Der „Leiter“ durch Meere und Wege.

Der „Leiter“ durch Meere und Wege.

Der „Leiter“ durch Meere und Wege

Sure 10, Vers 22

هُوَ الَّذِي يُسَيِّرُكُمْ فِي الْبَرِّ وَالْبَحْرِ ۖ حَتَّىٰ إِذَا كُنتُمْ فِي الْفُلْكِ وَجَرَيْنَ بِهِم بِرِيحٍ طَيِّبَةٍ وَفَرِحُوا بِهَا جَاءَتْهَا رِيحٌ عَاصِفٌ وَجَاءَهُمُ
الْمَوْجُ مِن كُلِّ مَكَانٍ وَظَنُّوا أَنَّهُمْ أُحِيطَ بِهِمْ ۙ دَعَوُا اللَّهَ مُخْلِصِينَ لَهُ الدِّينَ لَئِنْ أَنجَيْتَنَا مِنْ هَٰذِهِ لَنَكُونَنَّ مِنَ الشَّاكِرِينَ
فَلَمَّا أَنجَاهُمْ إِذَا هُمْ يَبْغُونَ فِي الأَرْضِ بِغَيْرِ الْحَقِّ يَا أَيُّهَا النَّاسُ إِنَّمَا بَغْيُكُمْ عَلَى أَنفُسِكُم مَّتَاعَ الْحَيَاةِ الدُّنْيَا ثُمَّ إِلَيْنَا مَرْجِعُكُمْ فَنُنَبِّئُكُم بِمَا كُنتُمْ تَعْمَلُونَ
„Er ist es, Der euch auf dem Festland und dem Meer reisen lässt. Wenn ihr dann auf den Schiffen seid und diese mit ihnen bei einem guten Wind dahinfahren und sie froh darüber sind, ein stürmischer Wind darüber kommt, die Wogen von überall über sie kommen, und sie meinen, dass sie rings umgeben werden, (dann) rufen sie Allah an, (wobei sie) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion (sind): „Wenn Du uns nur hieraus rettest, werden wir ganz gewiss zu den Dankbaren gehören!
Aber wenn Er sie gerettet hat, fangen sie sogleich an, ohne Recht auf der Erde gewalttätig zu handeln. O ihr Menschen, eure Gewalttätigkeit richtet sich doch nur gegen euch selbst. (Es ist doch nur) der Genuss des diesseitigen Lebens. Hierauf wird eure Rückkehr zu Uns sein, und Wir werden euch kundtun, was ihr zu tun pflegtet.“

Generelle Bedeutung des Verses

Die Bedeutung dieses Koranverses ist, dass Allah seine Gnaden gegenüber den Menschen erwähnt. Nur Er alleine ist dazu imstande, den Menschen diese Gnaden zu gewähren und kein anderer.
Diese Bedeutung ergibt sich aus dem Satzbau (Syntax), welcher das Personalpronomen „Er“ nach vorne zieht, um eine Exklusivität auszudrücken. Das heißt, dass kein anderer, außer Allah, dieses tut.

Der Begriff „reisen lässt“ (يُسَيِّرُكُمْ = yusayyirukim) im obigen Vers kommt im Arabischen ursprünglich von der Bedeutung „der Erleichterung“. Allah hat also den Menschen das Reisen auf der Erde ermöglicht und durch Transportmittel leicht gemacht.

Es folgt ein Beispiel aus dem hervorgeht, wie Transport ein Pfeiler der Infrastruktur bildet, eine enorme Erleichterung und eine große Gabe für die Menschheit ist.

„Shells jüngstes Kind ist ein Gigant: 488 Meter lang, 75 Meter breit und 600’000 Tonnen schwer. Nach einem Jahr Bauzeit wurde der Flüssiggastransporter Prelude im südkoreanischen Geoje vom Stapel gelassen.“

Dies stellte Allah nur für den Nutzbrauch der Menschen bereit. Er erleichterte ihnen den Transport.
Weiter heißt es im Vers dass „sie“ – die Menschen – sich auf dem Schiff befinden und Allah den Wind anordnete sie dahin zutragen und sie frohen Mutes waren, als dann ein starker beängstigender Wind aufrührte und die gefährliche Wellen von allen Seiten kamen – sprich, ein starker Seegang sie umschlang und die Menschen auf dem Schiff meinten es wäre um sie geschehen, so riefen sie Allah alleine an.

Sie „berufen“ sich erst in Zeiten der Not in den reinen Monotheismus. Nachdem Allah sie dann errettet, kehrten sie wieder zu ihren Gewohnheit zurück.

Rhetorisches

In unserem Vers haben wir viele rhetorische Feinheiten, von denen wir hier Zwei aufzählen wollen.

Einer davon ist die „ilfitfat“, der Perspektivwechsel d.h., dass Allah die Menschen direkt anspricht und plötzlich von der 2. Person in die 3. Person wechselt. Diese Vorkomnisse in der Aya war ein Grund für einige Orientalisten zu behaupten, dass der Koran sprachliche Fehler hat. Wir zeigen nun den Vers hier auf.

Der Vers

Er ist es, der euch auf dem Festland und dem Meer reisen läßt. Wenn ihr dann auf den Schiffen seid und diese mit ihnen bei einem guten Wind dahinfahren und sie froh darüber sind, ein stürmischer Wind darüber kommt, die Wogen von überall über sie kommen, und sie meinen, ….

Im obigen Vers heißt es „euch“ und „wenn ihr dann“. Daraufhin wird plötzlich in die 3. Person abgedriftet „Ihnen“ und „und sie froh darüber sind.“ Es müsste in beiden Fällen „ihr“ heißen, damit die zweite Person beibehalten wird. Warum also dieser Wechsel?

