Adaption von Symboliken der Altarabischen Prosa

Der Koran zeichnet sich durch die Beschreibung seiner Quelle aus. Die Beschreibung Allahs ist eine essentielle Lehre des Korans. 

Wenn wir im Deutschen die Einfachheit einer Sache beschreiben wollen nutzten wir Redensarten wie z.b 

„Es gibt Mütter, die das Kindererziehen im Griff haben wie das Salzen einer Suppe.“[1] 

Das „Im Griff haben“ einer Sache deutet auf die volle Kontrolle.

وَمَا قَدَرُوا اللَّـهَ حَقَّ قَدْرِهِ وَالْأَرْضُ جَمِيعًا قَبْضَتُهُ يَوْمَ الْقِيَامَةِ وَالسَّمَاوَاتُ مَطْوِيَّاتٌ بِيَمِينِهِ ۚ سُبْحَانَهُ وَتَعَالَىٰ عَمَّا يُشْرِكُونَ 

Sie haben Allah nicht eingeschätzt, wie es Ihm gebührt‘, wo die ganze Erde am Tag der Auferstehung in Seiner Hand gehalten wird und (auch) die Himmel in Seiner Rechten zusammengefaltet sein werden. Preis sei Ihm! Erhaben ist Er über das, was sie (Ihm) beigesellen. [39:67]

Der Begriff für „in Seiner Hand Gehalten bzw. im Griff haben“ in diesem Vers ist auf Arabisch  قَبْضَتُهُ (Qabdatuh). Aus morphologischer Sicht ist dies ein „Ism al-marra „اسم المرّة: Das Einzel-Substantiv.

Die Form dieses Begriffes, wurde bei den Arabern in folgendendem rhetorischem Still verwendet.

So sagten sie  الجزور أكلة لقمان  (Das Kamel ist der Eklatuh „Happen“von Luqman).
Der Begriff „Eklatuh“ ist hier der Präzedenzfall.

(Luqman ibn Aad war ein Mann, welcher von den Arabern in übertriebener Art und Weise für seine Gefräßigkeit beschrieben wurde. So sagte man, dass er zum Frühstück und  Abendbrot ein Kamel verschlingen würde. Als er dann den Beischlaf mit seiner Frau verrichten wollte, erreichte er sie nicht wegen der Fülle seines Bauches. Er sagt zu ihr: “Wie soll ich dich erreichen wenn zwischen mir und dir zwei Kamele sind?” Womit er auf die Fülle seines Bauches deutete.) [2]

So wie das Kamel nur ein Happen für den unersättlichen Luqman ist, so ist der gesamte Kosmos nur ein winzig kleiner Griff für den Schöpfer von Himmel und Erde.

“In der Milchstraße, unserer Heimatgalaxie, gibt es 100-300 Milliarden Sterne. Es gibt hunderte Milliarden Galaxien wie die Milchstraße, die in Haufen auftreten, und diese Haufen wiederum in Superhaufen. Und so kommen wir dann hochgerechnet auf diese große Zahl von 10 hoch 22 Sternen im Universum” [3].  

Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete:

Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: „Allah, der Segensreiche und Erhabene, wird (am Tag der Auferstehung) die Erde in Seinen Griff nehmen, die Himmel mit Seiner Rechten zusammenrollen und sprechen: „Ich bin Der König. Wo sind die Könige der Erde?““[4]

[1] Redensarten-Index „im Griff haben“ 

[2] Kaschaf von AL-Zamakschari

[3] https://www.phyx.at/gibt-es-unendlich-viele-sterne/  

[4] [Sahih Muslim, Hadithnr. 4994/Kapitel 51]

Eloquenter Übergang Teil 2

Eloquenter Übergang Teil 2

 

لَن تَنَالُوا الْبِرَّ حَتَّىٰ تُنفِقُوا مِمَّا تُحِبُّونَ ۚ وَمَا تُنفِقُوا مِن شَيْءٍ فَإِنَّ اللَّهَ بِهِ عَلِيمٌ (92) كُلُّ الطَّعَامِ كَانَ حِلًّا لِّبَنِي إِسْرَائِيلَ إِلَّا مَا حَرَّمَ إِسْرَائِيلُ عَلَىٰ نَفْسِهِ مِن قَبْلِ أَن تُنَزَّلَ التَّوْرَاةُ ۗ قُلْ فَأْتُوا بِالتَّوْرَاةِ فَاتْلُوهَا إِن كُنتُمْ صَادِقِينَ

Sure 3, Verse 92–93

Vers 92 =„Ihr werdet die Güte nicht erreichen, bevor ihr nicht von dem ausgebt, was euch lieb ist. Und was immer ihr ausgebt, so weiß Allah darüber Bescheid. 

Vers 93 = “Alle Speisen waren den Kindern Isrāʾīls erlaubt außer dem, was Isrāʾīl sich selbst verbot, bevor die Thora offenbart wurde. Sag: Bringt doch die Thora bei und verlest sie dann, wenn ihr wahrhaftig seid.“

Auf den ersten Blick wird der Zusammenhang zwischen Vers 92 und 93 nicht deutlich, aber beim genauen Hinsehen, durch einigen Hintergrundinformations, ergibt sich ein deutlicher  Zusammenhang.

Erklärung

Allah sagte: „Ihr werdet nicht die Güte erreichen, bis ihr von dem spendet, was ihr liebt.“ Als dann nannte Er sofort ein Fallbeispiel aus der Geschichte eines Propheten vor ihnen, der seinen gesellschaftlichen Status opferte.

Israel (Jakob) verbat sich selber, die beiden für ihn  liebsten Dinge: 1. Kamelfleisch und 2. Kamelmilch. Dies tat er, weil er erkrankte und Gott versprach, dass wenn er wieder gesund ist, diese beiden ihm liebsten Speisen für sich verboten erklärt. Das Gelübde (arabisch: „Nudhur“) war einige gängige Praxis bei den damaligen Glaubensgemeinschaften. Dies taten sie auch um Gottes Wohlgefallen und höhere Stufen zu erlangen.

Der Zusammenhang zwischen den beiden Versen, welche augenscheinlich keinen Zusammenhang haben, wird wie folgt klar: Ihr werdet nicht die Güte erlangen bis ihr von dem Spendet was ihr liebt und im nächsten Vers ein Propheten, welche genau dies Tat um hohe Stufen zu erlangen.

Dieser Vers passt nicht nur kontextuell in den koranischen Fluss, sondern auch in den Kontext der Offenbarungsereignisse. Denn die Schriftgelehrten wollten nicht ihren Status bzw. ihr Ansehen unter den Menschen und ihren Anhängern verlieren. Dieser würde geopfert werden, wenn sie den Islam angenommen hätten und einfach Folger des Mohammed wären. So erinnert der Koran die Leute der Schrift aus ihrer eigenen Geschichte, dass die Aufopferung für Gottes Wohlgefallen ein Teil ihrer Geschichte bzw. Ihres Vaters Israel = Jakob  ist. 

So sind viele der Menschen sie wollen nicht den Propheten bzw der Religion folgen, weil sie nicht bereit sind Dinge, welche sie lieben zu opfern und der Wahrheit zu folgen.

Der Name „Israelswird laut dem Buch „Der nicht-arabische Name im Koran“ von Abderraouf sa3da in diesem Vers für seine Ursprungsbedeutung zurückgebracht. So setzt sich das Wort „Israel“ aus den Worten „Isar Allah“ zusammen, was so viel bedeutet wie „der sich selbst ein Gelöbnis auferlegte.“ So macht Allah es für ihn verbindlich.

Ein weiteres Beispiel der Eloquenz im koranischen Übergang

Sure 2, Vers 155

وَلَنَبْلُوَنَّكُمْ بِشَيْءٍ مِنَ الْخَوْفِ وَالْجُوعِ وَنَقْصٍ مِنَ الأمْوَالِ وَالأنْفُسِ وَالثَّمَرَاتِ وَبَشِّرِ الصَّابِرِينَ

„Und Wir werden euch ganz gewiß mit ein wenig Furcht und Hunger und Mangel an Besitz, Seelen und Früchten prüfen. Doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften.“

Nachdem Allah hier die Geduldigen, welche mit Angst Hunger und der Minderung an Besitz geprüft wurden, erwähnt., lobt Er sie und verspricht ihnen frohe Botschaft.  Der Vers, welcher später darauf folgt, lautet:

إنَّ الصَّفَا وَالمَرْوَةَ مِنْ شَعَائِرِ اللهِ

„Gewiß, aṣ-Ṣafā und al-Marwa gehören zu den (Orten der) Kulthandlungen Allahs.“

Die Frage, welche sich stellt, lautet:

Was ist der Zusammenhang zwischen diesen beiden Dingen. Das Geprüftwerden mit den im Vers erwähnte Dingen und der Geschichte von Safa und Marwa?

Antwort: Die Geschichte von Safa und Marwa ist die von Abraham, Hager und Ismael als sie in der Wüste waren und Abraham den Auftrag erhielt, sie zu verlassen. Darin liegt eine Prüfung, da sie nun eine Person weniger geworden sind. Schließlich waren sie zu dritt und nun sind sie nur zwei Personen. Darüber hinaus war eine weitere Prüfung, dass sie Angst hatten, weil sie alleine in einer gefährlichen Wüste ohne Nahrung waren. Dass sie keine Nahrung hatten ist zugleich die nächste Prüfung die des Hungers und da es nichts zu kaufen gab.

„Und Wir werden euch ganz gewiß mit ein wenig Furcht und Hunger und Mangel an Besitz, Seelen und Früchten prüfen. Doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften.“ Sure 3, Vers 155

Wir sehen wie alle die Faktoren der Prüfungen in dem vorigen Vers in der Geschichte von Safa und Marwa vorkommen. Hager und Ismael aber verließen sich auf Allah. So kam das Wasser, also Versorgung durch die Zamzam-Quelle. Anschließend kamen die Stämme und ließen sie sich bei ihnen nieder. So war auch die Sicherheit gewährleistet. Sie waren nicht mehr alleine und Nahrung gab es auch.

Der Leser erkennt nun den Zusammenhang. Er sieht, wie passend der vorige Koranvers den praktischen Teil der Geschichtserzählung beinhaltet.

Diese Verse sind auch als Ermutigung für die Verse dachte, die sich selbst in schwierigen Situationen befinden. Diese Geschichte ist ein pädagogisches Mittel, um die Muslime darauf vorzubereiten, sich auf Allah zu verlassen (tawakkul) und so wird die Erleichterung kommen

Die Verwendung „von“ Präpositionen im Koran Teil 2

Die Verwendung „von“ Präpositionen im Koran

Wie wir in vielen unserer Beiträge aufgezeigt haben ist der Koran ein archetektonisches Meisterwerk in dem jedes Wort, ja jeder Buchstabe an der beabsichtigenden  bedeutungserfüllenden Stelle positioniert würde.

In diesem Beitrag wollen wir durch einige Beispiel der Verwendung des Koran der Präposition مِنَ „von“ ( im Sinne eines Teilstückes) aufzeigen, wie genau der Koran strukturiert ist.
Der Koran spricht über das Volk Thamud, welches eine historisch unbekannte Zivilisation auf der Arabischen Halbinsel war.  Alleine die Erwähnung des Korans dieser Zivilisation ist ein Wunder an sich.
Da es keine geschichtlichen Aufzeichnung über dieses Volk gibt und der Koran in ihre Lebensweise und Geschehnisse schildert.

So heisst es in sura 7 vers 73-73
„Und (Wir sandten) zu Ṯamūd ihren Bruder Ṣāliḥ. Er sagte: „O mein Volk, dient Allah! Keinen Gott habt ihr außer Ihm. Nun ist ein klarer Beweis von eurem Herrn zu euch gekommen: Dies ist die Kamelstute Allahs, euch zum Zeichen. So laßt sie auf Allahs Erde fressen und fügt ihr nichts Böses zu, sonst überkommt euch schmerzhafte Strafe.
Und gedenkt, als Er euch zu Nachfolgern nach den ʿĀd machte und euch auf der Erde (Stätten) zuwies, so daß ihr euch in ihrem Flachland Schlösser nahmt und die Berge zu Häusern aushautet. Gedenkt also der Wohltaten Allahs und richtet auf der Erde nicht unheilstiftend Verderben an!“

Neben dieser geschichtlichen Erwähnung wollen wir hier auf einen ganz bestimmten Rhetorischen Punkt eingehen und zwar heisst es hier
„und euch auf der Erde (Stätten) zuwies, so daß ihr euch in ihrem Flachland Schlösser nahmt und die Berge zu Häusern aushautet.“

Auf arabisch وَتَنْحِتُونَ الْجِبَالَ بُيُوتًا
Dies bedeutet soviel wie „die Berge zu Häusern“

Wohingegen in einer andere Stelle an der das Volk Thamud erwähnt würde heisst es

In Sure 26 Vers 149

„Werdet ihr etwa in Sicherheit belassen in dem, was hier ist,in Gärten und an Quellen,in Getreidefeldern und unter Palmen, deren Blütenscheiden zart sind?Und werdet ihr (weiter) voller Stolz aus den Bergen Häuser aushauen?“
Hier heisst es soviel wie „ ihr nimmt euch aus den bergen sprich ein Teil“

وَتَنْحِتُونَ مِنَ الْجِبَالِ بُيُوتًا
„Ihr nimmt euch einen Teil bzw. „Von“ den bergen zu Häusern“

Wir sehen hier ist die Präposition مِنَ „min“, welche so viel heisst wie „ein Teil der Berge“ wo hingegen im ersten Vers  ohne „min“  ist also heisst es „ihr nimmt euch die Berge zu Häuser“ also als wenn ihr die ganzen Berge zu Häuser nimmt ohne Aussnahme, welches rhetorisch stärker ist.

