selbst im Mittelpunkt zu sehen und, damit meistens einhergehend, eine übertriebene Selbstbezogenheit (nicht zu verwechseln mit Egoismus) und die Neigung, andere Menschen und Dinge beständig an sich selbst und der eigenen Perspektive zu messen.

Mit Egozentrik wird ein „Egozentrismus der Wahrnehmung“ beschrieben, der die Unfähigkeit bezeichnet, sich in die Rolle eines Anderen hineinzuversetzen bzw. die Perspektive eines Anderen anzunehmen, sowie die eigene Sichtweise als eine unter mehreren aufzufassen. Sie ist insbesondere eine Eigenschaft des Kindes und laut Jean Piaget als „ein Mangel an einer Unterscheidung zwischen dem Ich und der äußeren Realität“ definiert. Dieses Durcheinander „führe schließlich zur Vorrangstellung des eigenen Standpunktes“ *1

Diese Vorausstellung des eigenen Standpunktes bzw. des eigenen Ich Themengegenstand des heutigen Beitrags.

Diese Einstellung trug der Satan (Iblīs) in sich, als er die Bevorteilung Adams ihm gegenüber nicht ertragen konnte. Der Neid und sein egozentrisches Wesen ihn dazu führte Unglauben bzw. ungehorsam zu begehen. Denn als Allah ihn anordnete sich für Adam niederzuwerfen, weigerte er sich.

Allah sagt in Sure 7, Vers 12:
„Und Wir haben euch ja erschaffen. Hierauf haben Wir euch gestaltet. Hierauf haben Wir zu den Engeln gesagt: ‚Werft euch vor Ādam nieder!‘ Da warfen sie sich nieder, außer Iblīs. Er gehörte nicht zu denjenigen, die sich niederwerfen.
Er (Allah) sagte: ‚Was hat dich davon abgehalten, dich niederzuwerfen, als Ich (es) dir befahl?‘ Er sagte: ‚Ich bin besser als er. Du hast mich aus Feuer erschaffen, ihn aber hast Du aus Lehm erschaffen.‘“

Durch die Schöpfungsgeschichte erkennen wir die tiefpsychologischen Aspekte des Menschenwesens. Wir erkennen das Elitäre – das Gefühl, das sich beim Satan bemerkbar machte.

Diesen Analogieschluss wandte Iblīs auch an, indem er sagte: „Ich bin besser als er. Du hast mich aus Feuer erschaffen, ihn aber hast Du aus Lehm erschaffen.“
Diese Vorgehensweise ist immer noch in dem Menschen verankert. Denn der Grund dafür dass er besser ist, ist ein materieller gewesen und zwar. dass er aus der Materie des Feuers besteht, welcher, der der „Erde“ überlegen sei.

Die meisten Menschen sehen und beurteilen die Menschen heute noch nach ihren finanziellen Umständen bzw. Verdienst. So sind die angesehensten Leute in der Gesellschaft zumeist diejenigen, welche über der größten Reichtümer verfügen.

Gerade in Zeiten von Konsumgesellschaft. Besitzt jemand einen tollen Sportwagen, ein großes Haus oder teure Designer-Kleidung, sind es gerade doch diese Dinge, durch die er Anerkennung bei den Menschen erhält. Gleichzeitig will sich diese Person mit ihrem Besitz über andere Menschen erheben.

Philosophie
Das „Materielle“ spielt auch in der Philosophie eine zentrale Rolle. Die Philosophie des Materialismus will anhand der Materie „richtig“ und „falsch“, „gut“ und „schlecht“,  „besser“ und „schlechter“ erkennen und definieren..

In der Grundfrage der Philosophie grenzt sich der Materialismus von allen anderen Philosophien ab. Die idealistische Lösung der Grundfrage der Philosophie geht in allen Varianten vom Primat des Bewusstseins gegenüber der Materie aus. Der Materialismus geht davon aus, dass selbst Gedanken, Gefühle oder das Bewusstsein auf Materie zurückgeführt werden können. Er erklärt die den Menschen umgebende Welt und die in ihr ablaufenden Prozesse ohne Gott. In der Gegenwartsphilosophie wird der Begriff „Physikalismus“ oft gleichbedeutend mit „Materialismus“ verwendet. Gegenbegriffe sind der Idealismus, für den nur Bewusstseinsinhalte eigentlich wirklich sind, und der Dualismus, für den das Physische und das Psychische zwei strikt voneinander getrennte, eigenständig existierende Seinsbereiche darstellen.