In der Rhetorik gibt es eine Regel, welche besagt, dass der Wechsel von der 2. in 3. Person und andersrum stattfindet, um eine gewissen Bedeutung auszudrucken und um den Leser wachzurütteln und geistig in den Denkprozess mit einzubeziehen.

Die Bedeutungsebene, warum es in diesem Fall Allah von der direkten Ansprache – sprich, die 2. Person – in die 3. gewechselt ist, ist Folgender:

Nachdem das Schiff abgelegt hat, spricht Allah über diese Leute in dem Schiff in der 3. Person, um aufzuzeigen, dass sie sich nun entfernen und auf die Meere hinaussegeln.

Diese Entfernung wird in der Verwendung des Wechselns in die 3. Person festgehalten, welche eine Distanz bzw. Entfernung aufzeigt. So sehen wir, wie der Koran rhetorische Stilmittel nutzt, um Bildlandschaft in den Verstand der Leser zu projizieren. Nämlich in dem Fall das Bild eines auf die weiten Meere auslaufendes Schiffes, welches nur mit der Gabe des göttlichen Windes möglich ist. Dieses Ablegen und Entfernen, ist in diesem Perspektivwechsel festgehalten.

Dieses Prinzip war in der Altarabsichen Poesie bekannt, so sagte An-Nabigha Adhubyani
يا دارَ مَيَّةَ بِالعَلياءِ فَالسَنَدِ. أَقوَت وَطالَ عَلَيها سالِفُ الأَبَدِ. وَقَفتُ فيها أُصَيلاناً أُسائِلُها
„Oh Hause der Mayiti (Frauenname) an einem hohen Orte durch den eine hoher Fluss fließt, leer geworden ist Es von dessen Bewohnern……“

Wir sehen in diesem Gedicht, dass er nach dem er das Haus in der 2. Person anspricht, in die 3. Person (Es) wechselt, um auszudrücken, dass der Ort menschenleer geworden ist und dort niemand mehr war, welcher angepsprochen werden könnte.

Die zweite rhetorische Nuance dieses Verses:

Der Wind wird mit einem Adjektiv beschrieben, welches männlich ist.

عَاصِفٌ “ Asifun (maskulin) anstatt عَاصِفٌة asifatun (feminin), welche die zu erwartenden Form wäre, weil der zu beschreibende Wind weiblich ist.

Der Grund dafür, dass er Wind in einem unerwartenden männlichen Adjektiv beschrieben wurde ist,

1. um die Stärke angesteinflößenden Charakters des Windes zu beschreiben, welcher aufeinmal kippte, nachdem es ein guter Wind war. (Das männliche steht für Kraft, Rüdheit. Wohingegen das weibliche auf Milde und Sanftmut deutet.)

2. Um die Plötzlichkeit dieses Windes aufzuzeigen, weil genauso unerwartet wie hier ein männliches Adjektiv als Beschreibung des Windes auftauchte, so tauchte genauso unerwartet der Wind selbst auf.

Spirituelles

Des Weiteren ist dieser gute Wind, welcher nach dem schlechten Wind kommt, eine tiefgründige Parabel. Ein Sinnbild, welche auf das Leben eines Menschen übertragbar ist, dass wenn ihn die Wellen der Sorgen von allen Seiten umringe und er glaubt es sei um ihn geschehen, er in diesem Moment Allah alleine anruft, um ihn aus dieser ausweglosen Situation zu erretten und wenn Allah dies dann tat, verfällt der Mensch in die alten Gewohnheiten zurück und übertretet die Grenzen.

Theologisch und Philosophische Nuance des Verses

Allah schreibt sich hier die Bereitstellung des Transportes bzw. Schöpfung der Transportmittel zu. Das Bereitstellen dieser für die Menschen und darüber hinaus, das Ebnen der Wege, um diese Transportmittel zu nutzen. Diese Gabe ist eine Reflektion seines Namens „Alhedi“ (Der den Weg führende). Er ruft die Menschen dazu auf, diese alltäglichen Dinge wie das Reisen auf den Wegen bzw. auf dem Meere oder heutzutage in der Luft zu beachten und die Nutzbarkeit dieser Gaben in sich hervorzurufen.
Ein Beispiel ist dieses Gefühl von Demut das einem erfasst, wenn man einen 1000-Tonner auf dem Meer sieht, welcher nicht untergeht und wie eine Feder dahin gleitet. Der Koran ruft in seinen Verse immer wieder dazu auf, diese Dinge zu bedenken, welche wir Menschen als selbstverständlich ansehen. Dies ist das Grundprinzip philosophischem Gedenankengutes, denn dies ruft dazu auf, alles zu hinterfragen, nichts als selbstverständlich zu erachten und allem auf dem Grund zu gehen. Die Weisheit das „Wie“ und „Warum“ zu erkennen und zu bedenken. Dazu ruft der Koran auf.

So heißt es in

Sure 55 Vers 24
وَلَهُ الْجَوَارِ الْمُنْشَآتُ فِي الْبَحْرِ كَالأعْلامِ „Und Sein sind (auch) die (hoch)gebauten auf dem Meer fahrenden (Schiffe), wie Berge Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide denn leugnen?“

Und die wichtigste Erkenntniss, welcher der Koran einem liefert ist das „Warum?“ Damit wir Gott huldigen, preisen, Ihn als Schöpfer anerkennen, uns Seiner ergeben und dankbar für diese Gaben sind.