Die frage die sich hier stellt warum heisst es in einem vers

وَتَنْحِتُونَ الْجِبَالَ بُيُوتًا

(ihr nimmt euch die ganzen bergen zuhäsuern)

Und in dem anderen vers heisst obwohl es de selbe Geschichte ist

وَتَنْحِتُونَ مِنَ الْجِبَالِ بُيُوتًا

(Ihr nimmt euch von (einen Teil) den Berge Häuser ) dies wird durch die Präposition „von“
Also مِنَ dargestellt, welche im anderen vers nicht vorhanden ist.

Der Grund für die Erwähnung des مِنَ „Von“ in einem und der nicht Erwähnung im anderen ist genaustens dem Kontext entsprechend.
Dort wo es im Kontext um die Erde als Wohnhort und das Bauen von Flachland Schlösser geht, wird erwähtn das sie sich „ Die bergen zuhäuser nehmen“. Also weil der Kontext um das Wohnen und Bauen spricht wird das stärker Satzkonstrukt verwendet, um dem Kontext des Bauen gerecht zu bleiben.

Wohingegen in der Sura 26 ging es nicht um den Bau sondern hauptsächlich um Gärten , Wasser quellen usw. also da der Kontext nicht um den Bau bzw. Bauten geht heisst es „ihr nimmt von den bergen Häusern“ hier würde das Satzkonstrukt genutzt das weniger an bedeutung aufzeigt , weil es dem Kontext entsprechender nicht um den Bau geht sondern um die Gärten und Quellen usw.

Wer dieses Prinzip versteht dem wird nach einiger Forschung schnell klar das der ganze Koran auf diesem prinzip aufgebaut ist, dass die Präposition sprich die Bedeutung des Satzkonstrukte je nach Kontext verstärkt werden oder nicht.

Nochmal die Verse zum wirken lassen, im ersten geht es im Kontext um die Bauten und im zweiten geht es um Gärten und Quellen.
وَاذْكُرُوا إِذْ جَعَلَكُمْ خُلَفَاءَ مِنْ بَعْدِ عَادٍ وَبَوَّأَكُمْ فِي الْأَرْضِ تَتَّخِذُونَ مِنْ سُهُولِهَا قُصُورًا وَتَنْحِتُونَ الْجِبَالَ بُيُوتًا فَاذْكُرُوا آَلَاءَ اللَّهِ وَلَا تَعْثَوْا فِي الْأَرْضِ مُفْسِدِينَ) [الأعراف: 73-74].

„Und gedenkt, als Er euch zu Nachfolgern nach den ʿĀd machte und euch auf der Erde (Stätten) zuwies, so daß ihr euch in ihrem Flachland Schlösser nahmt und die Berge zu Häusern aushautet. Gedenkt also der Wohltaten Allahs und richtet auf der Erde nicht unheilstiftend Verderben an!“

أَتُتْرَكُونَ فِي مَا هَاهُنَا آَمِنِينَ * فِي جَنَّاتٍ وَعُيُونٍ * وَزُرُوعٍ وَنَخْلٍ طَلْعُهَا هَضِيمٌ * وَتَنْحِتُونَ مِنَ الْجِبَالِ بُيُوتًا فَارِهِينَ * فَاتَّقُوا اللَّهَ وَأَطِيعُونِ * وَلَا تُطِيعُوا أَمْرَ الْمُسْرِفِينَ * الَّذِينَ يُفْسِدُونَ فِي الْأَرْضِ وَلَا يُصْلِحُونَ) [الشعراء: 141- 152].
„Werdet ihr etwa in Sicherheit belassen in dem, was hier ist,in Gärten und an Quellen,in Getreidefeldern und unter Palmen, deren Blütenscheiden zart sind?Und werdet ihr (weiter) voller Stolz aus den Bergen Häuser aushauen?“
Hier heisst es soviel wie „ ihr nimmt euch aus den bergen sprich ein Teil“

Punkt 2
Märbät aal faras hier ist das der ohne min Chitab von allah ist und der andere mit min von den Propheten.
In diesem Beispiel wollen wir eine andere Verwendung der Präposition aufzeigen und diese präpesetion enthält neben der Genauigkeit in Struktur auch einen theologischen Aspekt auf den wir eingehen werden.

  1. يَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبِكُمْ “ (er vergibt euch all eure Sünden)
  2. يَغْفِرْ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ ( er vergibt euch von eure Sünden)

Wir sehen den unterschied ist die Verwenudng der Präspostion مِنْ

Im Koran wird an 6 stellen die aussage „يغفر لكم ذنوبكم “ (er vergibt euch eure Sünden).
قُلْ إِنْ كُنْتُمْ تُحِبُّونَ اللَّهَ فَاتَّبِعُونِي يُحْبِبْكُمُ اللَّهُ وَيَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبَكُمْ وَاللَّهُ غَفُورٌ رَحِيمٌ (31) آل عمران
„Sag: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und Barmherzig.„ SUre 3 Vers 31

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آَمَنُوا اتَّقُوا اللَّهَ وَقُولُوا قَوْلًا سَدِيدًا (70)„ يُصْلِحْ لَكُمْ أَعْمَالَكُمْ وَيَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبَكُمْ وَمَنْ يُطِعِ اللَّهَ وَرَسُولَهُ فَقَدْ فَازَ فَوْزًا عَظِيمًا (71) الأحزاب
O die ihr glaubt, fürchtet Allah und sagt treffende Worte,
„so läßt Er eure Werke als gut gelten und vergibt euch eure Sünden. Und wer Allah und Seinem Gesandten gehorcht, der erzielt ja einen großartigen Erfolg.„ Sure 33 Vers 70-71

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آَمَنُوا هَلْ أَدُلُّكُمْ عَلَى تِجَارَةٍ تُنْجِيكُمْ مِنْ عَذَابٍ أَلِيمٍ (10) تُؤْمِنُونَ بِاللَّهِ وَرَسُولِهِ وَتُجَاهِدُونَ فِي سَبِيلِ اللَّهِ بِأَمْوَالِكُمْ وَأَنْفُسِكُمْ ذَلِكُمْ خَيْرٌ لَكُمْ إِنْ كُنْتُمْ تَعْلَمُونَ (11) يَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبَكُمْ وَيُدْخِلْكُمْ جَنَّاتٍ تَجْرِي مِنْ تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ وَمَسَاكِنَ طَيِّبَةً فِي جَنَّاتِ عَدْنٍ ذَلِكَ الْفَوْزُ الْعَظِيمُ (12) الصف

„Ihr sollt an Allah und Seinen Gesandten glauben und euch auf Allahs Weg mit eurem Besitz und mit eurer eigenen Person abmühen; das ist besser für euch, wenn ihr nur wißt –,dann wird Er euch eure Sünden vergeben und euch eingehen lassen in Gärten, durcheilt von Bächen, und in angenehme Wohnungen in den Gärten Edens. Das ist der großartige Erfolg.“
(Saff 61 11:12)

Wir sehen Inden obigen 3 erwähnten Versen, dass es ein rede von allah direkt gegenüber den gläubigen ist und wenn Allah redet zeigt er die umfassende gnade gegenüber den gläubigen und es wird erwähnt „er vergibt euch alle eure Sünden „ يَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبَكُم

Auf der anderen Seite sehen wir die Verwendung „ يَغْفِرْ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ„
Hier ist es mit einem مِنْ „min“ welches „von“ bedeutet,  also weniger stark in bedeutung., weil es auf ein teil einer sache hindeutet.

Wie in Folgenden Versen

قَالَتْ رُسُلُهُمْ أَفِي اللَّهِ شَكٌّ فَاطِرِ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ يَدْعُوكُمْ لِيَغْفِرَ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ وَيُؤَخِّرَكُمْ إِلَى أَجَلٍ مُسَمًّى قَالُوا إِنْ أَنْتُمْ إِلَّا بَشَرٌ مِثْلُنَا تُرِيدُونَ أَنْ تَصُدُّونَا عَمَّا كَانَ يَعْبُدُ آَبَاؤُنَا فَأْتُونَا بِسُلْطَانٍ مُبِينٍ (10) إبراهيم

„Ihre Gesandten sagten: „Gibt es denn einen Zweifel über Allah, den Erschaffer der Himmel und der Erde, Der euch ruft, um euch (etwas) von euren Sünden zu vergeben und euch auf eine festgesetzte Frist zurückzustellen?“ Sie sagten: „Ihr seid nur menschliche Wesen wie wir. Ihr wollt uns von dem abhalten, dem unsere Väter dienten. So bringt uns eine deutliche Ermächtigung.“[14 :10]

يَا قَوْمَنَا أَجِيبُوا دَاعِيَ اللَّهِ وَآَمِنُوا بِهِ يَغْفِرْ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ وَيُجِرْكُمْ مِنْ عَذَابٍ أَلِيمٍ (31) الأحقاف„O unser Volk, erhört Allahs Rufer und glaubt an ihn, so vergibt Er euch (etwas) von euren Sünden und gewährt euch Schutz vor schmerzhafter Strafe.„
[46:31]

أَنِ اعْبُدُوا اللَّهَ وَاتَّقُوهُ وَأَطِيعُونِ (3) يَغْفِرْ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ وَيُؤَخِّرْكُمْ إِلَى أَجَلٍ مُسَمًّى إِنَّ أَجَلَ اللَّهِ إِذَا جَاءَ لَا يُؤَخَّرُ لَوْ كُنْتُمْ تَعْلَمُونَ (4) نوح
(euch zu mahnen:) Dient Allah und fürchtet Ihn, und gehorcht mir,so wird Er euch (etwas) von euren Sünden vergeben und euch auf eine festgesetzte Frist zurückstellen. Gewiß, Allahs Frist, wenn sie kommt, kann nicht zurückgestellt werden, wenn ihr nur wüßtet!“[ 71:3-4]

In den obigen Versen sehen wir, dass das „يَغْفِرْ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ“
Also مِنْ„Min“ wird hier erwähnt als ein Teil von Sünden bzw. wie es in der Übersetzung steht als ein Teil eurer Sünden. Ein schwächeres Wortkonstrukt und der Grund dafür ist dass in diesen Versen die Propheten zu ihren ungläubigen Völkern sprechen.Wohingegen in den ersten drei verse spricht Allah selber zu den Gläubigen und wenn Allah vergebeung verpsricht dann ist es volle Vergebung. Also ist dies dem kontext gerechter gewesen das in den ersten drei Versen es heisst “يَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبِكُمْ„ ( er vergibt euch alle eure Sünden) da Allah der sprechende ist.
Dieses Prinzip der göttlichen uneingeschränktheit in Vergebung , können wir noch an einem anderem Kornaischen Beispiel erklären.

Und zwar spricht in der Sure Nummer 2 Allah die Kinder Israels direkt an sprich und dort heisst es

وإذ قلنا ادخلوا هذه القرية فكلوا منها حيث شئتم رغدا وادخلوا الباب سجدا وقولوا حطة نغفر لكم خطاياكم وسنزيد المحسنين ) 58 البقرة,

„ Ich (allah) vergebe euch eure خطاياكم was so viel wie Fehler bedeutet und ist es eine grosse form des Plurals wohingegen in der Sure Nummer 7 das kleine wort für Fehler genutzt wird wo nicht Allah spricht sondern es eine erzählfom ist bzw
(وإذ قيل لهم اسكنوا هذه القرية وكلوا منها حيث شئتم وقولوا حطة وادخلوا الباب سجدا نغفر لكم خطيئتكم سنزيد المحسنين)
161الأعراف
„ und er (allah) wird euch eure خطيئاتكم Fehler vergeben“ hier wo es in der erzähform vorkommt wird das Wort genutzt was auf weniger Fehler deutet, aber als Allah direkt zu den Kindern Israels spricht wird das Wort, welches das starke plural ist und auf alle die Fehler hindeutet und passender zu dem edlen Sprecher allah ist „

Das ist ein Prinzip , welches im Ganzen koran beibehalten wird das jedesmal, wenn allah direkt spricht die stärkste form der Vergebung erwähnt wird.Weil dies passender zu seinem Attribute des vergebenden ist, also sehen wir wie Allah sich tatsächlich durch den Koran offenbart. Denn die Koransiche Rhetorik wirft ein spiegelt seine allvergebung wieder.
Zusammenfassung
Jedesmal wenn Allah zu den gläubigen spricht ist die Wortbedeutung stärker, weil die ganze Vergebung nur von ihm kommen kann und tut.
“يَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبِكُمْ„
„er vergibt euch alle eure Sünden“
Wohingegen die der Kontext ist in welchem die Propheten zu Ihrem Völkern sprechen heisst es ein Teil eurer Sünden, weil die sprechenden Propheten sind und das angesprochen Volk, welches dass sich gegen die Gott auflehnte daher würde das Wortkonstrukt gewählt welches auf weniger Vergebung deutet.
يَغْفِرْ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ
„Er vergibt euch „von“ euren Sünden“

ionen im Koran

Wie wir in vielen unserer Beiträge aufgezeigt haben ist der Koran ein archetektonsiches Meisterwerk wo jedes wort ja jeder Buchstabe an seinem bedeutungserfüllend Platz positioniert würde.