Die Ursprünge des Materialismus liegen in der griechischen Naturphilosophie. Wichtige Vordenker sind u.a. Thales, Anaximander, Epikur, vor allem aber Leukipp und Demokrit, die Begründer der materiellen Atomistik. Die Naturphilosophen suchten natürliche Erklärungen der Wirklichkeit anstelle der mythologischen. Die Naturphilosophie gilt somit auch als Vorläuferin der modernen Wissenschaft.*2

Die muslimischen Theologen erwähnten genau dieses Prinzip, dass Iblis genau der erste war, der anhand von Materie einen Analogieschluss anwandte, um richtig und falsch zu erkennen. Dieses Ergebnis sah er dann als Wahrheit an. Deswegen stufte er sich höher als Adam ein. Iblis leitete aus der Materie seine eigene Wahrheit ab, dass er besser ist als Adam. Er ignorierte die göttliche Anweisung und diese Vorgehensweise zieht sich wie ein Leitfaden durch die Menschheitsgeschichte. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Wissenschaft die Position Gottes eingenommen hat und nun versucht objektiv zu erklären, was moralisch richtig oder falsch ist.

Inzest aufgrund des Analogieschlusses
Imam al-Alousi, ein großer Koran-Exeget, erwähnte seinem Kommentar zu dem Koranvers als Beispiel das Inzestverbot*3, also als Beispiel der Analogie der Materie.

„Die Strafbarkeit von Inzest wird unter anderem medizinisch und genetisch begründet. Diese Begründung bezieht sich jedoch ausschließlich auf das Risiko, dass beim Geschlechtsverkehr unter nahen Verwandten ein Kind gezeugt wird. Erkenntnisse der Humangenetik und Vererbungslehre lassen darauf schließen, dass Inzucht beim Menschen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Erbkrankheiten massiv erhöht.

Das Inzest-Verbot ist in Paragraf 173 des Strafgesetzbuchs festgeschrieben. Bestraft werden danach leibliche Verwandte und leibliche Geschwister, „die miteinander den Beischlaf vollziehen“. Andere sexuelle Handlungen – also etwa Oralverkehr – sind nicht erfasst.“

Hier sehen wir, dass das der Grund für das Verbot einer ist, der aus der Materie entnommen wurde. Das Kind, das aus Inzucht gezeigt wird, könnte krank sein. Deswegen ist Oralverkehr auch nicht unter Strafe gestellt, weil dadurch kein Kind zeugt wird. Wir erwähnen dieses brisante Extrembeispiel, um aufzuzeigen, wie weit diese argumentative Vorgehensweise führen kann.

Ein weiteres Beispiel, wie sich dieses Hoheitsgefühl, sprich die Arroganz durch die Materie abzeichnet, finden wir u.a. in der Aussage von Immanuel Kant.

„Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Race [sic] der Weißen. Die gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die Neger sind weit tiefer, und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen Völkerschaften. […] Die Negers von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das Läppische stiege.“
– Immanuel Kant

Er macht aufgrund seiner Rasse sprich Materie denn weißen Mann zur Hoheitsrasse.

Fazit
Wir sehen wie die Schöpfungsgeschichte wichtige Prinzipen über die menschliche Psyche verrät. Durch diesen falschen Analogieschluss entstanden Aussagen, dass die Natur Gott sei. Und jeder der ihm folgte aus diesem Wege.