Gesellschaftliches

Unser Vers ist eine Zusammenfassung der Logistik. Jeder der Logistik studiert hat, kennt die Tiefe dieses Verses, welcher im Prinzip eine Zusammenfassung dieser Wissenschaft in wenigen Worten darstellt.
Das Gerät, auf welchem wir diesen Beitrag lesen, erreichte uns entweder auf dem See, Luft oder Verkehrsweg. Darüber hinaus ist alles um einen herum, ob es die Kleidung ist die wir tragen, die Nahrung die wir essen oder das Buch, welches wir lesen. All diese Stoffe und auch zumeist die Produkte erreichen uns von außerhalb auf dem Seeweg. Diese Gaben aber wahrzunehmen tun die wenigsten unter den Menschen.
Laut statista.com seit September 2019 wurden Waren im Wert von 114,2 Milliarden Euro aus Deutschland ausgeführt; der Wert der Einfuhren belief sich auf 93 Milliarden Euro. Siehe auch die Veränderungsraten des Volumens der deutschen Im- und Exporte gegenüber dem Vorjahresmonat.

So heißt es in „Logistik akut stasitia.com“:
„Im Bereich des Güterverkehrs in Deutschland war die Transportleistung aller Verkehrsträger im Jahr 2016 mit rund 660 Milliarden Tonnenkilometern zu beziffern. Der größte Anteil entfiel dabei mit über 470 Milliarden Tonnenkilometern auf straßengebundene Verkehre, gefolgt von dem Transport per Schiene, Binnenschiff und Rohrleitungen. Der Eisenbahngüterverkehr ging im Jahr 2016 um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück, wohingegen im Bereich der Rohrleitungen ein Zuwachs von zwei Prozent zu verbuchen war. Das gesamte Güteraufkommen, welches in Deutschland auf der Schiene befördert wurde, belief sich im Jahr 2016 auf rund 360 Millionen Tonnen.“

Dies sind die Statistiken, welche sich allein um die Zahlen in Deutschland handeln. Wie viel Realitätsgehalt in dem koranischen Vers steckt, dass Allah die Wege zu Land und auf dem Meere dem Menschen zur Verfügung stellte als Gabe und damit sie Handel treiben. Von der Seidenstraße bis ins Zeitalter von Containerschiffen ist dieser universelle Charakter dieses Verses beeindruckend.

Abschließendes Fazit
Wir haben dargelegt, wie der o.g. Vers auf der einen Seite die Gaben Allahs gegenüber dem Menschen erwähnt, dass er auf Erden einhergehen und die Schiffe besteigen kann und dies alles zu seinem Nutzen ist. Gleichzeitig schreibt Allah sich all diese Gabe zu, dass er derjenige ist, welcher den Menschen diese Huld gewährte.
Darüber hinaus sehen wir wie der Koran in seine unnachahmlichen Rhetorik ein Bild wiedergibt. Wie der Mensch diese Gaben nutzt aber undankbar seinem Herren gegenüber ist. Wenn Allah ihn aus der Not errettet, er erneut in alte Gewohnheiten der Undankbarkeit fällt.
Weiter sehen wir die Realität dieses Verses im heutigen Zeitalter.
Wenn wir bedenken, dass der Prophet keine einziges Mal in seinem Leben das Meer bzw. ein Schiff betrat, trotzdem so umfassend über die Meere spricht, ist dies ein Wunder für sich.
Dieser Vers enthält neben eines unnachahmlichem Bild der Rhetorik, tiefe psychologische Wahrheiten der menschlichen Verhaltensweisen und eine realitätsgetreue Erklärung von kulturgeschichtlichen Zuständen.

Hinzu kommt ein theologischer philosopscher Aspekt, welchen Gott als den einen All-gebenden und die Dinge dienstbar machenden Gott beschreibt. Dieser Gott ist durch tiefes Nachdenken über diese – seine Gaben – zu erreichen bzw. anzubeten.

Quelle*
Tafsir Al Wasset , AlTantawi
Lamasat Bayyaniah, Dr Fadhil sämäray
Haschiyat Schihab, Tafsir Al baydhawi
statista.com
https://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Shell-laesst-das-groesste-Schiff-der-Welt-vom-Stapel/story/26062530

Die Meere im Koran Teil 1

Die Meere im Koran (Teil 1)

In dieser Beitragsreihe wollen wir auf die koranische Verwendung der Meere eingehen. Das Meer im Koran wird für vielerlei Bedeutungen verwendet. Wir werden in unsere Reihe jedes mal einen anderen Verwendungsaspekt dieser Verse beleuchten.

Wichtiger Hinweis: Der Prophet Muhammed (Allahs Frieden und Segen auf ihm) hat, mit der Übereinstimmung aller Historiker, in seinem Leben nicht einmal das Meer betreten. Mit diesem Hintergrundwissen sollte man folgende Verse lesen, da dies ein Indiz dafür ist, dass dies nicht das Wissen eines simplen  Wüstenarabers, der nie in seinem Leben ein Meer betrat, gewesen sein kann.

Die Gaben Allahs im Meer

Sure 35, Vers 12

وَمَا يَسْتَوِى ٱلْبَحْرَانِ هَٰذَا عَذْبٌ فُرَاتٌ سَآئِغٌ شَرَابُهُۥ وَهَٰذَا مِلْحٌ أُجَاجٌ ۖ وَمِن كُلٍّۢ تَأْكُلُونَ لَحْمًا طَرِيًّا وَتَسْتَخْرِجُونَ حِلْيَةً تَلْبَسُونَهَا ۖ وَتَرَى ٱلْفُلْكَ فِيهِ مَوَاخِرَ لِتَبْتَغُواْ مِن فَضْلِهِۦ وَلَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ

„Nicht gleich sind die beiden Meere: dies ist süß, erfrischend und angenehm zu trinken; jenes ist salzig und (auf der Zunge) brennend. Und aus allen (beiden) eßt ihr frisches Fleisch und holt Schmuck heraus, den ihr anlegt. Und du siehst die Schiffe, wie sie es durchpflügen, damit ihr nach etwas von Seiner Huld trachtet, und auf daß ihr dankbar sein möget“

In diesen Versen werden auf die Gnadengaben der Meere hingewiesen, und zwar, dass wir aus den Meeren zartes Fleisch vom Fisch bekommen und dass wir aus ihnen Schmuck bekommen, sprich Perlen. Damalige Koranerklärer sagten, dass die Perlen aus dem Süßwasser kommen würden, weil damals nur die Süßwasserperlen bekannt waren. Und deswegen versuchte man, den klaren äußeren Wortlaut anders zu verstehen, aber dieser deutet klar darauf hin, dass aus beiden Meeren, aus Süß- und Salzwasser, Perlen entnommen werden, wie auch aus beiden Fische entnommen werden.