In diesem Beitrag wollen wir durch einige Beispiel der Verwendung des Koran der Präposition „von“ (im arabischen „Min“) im Sinne eines Teilstückes aufzeigen, wie genau der Koran Strukturiert ist.
Der Koran spricht über das Volk Thamud, welches eine geschichtlich unbekannte Zivilisation auf der Arabischen Halbinsel war. Alleine die Erwähnung des Korans dieser Zivilisation ist ein Wunder an sich.
Da es keine geschichtlichen Aufzeichnung über dieses Volk gibt und der Koran in genauster weise ihre Lebensweise und Geschehnisse schildert.

So heisst es in sura 7 vers 73-73
„Und (Wir sandten) zu Ṯamūd ihren Bruder Ṣāliḥ. Er sagte: „O mein Volk, dient Allah! Keinen Gott habt ihr außer Ihm. Nun ist ein klarer Beweis von eurem Herrn zu euch gekommen: Dies ist die Kamelstute Allahs, euch zum Zeichen. So laßt sie auf Allahs Erde fressen und fügt ihr nichts Böses zu, sonst überkommt euch schmerzhafte Strafe.
Und gedenkt, als Er euch zu Nachfolgern nach den ʿĀd machte und euch auf der Erde (Stätten) zuwies, so daß ihr euch in ihrem Flachland Schlösser nahmt und die Berge zu Häusern aushautet. Gedenkt also der Wohltaten Allahs und richtet auf der Erde nicht unheilstiftend Verderben an!“

Neben dieser geschichtlichen Erwähnung wollen wir hier auf einen ganz bestimmten Rhetorischen Punkt eingehen und zwar heisst es hier
„ und euch auf der Erde (Stätten) zuwies, so daß ihr euch in ihrem Flachland Schlösser nahmt und die Berge zu Häusern aushautet.“

Hier heisst وَتَنْحِتُونَ الْجِبَالَ بُيُوتًا
was so viel bedeutet wie „die Berge zu Häusern“

Wohingegen es wo anders heisst

In Sure 26

„Werdet ihr etwa in Sicherheit belassen in dem, was hier ist,in Gärten und an Quellen,in Getreidefeldern und unter Palmen, deren Blütenscheiden zart sind?Und werdet ihr (weiter) voller Stolz aus den Bergen Häuser aushauen?“
Hier heisst es soviel wie „ ihr nimmt euch aus den bergen sprich ein Teil“

وَتَنْحِتُونَ مِنَ الْجِبَالِ بُيُوتًا
„Ihr nimmt euch einen Teil bzw. Von den bergen zu Häusern“

Wir sehen hier ist die Präposition „min“ welche so viel heisst wie ein Teil der Berge wo hingegen im obigen vers es heisst ihr nimmt euch die Berge zu Häuser als wenn ihr die ganzen berge zu Häuser nimmt ohne Aussnahme, welches rhetorisch stärker ist.

Die frage die sich hier stellt warum heisst es in einem vers

وَتَنْحِتُونَ الْجِبَالَ بُيُوتًا

(ihr nimmt euch die ganzen bergen zuhäsuern)

Und in dem anderen vers heisst obwohl es de selbe Geschichte ist

وَتَنْحِتُونَ مِنَ الْجِبَالِ بُيُوتًا

(Ihr nimmt euch von (einen Teil) den Berge Häuser ) dies wird durch die Präposition „von“
Also مِنَ dargestellt, welche im anderen vers nicht vorhanden ist.

Der Grund für die Erwähnung des مِنَ „Von“ in einem und der nicht Erwähnung im anderen ist genaustens dem Kontext entsprechend.
Dort wo es im Kontext um die erde als wohnhort und das bauen von Flachland Schlösser geht wird erwähtn das sie sich „ Die bergen zuhäuser nehmen“ sprich weil der Kontext über das wohnen und bauen spricht wird das stärker wortkonstrukt an Bedeutung genutzt um dem Kontext des Bauen gerecht zu bleiben wohingegen in der sura 26 ging es nicht um en bau sondern hauptsächlich um Gärten , Wasser quellen usw. also da der Kontext nicht um den bau geht heisst es „ihr nimmt von den bergen Häusern“ hier würde das wortkonsturkt genutzt das weniger an bedeutung aufzeigt , weil es dem Kontext entsprechender nicht um den bau geht sondern um die Gärten und Quellen usw.

Wer dieses Prinzip versteht dem wird nach einiger Forschung schnell klar das der ganze Koran auf diesem prinzip aufgebaut ist das die Präposition sprich die bedeuten der konstrukte je nach Kontext verstärkt werden oder nicht.

Nochmal die Verse zum wirken lassen, im ersten geht es im Kontext um die bauten und im zweiten geht es um Gärten und Quellen.
وَاذْكُرُوا إِذْ جَعَلَكُمْ خُلَفَاءَ مِنْ بَعْدِ عَادٍ وَبَوَّأَكُمْ فِي الْأَرْضِ تَتَّخِذُونَ مِنْ سُهُولِهَا قُصُورًا وَتَنْحِتُونَ الْجِبَالَ بُيُوتًا فَاذْكُرُوا آَلَاءَ اللَّهِ وَلَا تَعْثَوْا فِي الْأَرْضِ مُفْسِدِينَ) [الأعراف: 73-74].

„Und gedenkt, als Er euch zu Nachfolgern nach den ʿĀd machte und euch auf der Erde (Stätten) zuwies, so daß ihr euch in ihrem Flachland Schlösser nahmt und die Berge zu Häusern aushautet. Gedenkt also der Wohltaten Allahs und richtet auf der Erde nicht unheilstiftend Verderben an!“

أَتُتْرَكُونَ فِي مَا هَاهُنَا آَمِنِينَ * فِي جَنَّاتٍ وَعُيُونٍ * وَزُرُوعٍ وَنَخْلٍ طَلْعُهَا هَضِيمٌ * وَتَنْحِتُونَ مِنَ الْجِبَالِ بُيُوتًا فَارِهِينَ * فَاتَّقُوا اللَّهَ وَأَطِيعُونِ * وَلَا تُطِيعُوا أَمْرَ الْمُسْرِفِينَ * الَّذِينَ يُفْسِدُونَ فِي الْأَرْضِ وَلَا يُصْلِحُونَ) [الشعراء: 141- 152].
„Werdet ihr etwa in Sicherheit belassen in dem, was hier ist,in Gärten und an Quellen,in Getreidefeldern und unter Palmen, deren Blütenscheiden zart sind?Und werdet ihr (weiter) voller Stolz aus den Bergen Häuser aushauen?“
Hier heisst es soviel wie „ ihr nimmt euch aus den bergen sprich ein Teil“
Zusammenfassung und Fazit
Hier sehen wir wie erwähnt das als es um bauen ging das Wortkonstrukt „ وَتَنْحِتُونَ الْجِبَالَ بُيُوتًا„ um dem kontext gerecht zu werden und aufzuzeigen das dieser geschichtsteil den Fokus auf den Bau legt und dadurch das Passende wortkonstrukt nutzt.
Wohingegen im zweiten vers es sich hauptsächlich um die Gärten und die Bepflanzung in erster Linie handelt und der bau sekundär ist , würde das Wortkonstrukt gewählt, welches passender ist udn auf weniger stärker deutet

وَتَنْحِتُونَ مِنَ الْجِبَالِ بُيُوتًا

„Ihr nimmt euch ein Teil der berge zu Häusern“ Weil der Hauptfokus nicht auf den bauten liegt.
Wir sehe wie der Koran jedem thematischen Inhalt die richtige Präposition wählt umm das gesagt wie eine literarische Waage dem gesagten anzupassen.

Punkt 2
Märbät aal faras hier ist das der ohne min Chitab von allah ist und der andere mit min von den Propheten.
In diesem Exemplar wollen wir eine andere Verwendung der Präposition aufzeigen und diese präpesetion enthält neben der Genauigkeit in Struktur auch einen theologischen Aspekt auf den wir eingehen werden.

Im Koran wird an 6 stellen die aussage „يغفر لكم ذنوبكم “ (er vergibt euch eure Sünden.
قُلْ إِنْ كُنْتُمْ تُحِبُّونَ اللَّهَ فَاتَّبِعُونِي يُحْبِبْكُمُ اللَّهُ وَيَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبَكُمْ وَاللَّهُ غَفُورٌ رَحِيمٌ (31) آل عمران
„Sag: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und Barmherzig.„ SUre 3 Vers 31
يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آَمَنُوا اتَّقُوا اللَّهَ وَقُولُوا قَوْلًا سَدِيدًا (70)
„ يُصْلِحْ لَكُمْ أَعْمَالَكُمْ وَيَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبَكُمْ وَمَنْ يُطِعِ اللَّهَ وَرَسُولَهُ فَقَدْ فَازَ فَوْزًا عَظِيمًا (71) الأحزاب
O die ihr glaubt, fürchtet Allah und sagt treffende Worte,
„so läßt Er eure Werke als gut gelten und vergibt euch eure Sünden. Und wer Allah und Seinem Gesandten gehorcht, der erzielt ja einen großartigen Erfolg.„ Sure 33 Vers 70-71
يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آَمَنُوا هَلْ أَدُلُّكُمْ عَلَى تِجَارَةٍ تُنْجِيكُمْ مِنْ عَذَابٍ أَلِيمٍ (10) تُؤْمِنُونَ بِاللَّهِ وَرَسُولِهِ وَتُجَاهِدُونَ فِي سَبِيلِ اللَّهِ بِأَمْوَالِكُمْ وَأَنْفُسِكُمْ ذَلِكُمْ خَيْرٌ لَكُمْ إِنْ كُنْتُمْ تَعْلَمُونَ (11) يَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبَكُمْ وَيُدْخِلْكُمْ جَنَّاتٍ تَجْرِي مِنْ تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ وَمَسَاكِنَ طَيِّبَةً فِي جَنَّاتِ عَدْنٍ ذَلِكَ الْفَوْزُ الْعَظِيمُ (12) الصف

„Ihr sollt an Allah und Seinen Gesandten glauben und euch auf Allahs Weg mit eurem Besitz und mit eurer eigenen Person abmühen; das ist besser für euch, wenn ihr nur wißt –,dann wird Er euch eure Sünden vergeben und euch eingehen lassen in Gärten, durcheilt von Bächen, und in angenehme Wohnungen in den Gärten Edens. Das ist der großartige Erfolg.“
(Saff 61 11:12)
Wir sehen Inden obigen 3 erwähnten Versen, dass es ein rede von allah direkt gegenüber den gläubigen ist und wenn allah redet zeigt er die umfassende gnade gegenüber den gläubigen und es wird erwähnt „er vergibt euch alle eure Sünden „ يَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبَكُم
Auf der anderen seite sehen wir die Verwendung „ يَغْفِرْ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ„
Hier ist es „min“ welches von bedeute, weil es nicht um die volle Vergebung sondern ein Teil andeutet also weniger stark in bedeutung. Also die ersten drei erwähnte Verse

قَالَتْ رُسُلُهُمْ أَفِي اللَّهِ شَكٌّ فَاطِرِ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ يَدْعُوكُمْ لِيَغْفِرَ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ وَيُؤَخِّرَكُمْ إِلَى أَجَلٍ مُسَمًّى قَالُوا إِنْ أَنْتُمْ إِلَّا بَشَرٌ مِثْلُنَا تُرِيدُونَ أَنْ تَصُدُّونَا عَمَّا كَانَ يَعْبُدُ آَبَاؤُنَا فَأْتُونَا بِسُلْطَانٍ مُبِينٍ (10) إبراهيم

„Ihre Gesandten sagten: „Gibt es denn einen Zweifel über Allah, den Erschaffer der Himmel und der Erde, Der euch ruft, um euch (etwas) von euren Sünden zu vergeben und euch auf eine festgesetzte Frist zurückzustellen?“ Sie sagten: „Ihr seid nur menschliche Wesen wie wir. Ihr wollt uns von dem abhalten, dem unsere Väter dienten. So bringt uns eine deutliche Ermächtigung.“ Sure 14 Vers 10
يَا قَوْمَنَا أَجِيبُوا دَاعِيَ اللَّهِ وَآَمِنُوا بِهِ يَغْفِرْ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ وَيُجِرْكُمْ مِنْ عَذَابٍ أَلِيمٍ (31) الأحقاف
„O unser Volk, erhört Allahs Rufer und glaubt an ihn, so vergibt Er euch (etwas) von euren Sünden und gewährt euch Schutz vor schmerzhafter Strafe.„
Sure 46. Vers 31

أَنِ اعْبُدُوا اللَّهَ وَاتَّقُوهُ وَأَطِيعُونِ (3) يَغْفِرْ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ وَيُؤَخِّرْكُمْ إِلَى أَجَلٍ مُسَمًّى إِنَّ أَجَلَ اللَّهِ إِذَا جَاءَ لَا يُؤَخَّرُ لَوْ كُنْتُمْ تَعْلَمُونَ (4) نوح
(euch zu mahnen:) Dient Allah und fürchtet Ihn, und gehorcht mir,so wird Er euch (etwas) von euren Sünden vergeben und euch auf eine festgesetzte Frist zurückstellen. Gewiß, Allahs Frist, wenn sie kommt, kann nicht zurückgestellt werden, wenn ihr nur wüßtet!“
Sure 71 Vers 3-4

In den letzten Versen sehen wir, dass das „يَغْفِرْ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ“
Also „Min“ wird hier erwähnt als ein Teil von Sünden bzw wie es in der Übersetzung steht als ein Teil eurer Sünden, hier wird nur ein Teil der Sonne vergeben bzw. Ein schwächere wortkonstrukt und der Grund dafür ist das in diesen Versen die Propheten zu ihren undgläubigen Völkern sprechen. Welches eine schwächeres Wortkonstrukt ist, weil es die Propheten sind die zu ihren Ungläubigen Völkern reden wohingegen in den ersten drei verse spricht allah zu den gläubigen und wenn allah vergebeung verpsrich dann ist es volle Vergebung. Also ist dies dem kontext gerechter gewesen das in den ersten drei Versen es heisst “يَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبِكُمْ„ ( er vergibt euch alle eure Sünden).
Dieses Prinzip der göttlichen uneingeschränktheit in Vergebung , können wir noch an einem anderem Kornaischen Beispiel erklären.