Ebenso sehen wir, wie der Mensch diese Formel selbst anwendet, um sein eigenes Ego in den Vordergrund zu stellen.  Wir sehen auch wie diese Arroganz, die der Satan, in sich trug, der Grund für seinen Untergang war. Die entscheidende Eigenschaft, welche dem Satan fehlte, war die Demut. Die Demut ist der Schlüssel zum Erfolg und die Arroganz ist der Untergang

 

Das Wunder des Gesetzgebung

Das Wunder des Gesetzgebung

In diesem Beitrag werden wir auf die Gesetze bzw. Normen, welche im Koran aufgeführt werden, eingehen. Es wird auch auf unzählige Normen, mit welchen der Prophet Muhammed kam, und auf ihre Weisheit eingegangen. Wir sehen, dass der Islam über intime Angelegenheiten und Themen, beispielsweise wie Mann und Frau ihren Beischlaf praktizieren, über die Netiquette beim Toilettengang bis hin zu über politische Abkommen zwischen zwei Ländern vieles thematisiert.

Wir sollten uns diesbezüglich noch einmal vor Augen führen, dass es zu der Zeit des Propheten keine einzige Bibliothek auf der arabischen Halbinsel gab, darüber hinaus nicht einmal eine Regierung bestand, da einfach nur Bedouinen bestanden, welche nach primitiven dörflichen Kodexen lebten und keine festgesetzte Gesetzgebung besaßen.

In der Regel entstehen Gesetze durch Zivilisation, so kommen Menschen an einem Ort zusammen, wodurch ein Miteinander entsteht. Dieses Miteinander benötigt Regeln bzw. Normen, welche durch Entwicklung der Gemeinschaft, Arbeitsverhältnisse, Vermögensverhältnisse, Familienverhältnisse usw. ausgebaut werden. Produktion, Bildung und eine gewisse Art von Infrastruktur sind für die Entstehung von Rechten bzw. Gesetzen maßgebend. Durch diese erwähnten Punkte entsteht ein Gesetz bzw. eine Konstitution nach einem Miteinander und vielen Versuchen.

Wenn wir nun überlegen, dass all diese erwähnten Punkte auf der arabischen Halbinsel nicht vorhanden waren und Menschen bei Problemen zum Dorfältesten gingen und es eine Form von Clan-Mentalität gab, welche die Denkweise der Menschen beeinflusste, müsste man sich fragen, woher der Prophet Muhammed bzw. der Koran Informationen zu diesem ausgeklügelten Normensystem, welches heute im 21. Jahrhundert das Leben der Menschen in vielen Teilen der Erde beherrscht, haben konnte.

Wir wollen nun einige Beispiele anführen, um zu zeigen, wie dieses Gesetz, welches der Koran enthält die patriarchalische Stammeskultur revolutioniert hat und Gesetze bzw. Normen beschrieb, von welchen die Menschheit bis heute noch einen Nutzen ziehen. Der Prophet Muhammed hätte der größte lebende Jurist gewesen sein müssen und die Geschichte des Rechts wissen müssen, um solch ein ausgeklügeltes System aus eigenem Verstande zu erstellen.

Bei einem Kongress, welcher 1954 in Wien stattfand, wurde gesagt, dass diese koranische Legislative geschaffen hat, was keine andere zuvor und danach schaffen konnte.

Die Revolution des Strafrechts
In der vorislamischen Zeit war es üblich, wenn eine Person von einem gewissen Stamm getötet würde, dass der Stamm aus einer Racheaktion heraus Gegner des anderen Stammes getötet wurden, ohne dabei darauf zu achten, wen sie töteten. Es war ihnen gleichgültig, wer der Täter war. Darüber hinaus töten sie mehr als nur einen Gegner, nämlich mehrere Personen. Sie hatten dafür einen Slogan, welcher wie folgt lautete: “das Töten ist nutzvoller für jemanden, der getötet wurde”. Dann kam der Koran mit folgendem Vers, welcher in seiner Rhetorik besser gestaltet und auch inhaltlich besser verfasst wurde.

Sure 2 Vers 179: „In der Wiedervergeltung liegt Leben für euch, o die ihr Verstand besitzt, auf daß ihr gottesfürchtig werden möget“.