Weiter heißt es im Vers „damit ihr nach etwas von Seiner Huld trachtet“, hier sind die meisten Gelehrten der Ansicht, dass hiermit der Handel gemeint ist. Dass auch heute der größte Teile des Welthandels durch die Schiffe stattfindet, ist eine riesen Gabe und Erleichterung für die Menschen.

Darüber hinaus werden auf die Riesenschiffe hingewiesen, wie sie das Meer durchpflügen. Laut einigen Linguistin ist auch das Wort „mawachira“ ein Pflügen des Wassers mit Soundeffekten, der Buchstabe „cha“ deutet darauf hin. Also wird das Bild einer Schiffsfracht dargestellt, wie es das Wasser durchpflügt und somit wird das Geräusch dieses Pflügens sprachlich beim Lesen des Wortes wiedergegeben.

Diese Gabe, dass hunderte von Tonnen sich so leicht durch die Meere pflügen, ist eine Augenweide für die Augen und darüber hinaus werden fast alle Waren über den Schiffsweg transportiert.

Einige rhetorische Punkte

Nochmal zwei Verse als Vergleich

Sure 35, Vers 12

وَمَا يَسْتَوِى ٱلْبَحْرَانِ هَٰذَا عَذْبٌ فُرَاتٌ سَآئِغٌ شَرَابُهُۥ وَهَٰذَا,, مِلْحٌ أُجَاجٌ ۖ وَمِن كُلٍّۢ تَأْكُلُونَ لَحْمًا طَرِيًّا وَتَسْتَخْرِجُونَ حِلْيَةً تَلْبَسُونَهَا ۖ وَتَرَى ٱلْفُلْكَ فِيهِ مَوَاخِرَ لِتَبْتَغُواْ مِن “فَضْلِهِۦ وَلَعَلَّكُمْ تَشْكُرُونَ

„Nicht gleich sind die beiden Meere: dies ist süß, erfrischend und angenehm zu trinken; jenes ist salzig und (auf der Zunge) brennend. Und aus allen (beiden) eßt ihr frisches Fleisch und holt Schmuck heraus, den ihr anlegt. Und du siehst die Schiffe, wie sie es durchpflügen, damit ihr nach etwas von Seiner Huld trachtet, und auf daß ihr dankbar sein möget“

Sure 16, Vers 1

وهو الذي سخر البحر لتأكلوا منه لحما طريا وتستخرجوا منه حلية تلبسونها وترى الفلك مواخر فيه ولتبتغوا من فضله ولعلكم تشكرون

„Und Er ist es, Der euch das Meer dienstbar gemacht hat, damit ihr frisches Fleisch daraus eßt und Schmuck aus ihm hervorholt, den ihr anlegt. Und du siehst die Schiffe es durchpflügen, damit ihr nach etwas von Seiner Huld trachtet und auf daß ihr dankbar sein möget!“

Nun der Vergleich

In Sure 35 heißt es

فِيهِ مَوَاخِرَ

„fihi Mawachira“

„Und du siehst die Schiffe, wie sie es durchpflügen“

Und in der Sure 16 heißt es genau andersrum

مواخر فيه

„Mawachira fihi“

Der Vers ist ähnlich, doch hier wird einmal  das eine Wort فيه „fihi“ (in ihm) nach vorne gestellt und in der anderen Sure das Wort  مواخر „mawachira“ (das Durchpflügen) nach vorne gestellt. Wieso ist dies der Fall?

Wie gesagt stellt der Koran oft das, was kontextuell passender ist, nach vorne. Denn in der Sure 16 geht es generell um die Transportmittel bzw Tiere, welche Lasten tragen, wie wir an diesem Vers sehen:

„Und sie tragen eure Lasten in ein Land, das ihr (sonst) nur mit größter Mühe hättet erreichen können. Euer Herr ist wahrlich Gnädig und Barmherzig.“

Und (erschaffen hat Er) die Pferde, die Maultiere und die Esel, damit ihr auf ihnen reitet, und (auch) als Schmuck. Und Er erschafft, was ihr nicht wißt.“

In dem Vers, aus der Sure 35, welchen wir in unserem Text behandelt haben, geht es hauptsächlich um die Meere und deren Unterschied, sprich die Meere sind vordergründig, deswegen wurde hier das „fihi“ für die Meere nach vorne gezogen, weil es kontextuell passender ist. Deswegen heißt es auch „aus allen (beiden Meeren) eßt ihr“

Ein paar allgemeine Informationen zu den Meeren und Schiffen

Schiffe als Transportmittel

„Über 90.000 Schiffe unterschiedlicher Größe sind auf den Weltmeeren unterwegs. Die Flotte setzt sich aus unterschiedlichen Schiffstypen zusammen: Frachtschiffe (Containerschiffe, Öl-, Gas und Chemikalientanker, Bulker), Passagierschiffe (Fähren und Kreuzfahrtschiffe) sowie Serviceschiffe (z.B. Schlepper, Offshore-Versorgungsschiffe). Fischereischiffe sind in dieser Statistik nicht enthalten.