Und zwar spricht in der Sure Nummer 2 allah die Kinder Israels direkt an sprich und dort heisst es

وإذ قلنا ادخلوا هذه القرية فكلوا منها حيث شئتم رغدا وادخلوا الباب سجدا وقولوا حطة نغفر لكم خطاياكم وسنزيد المحسنين ) 58 البقرة,

„ Ich (allah) vergebe euch eure خطاياكم was so viel wie Fehler bedeutet und ist es eine grosse form des Plurals wohingegen in der Sure Nummer 7 das kleine wort für Fehler genutzt wird wo nicht allah spricht sondern es eine erzählfom ist bzw
(وإذ قيل لهم اسكنوا هذه القرية وكلوا منها حيث شئتم وقولوا حطة وادخلوا الباب سجدا نغفر لكم خطيئتكم سنزيد المحسنين)
161الأعراف
„ und er (allah) wird euch eure خطيئاتكم Fehler vergeben“ hier wo es in der erzähform vorkommt wird das Wort genutzt was auf weniger Fehler deutet, aber als allah direkt zu den Kindern Israels spricht wird das Wort, welches das starke plural ist und auf alle die Fehler hindeutet und passender zu dem edlen Sprecher allah ist „
Das ist ein Prinzip , welches im Ganzen koran beibehalten wird das jedesmal, wenn allah direkt spricht die stärkste form der Vergebung erwähnt wird.Weil dies passender zu seinem Attribute des vergebenden ist, also sehen wir wie Allah sich tatsächlich durch den Koran offenbart. Denn die Koransiche Rhetorik wirft ein spiegelt seine allvergebung wieder.
Zusammenfassung Fazit
Jedesmal wenn allah zu den gläubigen spricht ist die Wortbedeutung stärker, weil die ganze Vergebung nur von ihm kommen kann und tut.
“يَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبِكُمْ„
„er vergibt euch alle eure Sünden“
Wohingegen die der kontext ist in welchem die Propheten zu Ihrem Völkern sprechen heisst es ein Teil eurer Sünden, weil die sprechenden Propheten sind und das angesprochen Volk, welches dass sich gegen die Gott auflehnte daher würde das Wortkonstrukt gewählt welches auf weniger Vergebung deutet.
يَغْفِرْ لَكُمْ مِنْ ذُنُوبِكُمْ
„Er vergibt euch „von“ euren Sünden“

Zwei in Einem “Tadhmin”

In diesem Beitrag wollen wir auf eine weitere Feinheit der koranischen Rhetorik eingehen. Und zwar geht es um die Verwendung von Präpositionen, welche von der zu erwartenden (gängigen) Form des Wortes in eine andere umgewandelt werden, um eine zusätzliche Bedetung auszudrücken.
Dieses etwas abstrakt wirkende Prinzip wird in den Beispielen genau erläutert.
Man wird in der Lage sein, die logische und kontextuelle passende Verwendung nachzuvollziehen.

Es folgen nun einige Beispiele

Sure 18, Vers 1

الْحَمْدُ لِلَّهِ الَّذِي أَنْزَلَ عَلَى عَبْدِهِ الْكِتَابَ وَلَمْ يَجْعَلْ لَهُ عِوَجًا
„(Alles) Lob gehört Allah, Der das Buch (als Offenbarung) auf Seinen Diener herabgesandt und daran nichts Krummes gemacht hat“

Wir sehen hier in dem arabischem Text die Verwendung „لَهُ (lahu)” , dies ist eine Präposition und bedeutet „zu ihm“. Normalerweise würde man „فيه (fihi)”, also „in dem” erwarten, weil es ja darum geht, dass es im Koran keine Krümmung, sprich Fehler und Ungenauigkeiten gibt.
Dieser Begriff „فيه (fihi)”, welcher zu erwarten wäre, wurde mit „لَهُ (lahu) – zu ihm” ersetzt, um neben der Bedeutung, dass in dem Koran keine Fehler sind, auf eine weitere Bedeutung zurückzugreifen. Trotz der Nichterwähnnung der Präposition „fihi”, hallt die Bedeutung wie ein Echo durch den Vers.
Die zusätzliche Bedeutung, welche durch „ لَهُ (lahu)-zu ihm” ausgedrückt wird, zeigt auf, dass auch von AUßEN nichts Falsches bzw. Krummes an den Koran rangeführt werden kann. Es drückt eine Art Unnahrbahrkeit aus, welche der Koran im Bezug auf Veränderung und Fehler trägt.

Wir sehen ein sich komplimentierendes Bild, welches der Koran aufzeigt, indem er die zu erwartende Präposition durch eine andere ersetzt, um die Bedeutung der unerwarteten mit einzufangen, aber gleichzeitig die der erwartenden „فيه (fihi)” nicht zu verlieren. Auf den Punkt gebracht, die Bedeutung der zu erwartenden Präposition bleibt trotz der Nicht-Verwendung eingefangen im Vers und durch die Verwendung einer unerwarteten Präposition wird eine weitere Bedeutungsebene erstellt.

Ein weiteres Beispiel ist die Verwendung der Präposition in den Vormundschaftsversen, so heißt es

وآتوا اليتامى أموالهم ۖ ولا تتبدلوا الخبيث بالطيب ۖ ولا تأكلوا أموالهم إلى أموالكم ۚ إنه كان حوبا كبيرا

„Und gebt den Waisen ihren Besitz und tauscht nicht Schlechtes mit Gutem aus und zehrt nicht ihren Besitz zu eurem Besitz hinzu. Das ist gewiß ein schweres Vergehen.“
Die zu erwartende Präposition in diesem Vers wäre „مع (ma3) – mit”, da es darum geht, dass man den Besitz der Waisen nicht MIT seinem eigenen Besitz verzehren soll.

In diesem Vers aber heißt es, statt der zu erwartenden Präposition, anders. Und zwar wird „إلى – zu“ benutzt, da es darum geht, dass man das Gut der Waisen, für welche man die Vormundschaft trägt, nicht seinem Besitz HINZUfügen soll.
So ist die Übersetzung, wenn man die Präposition bzw. den Vers wörtlich übersetzen würde: „verzehrt nicht das Geld zu eurem Geld.”
Wenn man es so liest, wie es übersetzt wurde, kann man inhaltlich nicht so viel damit anfangen, der Leser würde sich fragen, warum es nicht ,,mit eurem Gut“ heißt. Dies ist so, weil wenn man das Geld eines anderen Menschen zu seinem Geld hinzufügt, sich die Grenzen verschwimmen bzw. man weiß irgendwann nicht mehr, welcher Teil der eigene ist. Dies kann jeder nachvollziehen, der einmal Geld hatte, was nicht ihm gehörte, und angefangen hat das Geld auszugeben.

„““““““Die tiefgründige rhetorische Nuance der Verwendung von „إلى – zu” deutet, neben dem Verbot des Verzehrens des Geldes generell, weil wie wir erwähnten die Bedeutung der zu erwartenden Präposition bleibt immer vorhanden, weil sie kontextgemäß eher Anrecht hat, es ist nur, weil sie so klar ist, spielt auch ihre Nicherwähnung keine Rolle.
Es gibt um eine andere Bedeutung, welche hier die tiefe Moral des Korans aufweist, und zwar mit der Verwendung von „إلى- zu“, deutet der Koran von vorne rein an, dass das Geld der Waisen weit weg von eurem Geld zu sein hat, also er ist fremdes Territorium. Und da der Koran sich selbsterklärend ist, finden wir diese erwähnte Bedeutung im Umkehrschluss in einem anderen Vers wieder.“““““““

Sure 6, Vers 152
وَلا تَقْرَبُوا مَالَ الْيَتِيمِ
„Und nähert euch nicht dem Besitz des Waisenkindes“

Zusammenfassung:
Der Koran weicht in diesem Vers von der erwartenden Präposition „مع – mit” ab, dessen Bedeutung aber vorhanden bleibt, nämlich, um eine weitere Bedeutung zu generieren, und zwar mit „إلى – zu”. Also wird durch das Abwenden der erwartenden Präposition Folgendes ausgedrückt, „verzehrt euer Gut nicht mit dem der Waisen und fügt nicht das Gut der Waisen zu eurem Besitz hinzu, weil es ja weit weg von euch zu sein hat”, also mit der Verwendung einer unerwarteten Präposition, sichert Allah die Rechte der Waisen besonderes ab. Ethik und Moral werden im Koran alleine durch die Präpositionen vermittelt.

Drittes Beispiel

قَالَ آمَنتُمْ لَهُ قَبْلَ أَنْ آذَنَ لَكُمْ إِنَّهُ لَكَبِيرُكُمُ الَّذِي عَلَّمَكُمُ السِّحْرَ فَلَأُقَطِّعَنَّ أَيْدِيَكُمْ وَأَرْجُلَكُم مِّنْ خِلافٍ وَلَأُصَلِّبَنَّكُمْ فِي جُذُوعِ النَّخْلِ وَلَتَعْلَمُنَّ أَيُّنَا أَشَدُّ عَذَابًا وَأَبْقَى

“Er (Firʿaun) sagte: „Ihr glaubt an ihn, bevor ich es euch erlaube? Er ist wahrlich euer Ältester, der euch die Zauberei gelehrt hat. So werde ich ganz gewiß eure Hände und eure Füße wechselseitig abhacken und euch ganz gewiß an Palmstämmen kreuzigen (lassen). Und ihr werdet ganz gewiß erfahren, wer von uns strenger im Strafen und beständiger ist.“

In diesem obigen Vers sehen wir die Wut Pharaos, weil er nicht einsehen will und kann, dass seine Zauberer dem Propheten Moses Glauben schenkten.
Und um diese Wut auszudrücken, sagt er, dass er sie allesamt kreuzigen wird und die zu erwartende Präposition wäre ,,على – an dem” bzw. das Kreuzigen an dem Kreuz. Nur hier heißt es ,,في – im”, wörtlich übersetzt sagt er, dass er sie IM Kreuz kreuzigen wird. Die Frage, die sich hier stellt, warum wurde die zu erwartende Präposition ,,على (ala)”, ,,an dem“ Kreuz nicht verwendet und stattdessen ,,في – im” verwendet, also er wird sie ,,im“ Kreuz kreuzigen?
Der Grund dafür ist ein rhetorischer, welcher uns einen Ausschnitt über den psychologischen Gemütszustandes des Pharaos verschafft, er ist nämlich extrem sauer und wütend, sodass er sie ins Kreuz reinkreuzigen wird bzw. ins Kreuz meißeln wird, so, als wenn sie zum Teil des Kreuzes gehörten. Die Emotionen des Gemütszustandes werden alle in der Verwendung der unerwartenden Präposition festgehalten.

Viertes Beispiel

Sure 70, Vers 1

سَأَلَ سَآئِلٌ بِعَذَابٍ وَاقِعٍ

,,Es fragt ein Fragesteller nach einer Strafe, die hereinbrechen wird”

In diesem Vers geht es darum, dass Anadhir Ibn harith, einer der Mekkanischen Götzendiener, nach der Strafe fragte. Aber die zu erwartende Präposition wäre ,,عن”, was so viel wie ,,nach” bedeutet, womit es auch übersetzt wurde. Aber die Präposition, welche in dem Vers vorhanden ist, lautet ,,ب”, was soviel wie ,,um” bedeutet. Dies ist so, weil die Frage nach der Strafe letztendlich eine spöttische Bitte ist, sie fragen nämlich nicht nach der Strafe, sondern bitten „um“ Strafe.