Mit diesem Vers wurde festgelegt, dass nur eine Person, anstatt einer großen Anzahl an Personen, wie es der Fall war, zur Rechenschaft gezogen werden soll und dass bezüglich des Mörders nicht willkürlich jemand vor Gericht gebracht und des Mordes beschuldigt werden sollte. Der Koran beschrieb diesen Vorgang, indem er beschrieb, dass darin „Leben lege“, also die Wörter der vorislamischen Araber des Toten, wurden durch Wörter des Lebens ersetzt und der Sinn dahinter ist, dass es bei erlaubten Strafen darum geht, dass die Gesellschaft ein sicherer Leben führen kann. Dieses Prinzip spiegelt genau den heutigen Zeitgeist wieder, in zivilisierten Gesellschaften herrscht ein Gesetz der Gerechtigkeit, wohingegen in nicht zivilisierten Gesellschaften Dorfgemeinschaften bestehen, welche bis heute noch in vielen Teilen der Erde Praktiken des Vergeltungsschlages eines Mehrfachmordes an unschuldigen Menschen durchführen.

Die Revolution des Erbrechtes
In vielen Kulturen und Religionen war es üblich, dass die Frau nichts erbte.
Dies war bei den arabischen Götzendienern nicht anders, die Frau erbte nichts und wurde ganz im Gegenteil sogar selbst, wie ein Gegenstand, vererbt, bis der Islam kam und diese Gewohnheiten veränderte.

Sure 4, Vers 7:
„Den Männern steht ein Anteil von dem zu, was die Eltern und nächsten Verwandten hinterlassen, und den Frauen steht ein Anteil von dem zu, was die Eltern und nächsten Verwandten hinterlassen, sei es wenig oder viel – ein festgesetzter Anteil.“

Das Verbot des Alkohols
Der Alkohol war damals bei den Mekkanern nicht aus der Gesellschaft wegzudenken, genau wie es heute in vielen Gesellschaften Teil der Kultur bzw. eine Selbstverständlichkeit ist, vor allem beim Fußball spielen, bei Konzerten, Weihnachtsfeiern oder Grillabenden usw. In allen möglichen Situationen und zu verschiedenen Anlässen wird Alkohol konsumiert.

Bei dem Mekkanern war es ähnlich, Alkohol spielte eine große Rolle in der Kultur.
Deswegen war es ein Wunder an sich, dass der Koran den Alkohol verboten hat, vor allem wenn man sich anschaut, was die Prohibition damals für Folgen hatte, sodass teilweise mehr Alkohol als vorher produziert wurde.
Dieses Verbot wollen wir hier kurz schildern.

Der Alkohol wurde in drei bzw. vier Schritten verboten und die Weisheit dahinter ist, wenn man süchtig nach einer Sache ist, ist es relativ schwer, von heute auf morgen, damit aufzuhören. Es findet erstmal eine Reduzierung des Konsums statt, dann werden andererseits auch der Geist und der Intellekt gestärkt, indem eingesehen wird, dass eine Sache oder der Konsum für den Körper falsch bzw. ungesund ist. Dadurch ist man in der Lage, von seiner Sucht bzw. schlechten Angewohnheit abzulassen. Dies ist eine vom Koran genutzte Methodik, welche heute in allen Suchttherapien praktiziert wird.

Der erste Vers über Alkohol
Sure 16, Vers 67:
„Und (Wir geben euch) von den Früchten der Palmen und der Rebstöcke (zu trinken), woraus ihr euch Rauschgetränk und eine schöne Versorgung nehmt. Darin ist wahrlich ein Zeichen für Leute, die begreifen.“

So wird überliefert, dass einige Propheten-Gefährten nach diesem Vers aufhörten, Alkohol zu trinken, obwohl dieser Vers keinen direkten Verbot enthält, aber da Allah die Versorgung mit „schön“ beschrieben hatte und das Wortes „berauschendes“ nicht mit dem Adjektiv „schön“ zu verbinden ist, haben sie diese subtile Sache, dieses kleine Detail, verstanden und es als Grund genug angesehen, den Alkoholkonsum zu unterlassen.
Das ist ein Beispiel, um aufzuzeigen, wie penibel die Araber waren und dass sie über eine natürliche Intelligenz besaßen und dass diese Menschen keinen Fehler im Koran fanden, ist ein Beweis an sich, dass dieses heilige Buch fehlerfrei ist.