Seeschiffe transportieren rund 90 Prozent des weltweiten Warenverkehrs“

Fische aus den Meeren

  1. Wie viel erzeugt der Fischereisektor insgesamt?

Im Jahr 2006 erzeugten Fischfang und Aquakultur weltweit insgesamt ungefähr 144 Millionen Tonnen, von denen 110 Millionen für den menschlichen Verzehr bestimmt waren. Die Fangmengen sind während der letzten Jahre konstant geblieben, die Aquakulturpruduktion ist jedoch gestiegen.

1.1 Im Laufe von 2006 wurden weltweit 92 Millionen Tonnen Fischereierzeugnisse (d.h. Fische, Krebstiere und Weichtiere) von Fischern gefangen. China und Peru führen weiterhin die Top zehn der Länder mit den größten Fangmengen

1.2 Nahezu 90% der Fischfänge weltweit stammen aus Ozeanen und Meeren. Diese Fangmengen sind seit Mitte der neunziger Jahre verhältnismäßig stabil geblieben (zwischen 80 und 86 Millionen Tonnen) und haben in 2006 einen relativen Tiefpunkt erreicht. Die Art, die am meisten gefischt wurde, ist die Anchoveta im Südost-Pazifik

Perlen

Eine Perle ist ein natürliches Schmuckstück. Es wird im Inneren des Weichteilgewebes einer Molluske durch Ablagerung von konzentrischen Schichten von Calciumcarbonat gebildet. Seit Jahrhunderten sind Perlen Objekte der Schönheit, mit denen sich Frauen schmücken. Natürlich vorkommende Perlen wurden auch verwendet, um teure Partykleidung und königliche Kleidung zu sticken

Salzwasserperlen

Perlen entstehen in Austern, die im Meer (Salzwasser) leben oder auch in Süßwassermuscheln. Traditionell entstammten die meisten Perlen aus den Salzwasserkulturen im persischen Golf, dem roten Meer und den Küstenregionen Indiens und Japans. China erntete Süßwasserperlen über mehrere Jahrhunderte.

Tendenziell ist eine Perlenkette aus Salzwasserperlen strahlender im Glanz, als ihre Verwandten aus dem Süßwasser, weshalb sie begehrter sind und höher im Wert.

Alle heute produzierten Salzwasserperlen sind mit einem Kügelchen bekernte Perlen. Reine Naturperlen werden im persischen Golf noch immer gesammelt, allerdings ist ihr Ertrag zu gering, um einen wirklichen Marktwert auszumachen. Diese Perlen verlassen auch selten die Region.

Salzwasser Perlen werden kultiviert, indem eine Austernschale 2-3 Zentimeter geöffnet wird. Ein Experte ritzt mit einem Spezialinstrument einen winzigen Schnitt in das Mantelgewebe der Auster. In das kleine Loch wird ein Kügelchen als Kern eingesetzt, zusammen mit einem Stückchen Mantelgewebe. Die Zellen im Mantelgewebe wachsen um den Kern herum und bilden einen „Perlenbeutel“. Darin wächst die Perle. Für alle heute angebauten Salzwasserperlen wird diese Methode angewandt.

Die 3 bekannten Arten von Salzwasser Perlen sind Akoya Perlen, Tahitiperlen und Südseeperlen.

Der Mensch ein Samentropfen

Der Mensch ein Samentropfen

Der Mensch ein Samentropfen

„Sieht denn der Mensch nicht, daß Wir ihn aus einem Samentropfen erschaffen haben, und doch ist er sogleich ein deutlicher Widersacher.“ Sura 36:77

أَوَلَمْ يَرَ الإِنْسَانُ أَنَّا خَلَقْنَاهُ مِنْ نُطْفَةٍ فَإِذَا هُوَ خَصِيمٌ مُبِينٌ

Dieser Vers wurde auf zweierlei Arten verstanden.
Die erste Bedeutung ist, dass der Mensch aus einem Hauch von Nichts entstanden ist und dann im nächsten Atemzug negiert er seinen Schöpfer und streitet ihn ab, obwohl der Mensch zuvor doch ein Nichts gewesen ist.

Die zweite Bedeutung ist, dass nachdem der Mensch ein Samentropfen war er sich zu einem artikulierenden, streitenden Menschen entwickelt hat. Warum es so wichtig ist, dass er streitet bzw. debattiert ? Imam Ar Razi sagt, dass streitend, sprich debattierend hier im Koranvers ausgewählt wurde, weil bei einer Debatte bzw. Streit der Mensch zu intellektueller Höchstform aufläuft und das viel mehr die Gabe seines Verstandes repräsentiert. Also ist dieses Artikulieren und Streiten ,nachdem er ein Hauch von Nichts war, ein Wunder, eine Gunst. Es war nicht ein Hauch vom Leben in dem Samentropfen wahrzunehmen wie Abi Su’ud sagte und zugleich strotz er jetzt vor Leben, wenn er einhergeht und die Welt wahrnimmt und diese in Worten wiedergibt und diese Bedeutungen sollte ihn zu dem Schluss bringen, dass eine höhere Macht mit gewirkt haben muss.

Imam Ali pflegte in ungefährer Bedeutung zu sagen
„Der Mensch kommt aus einem Tropfen Samen, geht als trockener Staub. Er wusste weder wann er kam noch wann er gehen wird und trotzdem läuft er auf der Erde herum als wenn er alles wüßte.“

Abschließend
Das Wunder der Schöpfung, welches sich in der Geburt wiederspiegelt, dass wir einmal Nichts waren bzw. lediglich ein Samentropfen und jetzt in der Lage sind diese Worte zu lesen und zu verstehen ist ein Wunder an und für sich, aber weil wir es so oft wahrnehmen und uns daran gewöhnt haben sind wir nicht mehr in der Lage es gebührend wertzuschätzen.
Wir sind achtlos diesen Dingen gegenüber geworden, deswegen dient der Koran als Erinnerung um dich an diese Wunder, welche du als Alltag wahrnimmst, Bedeutung zu verschaffen und dir Zusagen, dass all diese Wunder um dich herum Briefe deines Herren sind, welche dich an euer Treffen erinnern sollen.