Und der Beweis dafür ist ein anderer Vers, der dies aufzeigt

اللهم إِن كَانَ هذا هُوَ الحق مِنْ عِندِكَ فَأَمْطِرْ عَلَيْنَا حِجَارَةً مِّنَ السمآء أَوِ ائتنا بِعَذَابٍ أَلِيمٍ

“Und als sie sagten: „O Allah, wenn dies tatsächlich die Wahrheit von Dir ist, dann lasse auf uns Steine vom Himmel regnen, oder bringe schmerzhafte Strafe über uns!“

Wir sehen, die Frage nach der Strafe ist in Wahrheit ein Bitten um Strafe und das alles wurde festgehalten mit der Verwendung der unterwarteten Präposition. Der Koran übersetzt also eine Sequenz bzw. die psycholoische Nuance der Fragenden durch das Verwenden einer unerwarteten Präposition, welche die generelle Bedeutung ,,nach“ und ,,um“ beinhaltet.

Fünftes Beispeil

Sure 76, vers 7

عَيْنًا يَشْرَبُ بِهَا عِبَادُ ٱللَّهِ يُفَجِّرُونَهَا تَفْجِيرًا

,,aus einer Quelle, aus der Allahs Diener trinken, die sie sprudelnd hervorströmen lassen.“

Hier haben wir ein weiteres Mal die Verwendung einer unerwarteten Präposition, es müsste im Normalfall heißen ,,من – von ihr“, also ,,von der Quelle“ trinken Allahs Diener. Aber im arabischen Text wird stattdessen die Präposition ,,بِ – mit“ verwendet, wörtlich übersetzt würde es bedeuteten ,,mit ihr“ oder ,,bei ihr“ trinken Allahs Diener.
Was ist die zusätzliche Bedeutung, welche durch die Verwendung der unerwartenden Präposition verbildicht wird?
Die Antwort darauf ist Folgendes, das ,,بِ“ visualisiert die unmittelbare Nähe zu den Paradiesquellen, neben der bereits im Kontext zu verstehenden Bedeutung, dass sie aus den Quellen trinken, fängt die Nutzung der unerwarteten Präposition darüber hinaus die Nähe zu den Quellen ein. Also sie trinken von der Quelle und erfreuen sich des Anblickes der Quelle und sind im Zustand des Genusses mit ihr. Auf Arabsich wird das ,,بِ (bi)“ für die Anwesenheit an einem Ort benutzt, “aqamna bilmeken – Wir ließen uns bei … nieder “.
Also die Verwendung des ,,بِ“ als Präposition, anstatt ,,من – von“, ,,von ihr trinken“, hält beide Bedeutungen fest, und zwar, dass sie von ihr trinken, bei ihr sind, sich der Anwesenheit erfreuen, sich nähern und Genuss erleben. Der Genuss ist, wenn man sieht, wie das Wasser aus der Quelle srömt, denn dies ist eine visuelle Befriedung, das Gefühl der Wonne, sprich der Fülle, wird durch diesen Ausdruck vermittelt. (Zum Beispiel: Man ist im Lebensmittelladen und kauft sich Quellwasser, wenn man sich vorstellt woher das Wasser stammt bzw. wie das Wasser aus den Alpen strömt, hat man das Bedürfnis der direkten unmittelbaren Nähe zu der Quelle.)

Facetteten der koranischen Rhetorik

Wortverwendungen geben Bedeutung wieder

In diesem Beitrag wollen wir aufzeigen, dass der jeweils in den Versen verwendete Begriff eine absolute Synchronität mit der zu übermittelnden Bedeutung bildet.
Es wird der Begriff ausgewählt, welcher mit seiner Charakteristik auf den zu übermittelnden Inhalt deutet.

  1. Punkt: „Widerspiegeln des Satzinhaltes mit kontextualer Wortverwendung“
  2. Beispiele:
    Als Allah aufzeigen wollte, wie sehr Jakob um seinen Sohn trauerte (es war eine ungewöhnlich starke Trauer in den Augen seiner Söhne, weil dies so lange anhielt), sagte Allah folgendes, um diesen Zustand der Trauer Jakobs zu beschreiben:

Sure 12, Vers 85:

قَالُوا تَاللَّهِ تَفْتَأُ تَذْكُرُ يُوسُفَ حَتَّى تَكُونَ حَرَضًا أَوْ تَكُونَ مِنَ الْهَالِكِينَ

„Sie sagten: „Bei Allah, du hörst nicht auf, von Yusuf zu sprechen, bis du dich ganz verzehrt hast oder zu denen gehörst, die zugrunde gehen. [12:85]

In diesem Vers sind ungewöhnliche Synonyme des Arabischen gewählt worden.
Das Wort تَاللَّهِ „Tallah“, ein Schwur, ist normalerweise im Arabischen mit einem „B“ versehen oder mit einem „W“ besetzt, also بالله (Billah) oder والله (Wallah).

Das „Ta“ wird in den seltensten Fällen verwendet. Es wird nur bei absolut befremdlichen Anlässen verwendet, hier in diesem Vers, um diese außergewöhnliche Trauer von Jakob (a.s.) festzuhalten. Deswegen wird die Form „تَاللَّهِ“ als Schwur von den Söhnen Jakobs verwendet.

Deswegen kommentierte At-Tibi (Korankommentar) dazu den Schwur „Tallah“ als einen Schwur, der zusätzlich eine spezifische Bedeutung beinhaltet. Neben einem gewöhnlichen Schwur trägt er die Verwunderung in sich. Da Verwunderung selten geschieht, ist auch das Vorkommen dieses Schwurs selten. Der Schwur kommt nur als Verstärkung in Verbindung mit dem Namen Gottes „Allah“ vor.

Der Begriff „تَفْتَأُ“ „Tafta“ ist auch ein seltener Begriff, welcher hier für „immer noch“ benutzt wird. Die Konjugation des Begriffs sowie dessen Bedeutung sind selten. Dies geschieht, um eine inhaltliche Fremde dieser Tat auszudrücken. Dieser Begriff taucht im gesamten Koran nur einmal auf, genau hier in diesem Vers, wo es um die Befremdlichkeit der Trauer geht.

Das Wort „حَرَضًا“ „Haradhan“ ist ein Begriff für den Tod. Er bedeutet nicht wie „Halak“ lediglich „sterben“, sondern ist ein Infinitiv, welcher auf das „durch den Zustand der Trauer sterben“ hindeutet. Auch der Begriff „حَرَضًا“ kommt im gesamten Koran nur einmal in diesem Vers vor. In dem Vers, in dem der äußerst seltene und einmalige Zustand Jakobs beschrieben wird. Hier sehen wir, wie die verwendeten Begriffe sozusagen durch ihre Verwendung die Bedeutung widerspiegeln, weil diese so selten ist.

  1. Beispiel:
    Ein weiteres Beispiel, in dem wir aufzeigen, dass die Verwendung der Wörter und Konjunktionen, also die Syntax, Suffixe und der Begriffe die Bedeutung des Inhalts widerspiegeln.

Sure 21, Vers 46:

„Und wenn sie ein Hauch von der Strafe deines Herrn berührt, dann werden sie sicher sagen: „O wehe uns, wir waren wahrlich Frevler!“

وَلَئِن مَّسَّتْهُمْ نَفْحَةٌ مِّنْ عَذَابِ رَبِّكَ لَيَقُولُنَّ يَا وَيْلَنَا إِنَّا كُنَّا ظَالِمِينَ

وَلَئِن (Iin) „und wenn“ bezeichnet in der arabischen Sprache eine konditionelle Phrase. Dieses Stilmittel deutet darauf hin, dass man das Eintreten einer Sache nicht erwartet.

Es wird erwähnt für وَإِن طَائِفَتَانِ مِنَ الْمُؤْمِنِينَ اقْتَتَلُوا فَأَصْلِحُوا بَيْنَهُمَا ۖ „und wenn zwei Gruppen der Gläubigen sich töten“. Dies ist eine Sache, die man nicht erwartet. Im Gegensatz dazu steht „إذا“, was auch soviel wie „und wenn“ heißt, nur ist die Charakteristik von „إذا“ eine zusichernde ist, eine Sache, die definitiv geschehen wird. Deswegen wird sie für die Hilfe Allahs gegenüber den Gläubigen verwendet wird. إِذَا جَاءَ نَصْرُ اللَّهِ وَالْفَتْحُ „Wenn Allahs Hilfe kommt und der Sieg“, weil dies eine Sache ist, die definitiv geschehen wird. Also die Konditionalpräposition in unserem Vers ist eine, welche eine schwache Charakteristik besitzt und auf das „Nichtgeschehen“ einer Sache deutet.

Das Wort „مَّسَّتْهُمْ“ steht für die niedrigste, kleinste Form der Berührung. Es heißt nicht „اصابكم“, welches für das Treffen eines Unglücks verwendet wird, da es kontextual passender ist.

Das Wort „نَفْحَةٌ“ beschreibt einen Hauch, also hier im Vers den Hauch einer Strafe. Der Begriff „نَفْحَةٌ“ ist die schwächste Form von Hauch. Die etwas stärkere Form wäre نفخه „nafcha“, weil es ein „ch“ statt einem leichten „hä“ besitzt. Darüber hinaus ist نَفْحَةٌ in seiner grammatikalischen Form „einzig“ und verkörpert demnach einen einzigen Hauch, was wiederrum die geringste Form in Wort, Bedeutung und Konjugation darstellt.

Das Wort „رَبِّكَ“, also der Begriff von Allahs Namen, welcher einen erziehenden Faktor beinhaltet und auf die Gaben hinweist, wird hier genutzt. Es heißt nicht Adhab „Djabber“ oder „Al Qahar“ (der Allbezwinger). Durch die Verwendung dieses Namen Allahs, welcher für Erziehung und Gaben steht, wird also wieder auf eine leichte Form der Strafe hingedeutet.

Wir sehen in den Verwendungen von Präposition und Begriff und der Eigenschaft Allahs, wie sich ein Gesamtbild ergibt, welches die generelle Bedeutung des Gesagten wiedergibt. Dass sie, sobald sie die kleinste Form der Strafe Allahs trifft, sofort verstehen werden, was sie falsch gemacht haben. Der Vers nochmal zur Wiederholung:
وَلَئِن مَّسَّتْهُمْ نَفْحَةٌ مِّنْ عَذَابِ رَبِّكَ لَيَقُولُنَّ يَا وَيْلَنَا إِنَّا كُنَّا ظَالِمِينَ

„Und wenn sie ein Hauch von der Strafe deines Herrn berührt, dann werden sie sicher sagen: „O wehe uns, wir waren wahrlich Frevler!“

Punkt 2:
Jetzt eine weitere Form der Rhetorik, in der ein verwendeter Begriff auf eine ganz besondere Bildlandschaft hindeutet.

وَأَغْطَشَ لَيْلَهَا وَأَخْرَجَ ضُحَاهَا

„Und Er hat seine Nacht finster gemacht und seine Morgenhelle hervorkommen lassen. “

Der Begriff وَأَغْطَشَAghtascha“:
Die Verwendung „aghtascha“ trägt in sich die Bedeutung des Verdunkelns “adhlama“. Darüber hinaus trägt es die Charakteristika der Stille und des Ausbreitens. Zusammengefasst also die Eigenschaft einer verdunkelnden Nacht, welche sich in Stille ausbreitet.

Wir sehen, wie die Verwendung eines Begriffes eine ganze Bildlandschaft widerspiegelt, wie die verdunkelnde Nacht eintritt und sich stillschweigend ausbreitet. Dadurch wird ein romantisches Bild aufgrund dieses Begriffes wiedergegeben. Weiterhin gibt auch der Wortklang dieses Begriffes genauestens dieses Szenario wider. Und zwar geht es mit einem أَ „Aa“ los, einem Klang, der sich dann in einem tiefen غْ „Gha“ einhängt auf dem durch ein „sukun“ (Ruhepunkt) stehen geblieben wird. Ein phonetisches Ruhen auf dem Buchstaben, sodass er ausklingt, was das Verdunkeln klanglich darstellt. Die letzte Silbe ist ein شَ „Scha“, welches einen verbreitenden Klang enthält. daher wird für das Wort „verbreiten“ auch dieser Buchstabe verwendet „naschr“.
فَلَمَّا سَمِعَتْ بِمَكْرِهِنَّ أَرْسَلَتْ إِلَيْهِنَّ وَأَعْتَدَتْ لَهُنَّ مُتَّكَأً

Der Begriff „Mutakaan مُتَّكَأً ist von den koranischen Wortneuschöpfungen wie die Sprachwissenschaftler sagen. Er stammt von dem Wort „itaka“, welches „anlehnen“ bedeutet.
Damit ist gemeint, dass die Frau des Königs (in der Geschichte von Joseph) den Frauen, welche in der Runde saßen, einige köstliche Kleinigkeiten wie Obst brachte, welche man im angelehnten Zustand verzehrt. Als die Frauen den wunderschönen Joseph erblickten, schnitten sie sich mit den Messern in die Handflächen, da sie seine Schönheit nicht anders ertragen konnten.
Deswegen wurde das Wort verwendet bzw. erfunden, um die Art des Essens darzustellen, welches angelehnt verzehrt wird und vorher geschält werden muss.
Also bildet das Wort مُتَّكَأً „Mutakaan“ eine ganze Bildlandschaft in dem ein ganzes Szenario festgehalten wird, welches einen, in die Pointe der Geschichte, einleitenden Faktor besitzt.
Ein Wort, welches ein Kopfkino erzeugt – der Koran erfindet das Wort – welches ohne jegliche Anstrengung ein Szenario wiedergibt, das den Leser in die Situation versetzt und Abläufe nachvollziehen lässt. Ein Bild angelehnter Frauen, die Fingerfood vorbereiten und sich bei dem Eintreten von Joseph in die Hände schneiden. Darüber hinaus ist der Begriff für das Schneiden قَطَّعْنَ „Qatt’an“. Aus morphologischer Sicht deutet es auf das Wiederholen eines Vorgangs hin.
Es stellt dar wie die Frauen von der Schönheit Josephs geblendet sind, sich wie in Trance befinden, betäubt immer wieder in die Hände schneiden.