Der zweite Vers
Sure 2, Vers 219:
„Sie fragen dich nach berauschendem Trunk und Glücksspiel. Sag: In ihnen (beiden) liegt große Sünde und Nutzen für die Menschen. Aber die Sünde in ihnen (beiden) ist größer als ihr Nutzen.“

Dies war der Vers, welcher den Menschen klar machte, dass sowohl Schande als auch ein Nutzen im Alkohol liegen.

Der dritte Vers
„O die ihr glaubt, nähert euch nicht dem Gebet, während ihr trunken seid, bis ihr wisst, was ihr sagt, noch im Zustand der Unreinheit – es sei denn, ihr geht bloß vorbei –, bis ihr den ganzen (Körper) gewaschen habt.“ Sure 4, Vers 43

Dies war das Verbot, das Gebet betrunken und unrein zu verrichten.

Der vierte Vers
Sure 5, Vers 90:
„O die ihr glaubt, berauschender Trank, Glücksspiel, Opfersteine und Lospfeile sind nur ein Greuel vom Werk des Satans. So meidet ihn, auf daß es euch wohl ergehen möge“

Dieser Vers war das endgültige Verbot des Alkoholkonsums. In der Überlieferung heißt es, dass es in den Straßen von Medina Alkoholflüsse gab, weil alle Menschen ihren Alkohol ausschütteten.

Wir sehen also in diesen Versen sehr schön ein stufenartiges Verbot des Alkohols und dass der Schöpfer des Himmels und der Erde den Menschen zu seinem Besten erzieht und sogar Rücksicht auf den Zustand des Menschen nimmt und ihn daher stärkt sowie ihm Zeit gibt, sich von dieser schädlichen Sache zu distanzieren.

Vergleich der Prohibition in Amerika
Die Prohibition in den Vereinigten Staaten war das landesweite Verbot der Herstellung, des Transports und des Verkaufs von Alkohol durch den 18. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von 1920 bis 1933. Diese Prohibition wurde auch als „The Noble Experiment“ (englisch für „Das ehrenhafte Experiment“) bezeichnet. Unter dem erheblichen Druck der Enthaltungsbewegung schlug der Senat der Vereinigten Staaten den 18. Zusatzartikel am 18. Dezember 1917 vor. Nachdem er von 36 Staaten bestätigt wurde, wurde er am 16. Januar 1919 ratifiziert und trat ein Jahr später in Kraft. Einige Staaten hatten bereits zuvor Prohibitionen durchgesetzt.

Der Volstead Act, der verbreitete Name für den National Prohibition Act, passierte den Kongress trotz des Vetos von Präsident Woodrow Wilson am 28. Oktober 1919. Das Gesetz definierte die berauschenden alkoholischen Getränke.[1]

Obwohl Alkohol nun verboten war, wurde wenig getan, um das Gesetz durchzusetzen. Die illegale Produktion und Verbreitung von Alkohol breitete sich rasch aus, und die Regierung hatte nicht die Mittel und den Willen, jede Grenze, jeden Fluss oder See und jedes Speakeasy (englisch „Flüsterkneipe“) in Amerika zu überwachen. Allein in New York stieg die Anzahl dieser Flüsterkneipen von 1922 bis 1927 von rund 5.000 auf 30.000. Andere Schätzungen für 1927 gehen sogar von 30.000 bis 100.000 Speakeasy-Clubs aus.

Die Prohibition wurde während der Großen Depression zunehmend unpopulär, insbesondere in großen Städten. Am 23. März 1933 unterzeichnete Präsident Franklin D. Roosevelt ein als Cullen-Harrison Act bekannt gewordenes Gesetz, um den Volstead Act aufzuheben und Herstellung und Verkauf bestimmter alkoholischer Getränke zu erlauben. Am 5. Dezember 1933 hob die Unterzeichnung des 21. Verfassungszusatzes den 18. Zusatzartikel auf.