„Allah schuf Balance“

„Allah schuf Balance“

Ramadan Tag 3 Lesezeit= 1 Minute

„Allah schuf Balance“

Der deutsche Förster und Bestseller-Autor Peter Wohlleben hat in seinem Buch „Das Geheime Netzwerk der Natur“ einige faszinierende Beispiele zu dem Gleichgewicht in der Natur aufzeigt.

Wenn man sich diese Beispiele vor Augen hält, kann man eine klare Balance sehen und zwar zwischen den Pflanzen, der Meere, und der Tierwelt, wie alles ein ablaufender vernetzter Prozess ist.

In einem Beispiel zeigt der Autor anhand des Yellowstone Nationalparks. Man hatte alle im Park leben Wölfe erschossen mit dem Ziel, dass der Park frei von diesen Tiere ist.

Was danach passierte, war Folgendes:
Dadurch dass es keine Wölfe mehr gab, vermehrte sich die Anzahl der Rehe um ein Vielfaches. Die Rehe würden dann einen großen Teil der Pflanzen (-welt) aufgegessen. Dies wiederum beeinflusste die Flüsse, welche sich daraufhin zurückzogen bzw. karger wurden und nicht mehr in ihrer Fülle fließen konnten.

Anschließend entschieden man sich für eine Wiederansiedlung der Wölfe, um das Gleichgewicht der Natur bzw. des Ökosystems wiederherzustellen.

Wenige Jahre nach der Rückkehr der Wölfe, stellte sich die Balance im Ökosystem wieder her. Die Anzahl der Rehe verringerte sich, die Pflanzenwelt konnte sich wieder entfalten und die Flüsse erreichten ihren gewöhnlichen Wasserpegel.

Ein weiteres Beispiel aus dem Buch:

Der Lachs schwimmt den Fluss hinauf bis in den Wald, wo ihn der Bär frisst, die Reste welche der Bär nicht fressen kann und ausspuckt werden Nahrungsmittel für Vögel und andere Lebewesen.

Weiter wird der Boden durch die Überreste für die Bäume gedüngt, die Bäume lassen ihre Blätter wachsen und werfen sie wieder ab. Die Blätter reisen mit dem Fluss zum Meer, wo sie das Plankton nähren, das der Lachs frisst, und so weiter. Alles ist vernetzt.

Als nachweisbare Daten werden Stickstoff-15-Isotope ausgetauscht. „Wie Lachse in die Bäume wandern“, heißt es in seinem Buch.*1

Nach diesen Beispielen für die Balancen und das Gleichgewicht in der Schöpfung, schauen Schauen wir auf einen Koranvers, welcher die Überschrift für diese Abläufe im Ökösystem darstellt.

Sure 55, Vers 7:
„Den Himmel hat Er emporgehoben und die Waage aufgestellt…“

Al-Qāsimi sagte zu diesem Vers, dass so wie Allah die Himmel hochgehoben hat, Er auf der Erde ein Gleichgewicht geschaffen hat.“*2

Weiter sagte al-Mawdūdi zu diesem Vers, dass Allah eine perfekte Balance in seiner Schöpfung herstellte, welches ein Leben ermöglichte.*3

In Sure 54, Vers 49 sagt Allah:

„Gewiss, Wir haben alles in (bestimmtem) Maß erschaffen“

Das Zeugnis dieser Verse ist die Natur um uns herum.

*1 Peter Wohlleben, Das geheime Netzwerk der Natur: Wie Bäume Wolken machen und Regenwürmer Wildschweine steuern
*2 Mahasin al-Taweel
*3 Tafhīm al-Mawdūdi

Koran und die Tierwelt

Koran und die Tierwelt

Koran und die Tierwelt

Sure 6 Vers 53
„Es gibt kein Tier auf der Erde und keinen Vogel, der mit seinen Flügeln fliegt, die nicht Gemeinschaften wären gleich euch„

In diesem Vers sehen wir, dass der Koran in einer zusammengefassten Aussage schildert, dass die Tiere eine Gemeinschaft bilden, so wie wir Menschen es auch tun. Es stellt sich aber die Frage ob dies denn richtig ist, dass Tiere so wie Menschen ein Sozialleben führen, sich miteinander austauschen, sogar empathisch sind und Mitgefühl für einander entwickeln?
Dazu wollen wir einen Blick in das Buch „Das Seelenleben der Tiere“ von Peter Wohlleben werfen, welcher ein Förster und Autor ist.

Das Pferd nennt er im Buch als Beispiel, das Reue verspürt, wenn es etwas getan hat, das den Besitzer des Pferdes gekränkt bzw. verletzt hat und es gibt durch Zeichen zu verstehen, dass es ihm leid tut, indem er den Kopf dem Herrchen entgegen gesenkt hält.
Die Raben sind ein weiteres Beispiel, welche ihrem Partner treu bleiben, bis diese sterben. Des Weiteren behauptet er, dass sich die Raben mit ihrem eigenen Namen identifizieren, sie geben nämlich durch ihre Krägen ihren Namen wieder, wenn sie auf andere Raben zufliegen. Weiter erwähnt er, dass die Raben mit anderen Tieren sogar spielen und zwar nur zum Zwecke des Spiels, so ist es, dass der Rabe den Hund ohne jeglichen Grund mit dem Schnabel pickst, um ihn zu ärgern bzw. mit ihm zu spielen.