Punkt 3: Die Wechselartige Verwendung von Begriffen
Der Koran nutzt einmal einen Begriff, welchen er dann aber an anderer Stelle wieder wechselt, um eine besondere Frequenz der bildlichen Eigenschaft hervorzurufen.
Da ein gewisser Faktor hinzukommt, wechselt der Koran das Synonym zu dem in diesem Fall passenderen Synonym.

Einige Beispiele werden wir hier erwähnen, um das erwähnte Prinzip aufzuzeigen

Beispiel:

Im Koran wird einmal unter anderem das Wort القريه (Qariya) für die Beschreibung eines Ortes erwähnt und einmal das Wort مدينه (Medina).
Das Wort القريه „Qariya“ beinhaltet in der Wortwurzel das Q und das R, welches in seiner Bedeutung auf das Kollektiv bzw. die Ansammlung einer Sache deutet. Deswegen wird es für ein Wassersammelbecken verwendet oder auch für den Koran selbst, weil das Prinzip dahinter die Ansammlung von Buchstaben einer Lesung ergibt. (Ein weiterer Grund nach Abu Hayyan ist, dass der Koran eine Ansammlung an Geschichten, Gesetzen, Weisheit, etc. sei. Als sammle der Koran alles für den Menschen Notwendige in sich.)

Nun sehen wir, dass dieser Begriff auf die Ansammlung einer Sache hindeutet. Wenn wir verstehen wie er für die Beschreibung eines Ortes verwendet wird, erkennen wir, dass der Ort eine Ansammlung von Menschen darstellt. Außerdem die Charakteristik der Ansammlung von Ideen und Gedanken. Sozusagen ein Gedankengut – ein Einheitsgedanke – bei dem man sich auf einen Gedanken bzw. eine Idee geeinigt hat, was in kleinen Dorfgemeinden meist der Fall ist.
Deswegen hat der Begriff „Qariya“ auch die Charakteristik bzw. wird für eine kleine Ortschaft genutzt.

Der Begriff „Medina“ مدينه ,der andere Begriff für den Ort, kommt von „madana“, der die Bedeutung von Materie in sich trägt. Wenn etwas aufgebaut wird und den Eigenschaft des Errichtens beinhaltet. Die Idee dahinter ist, dass wenn eine Stadt sich ausbereitet, bebaut wird, die Gebäude errichtet werden und die Materie zunimmt, dann spricht man von einer „Medina“, was man mit Stadt bzw. Metropole übersetzten kann.
Also hat es nicht den kleinen dörflichen Charakter, wo ein Gedankengut vorherrschend ist.
Es deutet gegenteilig auf Größe und Weite. Wie Großstadt bzw. Metropole.

So heißt es hier in Sura 18, Vers 77:

فَانْطَلَقَا حَتَّى إِذَا أَتَيَا أَهْلَ قَرْيَةٍ اسْتَطْعَمَا أَهْلَهَا فَأَبَوْا أَنْ يُضَيِّفُوهُمَا فَوَجَدَا فِيهَا جِدَارًا يُرِيدُ أَنْ يَنْقَضَّ فَأَقَامَهُ

„Da zogen sie beide weiter, bis, als sie dann zu den Bewohnern einer Stadt قَرْيَةٍ (Qariya) kamen, sie ihre Bewohner um etwas zu essen baten; diese aber weigerten sich, sie gastlich aufzunehmen. Da fanden sie in ihr eine Mauer, die einzustürzen drohte, und so richtete er sie auf. Er (Mūsā) sagte: »Wenn du wolltest, hättest du dafür wahrlich Lohn nehmen können.«
Wir sehen das alle Dorfbewohner sich darauf einigten ihnen nichts zu geben.
Also wurde hier das Wort „Qariya“ verwendet, weil dies wie wir sagten auf eine Einstimmigkeit hindeutet.

Aber dann in den nächsten Versen wird diese Stadt قَرْيَةٍ “Qariya”als Medina betitelt.
Wie wir hier sehen:

وَأَمَّا ٱلْجِدَارُ فَكَانَ لِغُلَٰمَيْنِ يَتِيمَيْنِ فِى ٱلْمَدِينَةِ وَكَانَ تَحْتَهُۥ كَنزٌ لَّهُمَا وَكَانَ أَبُوهُمَا صَٰلِحًا فَأَرَادَ رَبُّكَ أَن يَبْلُغَآ أَشُدَّهُمَا وَيَسْتَخْرِجَا كَنزَهُمَا رَحْمَةً مِّن رَّبِّكَ ۚ وَمَا فَعَلْتُهُۥ عَنْ أَمْرِى ۚ ذَٰلِكَ تَأْوِيلُ مَا لَمْ تَسْطِع عَّلَيْهِ صَبْرًا

„Was aber die Mauer angeht, so gehörte sie zwei Waisenjungen in der Stadt ٱلْمَدِينَةِ (Medina), und unter ihr befand sich ein für sie bestimmter Schatz. Ihr Vater war rechtschaffen, und da wollte dein Herr, daß sie (erst) ihre Vollreife erlangen und (dann) ihren Schatz hervorholen – aus Barmherzigkeit von deinem Herrn. Ich tat es ja nicht aus eigenem Ermessen.
Das ist die Deutung dessen, was du nicht aushalten konntest.“

Was ist der Grund hierfür? Dieser liegt wie wir sehen in der Geschichte von Moses und dem rechtschaffenden Diener, der die eingestürzte Mauer wieder aufbaute. Dies ist eine materielle Komponente, die der Stadt hinzugefügt wurde und durch die Ergänzung bzw. Erwähnungen dieser Mauer wird die Qariya zu einer Medina bzw. bekommt die Charakteristik einer größeren Stadt.

Eine weiteres Bespiel der Verwendung von den Begriffen Qariya und Medina verdeutlicht folgendes

In Sure 36, Vers 13:

وَاضْرِبْ لَهُمْ مَثَلا أَصْحَابَ الْقَرْيَةِ إِذْ جَاءَهَا الْمُرْسَلُونَ إِذْ أَرْسَلْنَا إِلَيْهِمُ اثْنَيْنِ فَكَذَّبُوهُمَا فَعَزَّزْنَا بِثَالِثٍ

“Und präge ihnen als Gleichnis die (Geschichte der) Bewohner der Stadt الْقَرْيَةِ (Qariya), als die Gesandten zu ihr kamen.”

Hier sehen wir, dass die ganze Dorfgemeinschaft auf dem Gedanken des Unglaubens waren.

Danach heißt es nur einige Verse später:

وَجَاءَ مِنْ أَقْصَى الْمَدِينَةِ رَجُلٌ يَسْعَىٰ قَالَ يَا قَوْمِ اتَّبِعُوا الْمُرْسَلِينَ (20)“
“Und es kam vom äußersten Ende der Stadt الْمَدِينَةِ ein Mann gelaufen. Er sagte: „O mein Volk, folgt den Gesandten.”

Hier finden wir für die Verwendung desselben Ortes die Bezeichnung der “Medina”, weil hier auf die Weite dieser Stadt angespielt wird und sie dadurch eine andere Charakteristik bekam.
Deswegen heißt es “äußersten Ende”, um aufzuzeigen, wie weit sich die Nachricht über das Kommen der Gesandten verbreitet hat. Darüber hinaus ist jetzt ein Gläubiger in der Stadt und das bricht den Einheitsgedanken der “Qariya”.

Wir sehen also wie aus der “Qariya” eine “Medina” wird, wenn kontextuell der Inhalt auf Weite deutet und Verbreitung bzw. Vergrößerung einer Sache und durch das Auftauchen eines Gläubigen der Einheitsgedanke des Unglaubens gebrochen wird.

Wir wollen noch ein weiteres Beispiel anführen.

Sure 12, Vers 82:

واسأل القرية التي كنا فيها والعير التي أقبلنا فيها وإنا لصادقون

“Frage nur in der Stadt القرية nach, in der wir waren, und in der Karawane, mit der wir kamen; gewiß, wir sagen die Wahrheit.“

Hier können wir sehen, dass die Stadt „Qariya“ genannt wird.
Als es hingegen um den Klatsch und Tratsch bzw. den „Gossip“ ging, welcher sich bis über die Stadtmauern hinaus verbreitete, hieß es wie im Folgenden zu sehen الْمَدِينَةِ Medina.

Sure 12, Vers 30:

وَقَالَ نِسْوَةٌ فِي الْمَدِينَةِ امْرَأَةُ الْعَزِيزِ تُرَاوِدُ فَتَاهَا عَنْ نَفْسِهِ قَدْ شَغَفَهَا حُبًّا إِنَّا لَنَرَاهَا فِي ضَلالٍ مُبِينٍ (30)

„(Einige) Frauen in der Stadt الْمَدِينَةِ (Medina) sagten: „Die Frau des hohen Herrn versucht, ihren Burschen zu verführen. Er hat sie in leidenschaftliche Liebe versetzt. Wir sehen wahrlich, sie befindet sich in deutlichem Irrtum.“

Hier wurde das Wort Medina für Stadt erwähnt, weil es auf die Verbreitung bzw. Reichweite deutet und auf die Größe der Stadt angespielt wird. Deswegen wird auf diese Charakteristik eingegangen und der Begriff الْمَدِينَةِ wird für Stadt ausgewählt, um zu verdeutlichen, dass sie die Nachrichten aus dem Herrschaftspalast wie ein Lauffeuer über die Stadtmauern hinaus weit verbreitete.
Wir sehen wie durch die Verwendung alleine von Synonymen bzw. genauen Wortverwendungen ganze Bildlandschaften, Umstände und eine Transformation in eine gesellschaftliche Psychologie entstehen und geprägt werden.
Der Effekt, dass sich diese Nachricht aus dem Königshaus, welches in der Regel immer darauf bedacht ist, dass nichts den Palast verlässt, bis in die am weit entferntesten Stadtteile verbreitet,
ergibt sich allein durch die Verwendung des Begriffes الْمَدِينَةِ (Medina). Bei dem Begriff „Qariya“ jedoch wäre diese dramatische Visualisierung der Geschehnisse, dass sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet, nicht zustande gekommen.

Ein weiteres Beispiel für die unterschiedlichen Worte, die im Koran für das Wort Grab benutzt werden. Einmal القبر(Qubur) und an anderer Stelle ( Adjdath) أجداث .

Das Wort „Adjdath“ أجداث trägt eine spezielle Charakteristik in sich von dem nahen Wort الجَدَثة.
Dies deutet auf einen Laut bzw. Geräusch hin, welches die Hufen eines Pferdes oder Kamels verursachen, wenn sie auf den Erdboden treten.
Darüberhinaus wird der Begriff الجَدَثة auch für das Zerkauen von Fleisch benutzt. Dies ist hier so passend, weil die Erde an ihrem Fleisch genagt und sie aufgegessen hat, sodass ihre Leichen als Skelett aus ihren Gräbern herauskommen.

Jetzt wollen wir sehen wie der Begriff „Djadath“ für das Grab nur in diesem Kontext verwendet wird:

[وَنُفِخَ فِي الصُّورِ فَإِذَا هُمْ مِنَ الأَجْدَاثِ إِلَى رَبِّهِمْ يَنْسِلُونَ] {يس: 51
„Es wird ins Horn geblasen werden, und da laufen sie sogleich schnell aus den Gräbern الأَجْدَاثِ (Ajdath) zu ihrem Herrn herbei.“

[خُشَّعًا أَبْصَارُهُمْ يَخْرُجُونَ مِنَ الأَجْدَاثِ كَأَنَّهُمْ جَرَادٌ مُنْتَشِرٌ] {القمر:7}
„werden sie mit gedemütigten Blicken aus den Gräbern الأَجْدَاثِ herauskommen wie ausschwärmende Heuschrecken.“

[يَوْمَ يَخْرُجُونَ مِنَ الأَجْدَاثِ سِرَاعًا كَأَنَّهُمْ إِلَى نُصُبٍ يُوفِضُونَ] {المعارج:43}

Wir sehen in den Versen, dass jedes Mal, wenn es darum geht, dass die Menschen in einer schnellen physischen, sprich körperlichen Art und Weise am Tag der Auferstehung aus ihren Gräbern kommen, dieser Begriff الأَجْدَاثِ (adjdath) für das Grab benutzt wird. Er trägt die akustische Bedeutung des Umgrabens der Erde in sich.

Durch die Verwendung des Begriffs „Adjdath“ wird ein hörbares, knisterndes Szenario geschaffen, das die Akustik des Moments vermittelt sowie visualisiert, wenn die Menschen am Tag der Auferstehung aus ihren Gräbern kommen und die Erde umgraben und durchwühlen.
Wir sehen wie der Koran anhand der Verwendung von Synonymen filmreife Szenarien einfängt.

Auf der anderen Seite:

Der Begriff القبر (Qubur) hingegen wird für das Grab an sich benutzt, wie wir in den folgenden Versen sehen:

Sure 22, Vers 7:
[وَأَنَّ السَّاعَةَ آَتِيَةٌ لَا رَيْبَ فِيهَا وَأَنَّ اللهَ يَبْعَثُ مَنْ فِي القُبُورِ] {الحج:7}
„und weil die Stunde kommt, an der es keinen Zweifel gibt, und weil Allah (all) diejenigen auferwecken wird, die in den Gräbern القبر(Qubur) sind.“

Sure 35, Vers 22:
[وَمَا يَسْتَوِي الأَحْيَاءُ وَلَا الأَمْوَاتُ إِنَّ اللهَ يُسْمِعُ مَنْ يَشَاءُ وَمَا أَنْتَ بِمُسْمِعٍ مَنْ فِي القُبُورِ] {فاطر:22}
„Und nicht gleich sind auch die Lebenden und die Toten. Allah läßt hören, wen Er will. Und du vermagst nicht, diejenigen hören zu lassen, die in den Gräbern القبر(Qubur) sind.“

Sure 60, Vers 13:
[يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آَمَنُوا لَا تَتَوَلَّوْا قَوْمًا غَضِبَ اللهُ عَلَيْهِمْ قَدْ يَئِسُوا مِنَ الآَخِرَةِ كَمَا يَئِسَ الكُفَّارُ مِنْ أَصْحَابِ القُبُورِ] {الممتحنة:
„O die ihr glaubt, nehmt nicht Leute zu Schutzherren, denen Allah zürnt. Sie haben ja die Hoffnung auf das Jenseits aufgegeben, so wie die Ungläubigen die Hoffnung (auf Wiederauferstehung) der (Toten) in den Gräbern القبر (Qubur) aufgegeben haben.“

Sure 100, Vers 9:
[[أَفَلَا يَعْلَمُ إِذَا بُعْثِرَ مَا فِي القُبُورِ] {العاديات
“Weiß er denn nicht? Wenn durchwühlt wird, was in den Gräbern القبر (Qubur) ist.“

Wir sehen also, dass in den Versen, wo es ausschließlich (nicht um das Auferstehen aus Ihnen) um die Gräber geht, der Begriff القبر(Qubur) für die Gräber benutzt wird.

Zusammengefasst:

Wir sehen, dass der Koran jedesmal, wenn es um die Gräber an sich geht, den Begriff القبر (Qubur) verwendet. Immer, wenn es um das Herauseilen der Menschen aus diesen Gräbern am Tag der Auferstehung geht, wird der Begriff الأَجْدَاثِ(djdath) für die Gräber verwendet, der auf die Geräuschkulisse hindeutet, welche dabei entsteht.
Darüber hinaus wird das visuelle Szenario eines Körpers erzeugt. Von Skeletten, bei denen sich das Fleisch von den Knochen gelöst hat und die wie Zombies aus ihren Gräbern eilen. Dies alles geschieht durch die Verwendung dieses Begriffs.

Quellen:
Mabahith fi 3djaz al Qur‘an, Dr. Mustafa Muslim
Dr. Fadhil Samarai, Lamosot bayaniya

Ramadan-Serie Teil 1: Widersprüche im Koran?

In dieser Beitragsreihe wollen wir auf die exakte Wortwahl im Koran eingehen und aufzeigen, dass die koranische Verwendung von Wörtern keine widersprüchliche Bedeutung in sich trägt – weder hinsichtlich wissenschaftlichen Fakten und historischen Erkenntnissen, noch in sich selbst, sondern absolut kohärent Rhetorik aufweist.
 
Die Prämisse, welche im folgendem Vers aufgestellt wird, ist, dass wenn der Koran von jemandem anderem außer Allah stammen würde, er viele Widersprüche enthalten würde.
أَفَلَا يَتَدَبَّرُونَ ٱلْقُرْءَانَ ۚ وَلَوْ كَانَ مِنْ عِندِ غَيْرِ ٱللَّهِ لَوَجَدُواْ فِيهِ ٱخْتِلَٰفًا كَثِيرًا
 „Denken sie denn nicht sorgfältig über den Koran nach? Wenn er von jemand anderem wäre als von Allah, würden sie in ihm wahrlich viel Widerspruch finden.“ [4:82]”
 
Dadurch dass der Koran widerspruchsfrei sprich absolut ist, macht ihn das zur göttlichen Offenbarung.
 
„Als Prämisse (lat. praemissa „das Vorausgeschickte“) oder Vordersatz bezeichnet man in der Logik eine Voraussetzung oder Annahme. Sie ist eine Aussage, aus der eine logische Schlussfolgerung gezogen wird.“
 
Der Koran fordert die Menschheit heraus seinen göttlichen Ursprung zu widerlegen und dies anhand eines Falsifikationismus.
 
(Falsifikation, auch Falsifizierung (von lat. falsificare „als falsch erkennen“) oder Widerlegung, ist der Nachweis der Ungültigkeit einer Aussage, Methode, These, Hypothese oder Theorie. Aussagen oder experimentelle Ergebnisse, die Ungültigkeit nachweisen können, heißen „Falsifikatoren“.)
 
„Eine Falsifikation besteht aus dem Nachweis immanenter Inkonsistenzen bzw. Widersprüche (Kontradiktion) oder der Unvereinbarkeit mit als wahr akzeptierten Instanzen (Widerspruch zu Axiomen) oder aus der Aufdeckung eines Irrtums. Methodisch konfrontiert man die widersprüchlichen Aussagen, die aus der Ausgangsbehauptung folgen, als Gegenhypothese oder Antithese.)“
 
Die Verwendung des Falsifikationismus
 
Eine zentrale Rolle spielt die Widerlegung in der Beweistheorie der Mathematik. Zum Beispiel für den Beweis durch Widerspruch (Reductio ad absurdum)
 
Auch die Auswertung von durch Experimente gewonnenen Daten dient der Falsifikation, in der empirischen Stochastik etwa im Rahmen eines Stichprobenplanes, um Ergebnisse von Beobachtungen zu bezeichnen, die einer angenommenen Wahrscheinlichkeit nicht entsprechen, oder um Kausalitäten zu beurteilen (Nullhypothese). Siehe ausführlich Hypothese (Statistik).
 
In der Informatik bestimmt man mit falsifizierenden Verfahren die Anwesenheit von Fehlern in einer Software, etwa durch Statische Code-Analyse.
 
Der Informationsgehalt einer Aussage bemisst sich an der Anzahl der Möglichkeiten die Aussage zu überprüfen und zu widerlegen (zu falsifizieren). Eine Aussage, die sich nicht überprüfen und damit also auch nicht widerlegen lässt, hat demnach keinen Informationsgehalt. Beispielsweise lässt sich die Aussage „Wenn ich den Gegenstand auf den Boden fallen lasse, zerbricht er oder auch nicht“, nicht widerlegen. Jedes Ereignis würde diese Aussage (Hypothese) bestätigen und kein Ereignis könnte die Aussage widerlegen (falsifizieren).
 
Dieser Begriff darf aber nicht verwechselt werden mit der Bedeutung des Informationsgehalts in der Informationstheorie von Claude Shannon.
 
Der Begriff taucht in der Wissenschaftstheorie an zwei Stellen auf:
 
Im Zusammenhang mit der Formulierung von Hypothesen
„Je weniger Falsifikatoren, desto geringer ist der Informationsgehalt“.[1]
„Je größer die Anzahl der potentiellen Falsifikatoren, desto höher ist ihr ‚Informationsgehalt‘ [2]“.[3]
 
Um dieses wissenschaftliches Prinzip greifbar zu machen, folgt ein Beispiel. Wenn eine Person von einer Begebenheit berichtet und wir unsere Zweifel an dem Wahrheitsgehalt dieser haben, verwenden wir die Methode des Falsifizierens. Dies zeigt sich dadurch, indem wir nach mehr Informationen fragen. Denn umso mehr Informationen gegeben sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Widerspruch in dem Gesagten vorzufinden ist.
 
Sei es eine Frau, die daran zweifelt, ob ihr Mann treu ist und wo er denn gewesen sei. Sie stellt Fragen und Fragen, um einen möglichen Widerspruch in den Antworten ihres Mannes zu finden und ihn zu überführen.
Unser Gehirn analysiert fortwährend Situation und Gesagtes und gleicht es mit bereits vorhandenem Wissen ab bzw. oder bereits Gesagtem, um diese Geschehnisse und Aussagen zu falsifizieren.
Der Koran selbst enthält bzw ruft den fordert den Menschen mit Prinzip der Falsifikationismus auf zu bedenken und zu analysieren. Allerdings beansprucht der Koran die absolute Form des Wahrheitsgehalts. Der Koran enthält kosmologische, anthropologische, zukünftige, normative, historische und sprachwissenschaftliche Gegebenheiten. Er weist keine Widersprüche auf.
 
أَفَلَا يَتَدَبَّرُونَ ٱلْقُرْءَانَ ۚ وَلَوْ كَانَ مِنْ عِندِ غَيْرِ ٱللَّهِ لَوَجَدُواْ فِيهِ ٱخْتِلَٰفًا كَثِيرًا
„Denken sie denn nicht sorgfältig über den Koran nach? Wenn er von jemand anderem wäre als von Allah, würden sie in ihm wahrlich viel Widerspruch finden.“ [4:82]
 
Ein simpler Analogieschluss, den dieser Koranvers beinhaltet.
 
So wird er in der Koranerläuterung „Tafsir al-Baghawi“ folgendermaßen kommentiert:
 
اله ابن عباس ، وقيل : لوجدوا فيه أي : في الإخبار عن الغيب بما كان وبما يكون اختلافا كثيرا ، أفلا يتفكرون فيه فيعرفوا – بعدم التناقض فيه وصدق ما يخبر – أنه كلام الله تعالى لأن ما لا يكون من عند الله لا يخلو عن تناقض واختلاف .
 
„Ibn ‘Abbās sagte: So würden sie im Koran viel Widersprüchliches finden in Bezug auf vergange Geschehnissen und auch auf künftige Ereignisse. Bedenken sie denn nicht, so dass sie verstehen, dass der Fakt, dass der Koran keine Wiedersrpüche beinhaltet und dass alles, was er berichtet den Tatsachen entspricht, der Beweis dafür ist, dass er das Wort Allahs ist. Denn alles was nicht von Allah ist, ist nicht frei von Widrspruchen und Ungenügsamkeiten.“ 1
 
Auch in der Koranerläuterung von Imam al-Baidāwī (gest.791 n.H.) heißt es:
 
﴿أفَلا يَتَدَبَّرُونَ القُرْآنَ﴾ يَتَأمَّلُونَ في مَعانِيهِ ويَتَبَصَّرُونَ ما فِيهِ، وأصْلُ التَّدَبُّرِ النَّظَرُ في أدْبارِ الشَّيْءِ. ﴿وَلَوْ كانَ مِن عِنْدِ غَيْرِ اللَّهِ﴾ أيْ ولَوْ كانَ مِن كَلامِ البَشَرِ كَما تَزْعُمُ الكُفّارُ. ﴿لَوَجَدُوا فِيهِ اخْتِلافًا كَثِيرًا﴾ مِن تَناقُضِ المَعْنى وتَفاوُتِ النُّظُمِ، وكانَ بَعْضُهُ فَصِيحًا وبَعْضُهُ رَكِيكًا، وبَعْضُهُ يَصْعُبُ مُعارَضَتُهُ وبَعْضُهُ يَسْهُلُ، ومُطابَقَةُ بَعْضِ أخْبارِهِ المُسْتَقْبَلَةِ لِلْواقِعِ دُونَ بَعْضٍ، ومُوافَقَةُ العَقْلِ لِبَعْضِ أحْكامِهِ دُونَ بَعْ
 „(Mit Bedenken sie nicht den Koran ist gemeint:) Seine Bedeutungen bedenken und Einsicht durch seine Inhalte erlangen. Die ursprüngliche Bedeutung des Bedenkens (Tadabbur) lautet das Sehen des Rückens, das Ende einer Sachen oder das Verstehen der Konsequenzen.
 
(Wenn er von jemand anderem als Allah wäre, würde er vielerlei Widersprüche beinhalten):
 
D.h, wenn er von den Worten der Menschen, wie es die Ungläubigen behaupten wäre, wäre er voller Widersprüche. Er wäre widersprüchlich in seiner Bedeutung und würde eine Diskrepanz in seiner Ordnung aufweisen. Darüber hinaus wäre ein Teil des Korans eloquent, ein anderer (wiederum) nicht. Des Weiteren wäre ein Teil des Korans schwer zu widerlegen und ein anderer leicht. Ein Teil wäre übereinstimmend mit zukünftigen Ereignissen, ein anderer Teil nicht. Ein Teil der koranischen Normen wäre entsprechend des menschlichen Verstandes, ein anderer Teil nicht.“2
 
Wir sehen, also wie klassische Exegeten diesen Vers gedeutet haben im dem Sinne, dass der Koran in seiner Einheit mit all seinen Facetten in sich ein absolut kohärenter Text ist und keine Ungleichheit in seiner Vollkommenheit aufweist. Um dieses Prinzip zu manifestieren, erwähnten sie beispielsweise, dass der Koran weder in seiner Rhetorik, Ordnung, Beziehung der Normen zum Verstand noch zukünftige und vergangene Geschehnisse keine Unstimmigkeit aufweist.
 