Die Ratten
Es gibt Rattenversuche, die aufzeigen, dass eine Ratte Schmerzen empfinden kann, wenn sich eine leidende Ratte neben ihr befindet, indem sie selbst Leid verspürt. Dies konnte man anhand Hirnmessungen feststellen, indem die Schmerzzonen im Gehirn betätigt wurden, welche die gleichen wie bei Menschen sind. Ein weiterer Punkt, welcher aufzeigt, dass das tierische Sozialleben dem des Menschen extrem ähnelt, ist, dass Tiere eine freundschaftliche Beziehung zueinander entwickeln, seien dies sogar zwei verschiedene Arten von Tieren, da sich gegenseitig suchen und Nahrung teilen usw. „Schon in den 1950er Jahren fand man in Experimenten an der Brown University heraus, dass Ratten, die darauf trainiert waren, einen Hebel zu betätigen, um Nahrung zu erhalten, den Hebel nicht mehr betätigten, sobald ihnen klar wurde, dass Artgenossen in einem angrenzenden Käfig bei jeder Betätigung vor Schmerzen schrien, weil sie einen Elektroschock erhielten.“

Auszug über die Empathie der Ratten
In den 1960er Jahren trainierten Wissenschaftler Ratten mittels Elektroschocks darauf, einen Hebel zu betätigen, um einen Klotz herunterzulassen, der an einem Flaschenzug hing. Dann hängten die Wissenschaftler eine Ratte in einem Geschirr an dem Flaschenzug auf. Die Notizen zu dem Versuch lauten: „Dieses Tier quietschte und wand sich in der Aufhängung wie erwartet; tat es das nicht, wurde es so lange mit einem spitzen Bleistift gestochen, bis es Anzeichen von Unwohlsein zeigte.“ Eine Ratte, die die Situation vom Boden aus beobachtete, betätigte den Hebel, um die verzweifelte Ratte in Sicherheit zu bringen – selbst wenn für die Ratte kein Risiko eines Elektroschocks bestand. Wie die jüngsten Versuche aus Japan zeigen, hält diese morbide Neugier über den vielfach dokumentierten physischen und emotionalen Schmerz und Stress von Nagern leider auch weiterhin an. 2011 führten Forscher an der University of Chicago Versuche durch, um das „emphatisch motivierte Sozialverhalten“ von Ratten zu testen. Eine „freie“ Ratte wurde dabei neben eine ihr bekannte Ratte gesetzt, die in einer beiden Ratten unbekannten Röhre fixiert war. Die eingesperrten Ratten kommunizierten ihr Unbehagen durch Ultraschall-Alarmlaute und die Forscher konnten beobachten, wie die nicht eingesperrten Ratten „den Fixierungsmechanismus umkreisten, an ihm scharrten und hineinbissen und mit der fixierten Ratte durch Löcher in der Röhre Kontakt aufnahmen …“ Die freien Ratten lernten schließlich, die gefangengehaltenen Artgenossen zu befreien. Die Forscher notierten: „Sie befreiten die ihnen aus ihrem Käfig bekannten Ratten, indem sie genug Kraft aufwendeten, um die Tür des Fixierungsmechanismus zu öffnen – … selbst, wenn jeder soziale Kontakt unterbunden worden war. Wenn die Tiere sich entscheiden mussten, ob sie einen Artgenossen befreien oder Schokolade aus einer zweiten Röhre holen wollten, öffneten die Ratten beide Röhren und teilten die Schokolade in der Regel miteinander.“

Ein weiterer Punkt, welcher die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Tier aufzeigt, ist, dass Tiere altersbedingte Krankheiten erleiden, so wie Menschen. Beispielsweise werden Katzen im Alter schwerhörig und man muss ihnen auf den Kopf klopfen, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen oder Pferden, welche in der Lage sind, im Stehen schlafen zu können, können dies ab einem gewissen Alter auch nicht mehr, da der dies ermöglichende Mechanismus in ihren Knien seiner Funktion nicht mehr nachkommt und sie sich hinlegen müssen. Auch erwähnt Peter Wohlleben in seinem Buch, dass Tiere Demenz erleiden können.

Fazit
Noch einmal zur Erinnerung der Vers „Es gibt kein Tier auf der Erde und keinen Vogel, der mit seinen Flügeln fliegt, die nicht Gemeinschaften wären gleich euch“. Dass die Tiere eine menschenähnliche Gemeinschaft bilden und dem Menschen ähneln, ist ein Statement, welches Zoologen und Forscher des Verhaltens von Tieren erst nach langen Beobachtungen feststellen konnten. Der Koran erwähnt diese Wahrheit und beschreibt sie in wenigen Wörtern, welche eine Überschrift und Bestätigung für diese wissenschaftlichen Erkenntnisse darstellen. War der Prophet Mohammed ein Zoologe, der sein Leben damit verbrachte, Tiere auf der Arabischen Halbinsel zu beobachten? Wohl kaum. Dieser Vers ist eine göttliche Anleitung zum Nachdenken über die Schöpfung und dass wir durch diese die Anbetungswürdigkeit des Schöpfers erkennen.

Die sprechende Ameise im Koran

Die sprechende Ameise im Koran

Die Sprechende Ameise im Koran / Lesezeit 2 Minuten

Im Koran kommen verschiedene Tierarten vor, aber die Ameise hat einen besonderen Stellenwert, da ihr eine sehr besondere Stellung gegeben wird und ihr sogar ein Titel einer Sure gewidmet wurde, nämlich die Sure 27. In einem Teil dieser Sure ist folgender Vers zu finden.