Nach dieser Einleitung wollen wir nun einige Fallbeispiele anführen, welche aufzeigen sollen, dass der Koran weder äußeren Wahrheiten im Sinne von wissenschaftlichen Fakten noch geschichtlichen Ereignissen widerspricht. Darüber hinaus ist der Koran weder in seiner Rhetorik noch in seiner Bedeutung widersrpüchlich bzw. unstimmig, sondern erzeugt eine perfekte Harmonie.
 
1. Beispiel
 
In dem 5. Vers aus der Sure az-Zumar heißt es:
 
خَلَقَ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضَ بِالْحَقِّ ۖ يُكَوِّرُ اللَّيْلَ عَلَى النَّهَارِ وَيُكَوِّرُ النَّهَارَ عَلَى اللَّيْلِ ۖ وَسَخَّرَ الشَّمْسَ وَالْقَمَرَ ۖ كُلٌّ يَجْرِي لِأَجَلٍ مُسَمًّى ۗ أَلَا هُوَ الْعَزِيزُ الْغَفَّارُ
 „Er hat die Himmel und die Erde in Wahrheit erschaffen. Er lässt die Nacht den Tag umschlingen, und Er lässt den Tag die Nacht umschlingen. Und Er hat die Sonne und den Mond dienstbar gemacht – ein jedes läuft auf eine festgesetzte Frist zu. Sicherlich, Er ist der Allmächtige und Allvergebende“*3
 
In diesem Vers wollen wir auf drei Punkte eingehen und aufzeigen warum der Koran speziell die die (folgenden) Begriffe im obigen Vers verwendet, welche absolut akkurat sind und mit keinen anderen Begriffen hätten ausgetauscht werden können.
 
1. Punkt
 
يُكَوِّرُ اللَّيْلَ عَلَى النَّهَارِ وَيُكَوِّرُ النَّهَارَ عَلَى اللَّيْلِ
„Er lässt die Nacht den Tag umschlingen, und Er lässt den Tag die Nacht umschlingen.“
 
In diesem Vers geht es darum, dass Allah die Nacht und den Tag aufeinander folgen lässt. Der verwendete Begriff für diesen Prozess heißt übersetzt „umschlingen“ (auf Arabisch: „yukawier“,). Dies beschreibt den Prozess, wenn der Tag in die Nacht eingeht und umgekehrt
 
Den Begriff يُكَوِّرُ welcher mit „umschlingen“ übersetzt wurde u.a. von Sprachwissenschaftlern wie ‚Ar-Raghib al-Isfahanl (gest. 502 n.H.) wie auch der Begriff in Al-Dur al-Masoon von Al-Samin al Halabi (gest. 756 n.H.) wie folgt erläutert wurde:
 
الدر المصون — السمين الحلبي (٧٥٦ هـ)
والتكويرُ: اللفُّ واللَّيُّ. يقال: كارَ
العِمامةَ على رأسه وكَوَّرها. ومعنى تكويرِ الليلِ على النهارِ وتكويرِ النهارِ على الليل على هذا المعنى: أنَّ الليلَ والنهارَ خِلْفَةٌ يذهب هذا ويَغْشى مكانه هذا، وإذا غَشِيَ مكانه فكأنما لَفَّ عليه وأَلْبَسَه كما يُلَفُّ اللباسُ على اللابِسِ، أو أنَّ كلَّ واحدٍ منهما يُغَيِّب الآخر إذا طرأ عليه، فشُبِّه في تَغْييبه إياه بشيءٍ ظاهرٍ لَفَّ عليه ما غَيَّبه عن مطامحِ الأبصار، أو أنَّ هذا يَكُرُّ على هذا كُروراً متتابِعاً، فَشُبِّه ذلك بتتابع أكوارِ العِمامة بعضِها على بعضٍ. قاله الزمخشريُّ، وهو أوفقُ للاشتقاقِ من أشياءَ قد ذُكِرَتْ. وقال الراغب: «كَوْرُ الشيءِ إدارتُه وضَمُّ بعضِه إلى بعضٍ كَكَوْر العِمامةِ. وقوله: {يُكَوِّرُ الليل عَلَى النهار} إشارةٌ إلى جَرَيانِ الشمسِ في مطالعها وانتقاصِ الليل والنهار وازديادِهم
 
„Takwier: Das Umschlingen und Umlegen. So heißt es: كارَ „Kāra“.
Er wickelte den Turban um seinen Kopf und ballte ihn auf“.Also die Bedeutung von Yukawier der Nacht über den Tag und des Tag über die Nacht ist folgende Das die Nacht dem Tage folgt und der eine geht und den Ort des anderen bedeckt.
 
Dieses abwechselnde Bedecken ist gleichzusetzen mit dem Legen der Kleidung auf die andere und/oder das das die eine den anderen bedeckt und dieser dadurch nicht wahrnehmbar wird.
Darüberhinaus hält es denn ständigen Wechsel von Tag und Nacht fest, wie es der Fall ist bei dem Umlegen eines Turban. Dies sagte Az-Zamakschari kommentierend dies ist die etymologische Angabe mit der stärksten Autorität.
Des Weiteren sagte ‚Ar-Raghib al-Isfahani: „Kawr einer Sache ist ihr Aufballen und das zueinander. Es ist wie das Umwickeln eines Turbans…….“*4
 
Dieses Wort wurde damit in der arabischen Sprache für das Umwickeln um einen runden Gegenstand verwendet. Auch das Wort Ball (arabisch: kura) besteht aus den Radikalen„K W R“.
Die Araber pflegten, diesen Begriff für das Binden des Turbans zu nutzen. Diese Wortwahl wurde in bildlichen Metaphern wiedergegeben, um für die Leute damals und für uns heute verständlich zu machen, dass sich die Nacht um den Erdball schlingt, so wie es der Turban um den Kopf tut. Es konnte keine bessere Beschreibung für diesen Prozess gefunden werden. Dieser Begriff, der nach heutigen wissenschaftlichen Ständen nicht akkurater sein könnte, impliziert, dass die Erde kugelförmig ist und dass eine Abwechselung bzw. ein Aufeinanderlegen der Tag und Nacht stattfindet. Folglich wurde eine Symbolik aus einer Beduinen-Gesellschaft adaptiert und diese im Koran so anschaulich verarbeitet, dass sich dieser Koran dem heutigen Leser in der Zeit des Fortschrittes neu offenbart.
Aus jener Perspektive außerhalb des Erdballs wird erzählt, wie man sie heute durch die NASA-Bilder der Erde wahrnehmen kann.
Zugleich ist der romantische und spirituelle Aspekt gegeben, in dem Sinne, dass sich die Nacht bzw. der Tag um den Erdball legt wie die Kleidungsstücke aufeinander.
 
2. Punkt
 
In dem Vers wird weiterhin der Begriff يَجْرِي “ „tajrī“ ein jedes läuft auf eine festgesetzte Frist zu“ verwendet für das Laufen bzw. Schweben der Himmelskörper genutzt. Der Begriff deutet auf eine schnelle Bewegung hin, so wird er auch in Sure 11, Vers 42 heißt
 
وَهِيَ تَجْرِي بِهِمْ فِي مَوْجٍ“
„Es fuhr mit ihnen dahin…“ für das Laufen der Schiffe benutzt.*5
Somit ist der Begriff يَجْرِي “ “ Laufen bzw. ein Begriff für das schnelle Bewegen genauestens ausgewählt, weil wir heute wissen, dass
die Sonne bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 220 Kilometern pro Sekunde. Und der Mond in seiner Umlaufbahn mit einer Bahngeschwindigkeit von 1,023 km/s, sie schwankt zwischen 0,964 km/s und 1,076 km/s.
 
Für uns ist es heute selbstverständlich das Sonne und Mond sich Bewegen und sogar sehr schnell aber war dies immer der Fall ?
 
Das Weltbild hat sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert bis eines der letzten war, nämlich ein heliozentrisches.
 
„Das heliozentrische Weltbild (altgriechisch ἥλιος helios, deutsch ‚Sonne‘ und κέντρον kentron Zentrum), auch Kopernikanisches Weltbild genannt, ist ein Weltbild, in dem die Sonne als das Zentrum der Welt gilt. Die Planeten einschließlich der Erde bewegen sich um das Zentrum herum, während die Fixsterne an einer ruhenden äußeren Kugelschale angeheftet sein sollen. Dabei dreht die Erde sich täglich einmal um sich selbst und der Mond bewegt sich etwa jeden Monat einmal um die Erde.
 
In seinen Anfängen geht das heliozentrische Weltbild auf die griechischen Astronomen Aristarchos von Samos und Seleukos von Seleukia zurück, es wurde aber erst im 16. Jahrhundert durch Nikolaus Kopernikus detailliert ausgearbeitet und im 17. Jahrhundert von Johannes Kepler und dann vor allem von Isaac Newton entscheidend verbessert.“ 6
 
Wir finden eine zeitgeschichtlichen Nachweis in der Exegese von Imam al-Ālūsī (d. 1270), welcher erwähnt wie sich in seiner Lebenszeit dieses Weltbild änderte bzw. wie
 
وسخر الشمس والقمر جعلهما منقادين لأمره – عز وجل – كل يجري لأجل مسمى بيان لكيفية تسخيرهما أي كل منهما يجري لمنتهى دورته، أو منقطع حركته، وقد مر تمام الكلام عليه، وفيه دليل على أن الشمس متحركة، وزعم بعض الكفرة أنها ساكنة وأنها مركز العالم، وسمعت في هذه الأيام أنه ظهر في الإفرنج منذ سنتين تقريبا من يزعم أنها تتحرك على مركز آخر كما تتحرك الأرض عليها نفسها بزعمهم، وزعم بعض المتقدمين، ولهم في الهيئة كلام غير هذا، وفيه الغث والسمين، إلا أن نفيهم السماوات الناطقة بها الشرائع بالكلية من العجب العجاب، وأنظارهم السخيفة تفضي بهم إلى ما هو أعجب من ذلك عند ذوي العقول السليمة، نسأل الله تعالى السلامة والتوفيق، ولي عزم على تأليف كتاب أبين فيه إن شاء الله تعالى ما هو الأقرب إلى الحق من الهيئتين القديمة والجديدة متحركا على محور الإنصاف ساكتا عن سلوك مسالك الاعتساف، والله تعالى الموفق لذلك.
 
„[…] Darin liegt ein Beleg dafür, dass die Sonne in Bewegung ist und einige der Ungläubigen behaupten, dass sie steht und sich nicht bewegt und sie das Zentrum des Kosmos darstellt. Und in den letzten Tagen hörten wir das bei den „Franca“ seit ungefähr 2 Jahren behauptet wird, dass sie um ein anderes Zentrum bzw System dreht so wie dies sich die Erde selbst um dieses dreht […].“[7]
 
Wir sehen also, dass trotz des mehrfachen Veränderung des Weltbildes der Koran einen Standpunkt hat und diesen mit einer absoluten, zeitlosen Autorität vertritt. Der Koran trägt in seiner Wortverwendung, dass die Sonne in Bewegung ist. In Wahrheit darüberhinaus beschreibt der Koran diese Bewegung als eine schnelle Bewegung was genauso mit der Realität übereinstimmt
 
Quellen
 
[1] Jürgen Bortz, Nicola Döring: Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2006, S. 5, ISBN 978-3-540-33305-0 (Online)
 
(POPPER 1976:77f.; PRIM/TILMANN 1975:70f.)
 
[2]“.[3]Rainer Schnell, Paul B. Hill, Elke Esser: Methoden der empirischen Sozialforschung R.Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München, Wien 2008, S. 63 ISBN 978-3-486-58708-1 (Online)
 
*1
Tafsir al-Baghawy (Ma’alim at-Tanzil), Druck: Ihya Al-Turath Al-Islami S. 193
 
*2
Anwar al-Tanzil wa Asrar al-Ta’wil ( Tafsir Al-Baydhawi) Druck: Maktabat Tawqifiya; Band 1; S. 252
 
*3
Die deutsche Übersetzung des Edlen Koran, übersetzt aus dem arabischen von Sheikh Abdullah as-Samit Frank Bubenheim und Dr. Nadeem Elyas.
 
*4
لفتوحات الإلهية بتوضيح تفسير الجلالين للدقائق الخفية
al-Futuhat al-Ilahiyatilahiya, Druck: Dar-Kutub-Alilmiiyah; Band 6; Seite 415
 
*5
Die deutsche Übersetzung des Edlen Koran, übersetzt aus dem arabischen von Sheikh Abdullah as-Samit Frank Bubenheim und Dr. Nadeem Elyas.
 
*6
Eduard Jan Dijksterhuis: Die Mechanisierung des Weltbildes. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 1956
 
*7
Ar-Rūh al-Ma’ānī fī Tafsīri-l-Qur’āni-l-‚Aẓīm wa Sab’u-l-Mathānī
(Arabisch: روح المعاني في تفسير القرآن العظيم والسبع المثا)
Druck: Dar Al-Hadith AlQahira; Band 12; S.304