Sura 27, Vers 16-18

Und Sulaimān beerbte Dāwūd und sagte: „O ihr Menschen, uns ist die Sprache der Vögel gelehrt worden, und uns wurde von allem gegeben. Das ist wahrlich die deutliche Huld.“

Und versammelt wurden für Sulaimān seine Heerscharen – unter den Ğinn, Menschen und Vögeln –, und so wurden sie in Reihen geordnet

Als sie dann zum Ameisental kamen, sagte eine Ameise: „O ihr Ameisen, geht in eure Wohnungen hinein, damit euch ja nicht Sulaimān und seine Heerscharen niederwalzen, ohne daß sie merken.“

Erklärung
„sagte eine Ameise: „O ihr Ameisen, geht in eure Wohnungen hinein, damit euch ja nicht Sulaimān und seine Heerscharen niederwalzen, ohne daß sie merken.“

Die unglaubliche Eloquenz dieser Ameise erforschten die Gelehrten und kommentierten sie, wie etwa Zarkaschi in seinem Buch „Der beweis des Korans“. Er meint, dass die das Ameisental alle Farben der Rhetorik in einigen wenigen Wörtern genutzt hat.
In ihrer Rede kamen verschieden Aussagen vor, wie: es wurde auf etwas aufmerksam gemacht, mit „ihr Ameisen“ wurden sie sogar benannt, es werden auch Befehle gesetzt (indem „geht!“ gerufen wird), es wird ein Ort zugewiesen (womit Wohnungen gemeint sind), es wird gewarnt (nicht niederzuwalzen), es wird vereinzelt (Suleyman) sowie verallgemeinert (da „und seine Heerscharen“ gerufen wird) und es werden Entschuldigungsgründe gesucht (indem geschrieben wird „ohne dass sie es merken“)

Man könnte nun meinen, was so besonders daran ist und dass in jeder Rede solche Aussagen und Warnungen, Ruf usw. vorkommen. Allerdings steckt die Genialität hierbei darin, dass alles in einer Reihenfolge auf kleinstem Raum und passendster Bedeutung erwähnt würde. Es ist wie die Aussage „sein oder nicht sein“ es kann rhetorisch nicht stärker ausfallen, zugleich aber auch mit nur wenigen Worten sehr aussagekräftig sein. Diese wenigen Worte sagen viel über dieses kleine edle Wesen der Ameise aus und zeichnen ihren Charakter und ihre Besonderheit aus, welche fürsorglich und bewusst ist.

Die Wortverwendung dieses Verses
Der große Koran-Gelehrte Ibn Attiya behauptete, wenn man etwa das ganze arabische Lexikon durchsuchen würde, würde man feststellen, dass es kein passenderes und zutreffenderes Wort in der arabischen Sprache gibt, als jenes Wort, welches der Koran nutzte, um etwas zu vermitteln.
So wird der Begriff für das Niederwalzen im Koran als „laya7timänäkum“ benutzt. Dieses Wort bedeutet „etwas Hartes zu zerbrechen“. Dabei behaupteten einige christlichen Gelehrte, dass der Koran falsch sei, weil er dieses Wort in Bezug auf Ameisen, welche kleine und weiche Tiere sind, verwendet. Allerdings bestätigte die moderne Tierforschung, dass „Ameisen aus glasartigen sehr robusten Fasern bestehen“ und genau dieser Fakt lässt für das Niederwalzen der Ameise keinen besseren Begriff als das arabische Wort, welches der Koran benutzt, zu.

Des Weiteren pflegten die Koran-Gelehrten darüber zu diskutieren, warum dieser Ruf von einer weiblichen Ameise stammte und ob dies womöglich ein Sprachmittel ist, welches die Grammatiker nicht kannten, weil die Ameise im Arabischen generell männlich ist. Auch hierbei hat die moderne Wissenschaft aufgeklärt und gezeigt, dass die weibliche Ameise, nämlich, dass es eine Anordnung der Ameisenkönig gibt, weshalb die Verwendung der weiblichen Version für das Wort „Ameise“ im Arabischen das exakt passende Bezeichnung darstellt.

Ein weiterer Punkt ist, dass der Koran das Sozialleben und die Kommunikation der Ameise so beschreibt, als wenn ein Tierforscher über die Kommunikation der Ameisen berichten würde und als Belege dafür einige wissenschaftliche Erkenntnisse über die Kommunikation der Ameisen darstellen würde. Überdies findet Kommunikation bei Ameisen tatsächlich durch Töne statt, wodurch sie eben die Aufgabe der Warnung usw. übernehmen.

Kommunikation
Verständigung ist für Ameisen besonders zur Koordination der einzelnen Individuen wichtig. Anfang der sechziger Jahre wurde entdeckt, dass sich Ameisen mit Hilfe von Pheromonen (Duftstoffen) verständigen. Dies ist die wichtigste Art der Verständigung in einem Ameisenstaat. Informationsübertragung durch mechanische Signale, wie z.B. Klopftöne sind seltener. Die Drüsen können über den ganzen Körper verteilt sein (s. Bild= Rosa). Drüsensignale werden bei der Erkennung von Artgenossen sowie bei Königin und Brut zur Kastenregulation, bei der Geschlechterfindung, bei der Markierung von Nestrevieren, zur Orientierung auf Spuren, zur Rekrutierung zu Futter und neuen Nestern sowie zur Gefahrenalarmierung eingesetzt. Tote Artgenossen werden am Geruch spezifischer Zersetzungsstoffe erkannt.

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Für die Studie belauschten die Forscher Larven, Puppen und erwachsene Tiere der europäischen Ameisenart Myrmica scabrinodis mit speziellen Mikrophonen. Dabei stellte sich heraus: Larven sind tatsächlich stumm, aber die Puppen geben durchaus schon Laute von sich, die denen der erwachsenen Tiere ähneln. Das entsprechende Organ ist bei ihnen bereits ausgebildet. Es befindet sich in der Verbindung des Unterleibs mit dem restlichen Insektenkörper. Damit erzeugen die Ameisen und auch ihre Puppen schabende Laute. Bei den Puppen sind sie allerdings pulsierend und nicht so komplex wie bei den erwachsenen Tieren, berichten die Forscher.

Quellen
Das Leben der Ameise (Internetquelle)